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Montag, 23.09.2019

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Weisendorf: Aktionsplan Artenvielfalt erarbeitet

Ideensammlung für Natur: Bund Naturschutz und Gartenbauverein wenden sich an Gemeinde. - 22.08.2019 14:00 Uhr

Blühstreifen im Vordergrund: Christian Wosegien (l.) und Angelika Mechtold-Schmitz (r.) übergeben Bürgermeister Heinrich Süß ihren Aktionsplan Artenvielfalt.


Ein Anstoß sei das Scheitern eines entsprechenden Antrags der Grünen im Ratsgremium zur Stärkung der Artenvielfalt gewesen. So sagten Angelika Mechtold-Schmitz, Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins Weisendorf und Gemeinderätin für die SPD sowie Christian Wosegien, Vorsitzender der Ortsgruppe Seebachgrund im Bund Naturschutz,

Eine Reihe von Autoren – Eckhard Bailer, Norbert Fischer, Walter Flaßbeck, Carina Geist, Elke Seyb, Achim Stürmer und Christian Wosegien – trug nun Überlegungen zu einem Aktionsplan zusammen, um das die Menschheit bedrohende Aussterben von Pflanzen und Tieren zu bremsen. Im Vergleich zum Etat des Marktes Weisendorf seien die Kosten gering, hieß es.

Ein Vorschlag, zum Teil auch schon realisiert: Das Anlegen von Blühflächen in der Gemeinde. Insektenfreundliche Gartengestaltung könne mit Ansaat-Aktionen und Baumpaten gefördert werden.

Bei Bauleitplaung und Kontrolle, so ein weiterer Gedanke, sollte Augenmerk auf Flächenverbrauch und "eindeutige Vorschriften" (Zisternenzwang oder Verbot von sich aufheizenden "Schottergärten" ) zur Gartengestaltung gelegt werden.

Die Schaffung von Streuobstwiesen und Hecken, Lebensraum für Vögel und Kleintiere, wird ferner angeregt. Außerdem könne die Umstellung der Mahd von Mulch- auf Balkenmäher große Wirkung erzielen. Abgemagerte Flächen könnten die Artenvielfalt fördern.

Um die Lichtverschmutzung einzudämmen, sei auch eine gezielte, energiesparende Straßenbeleuchtung sinnvoll. Im Seebachgrund, so ein nächstes Kapitel, könnte ein Schau- oder Lehrgarten mit naturnaher Gestaltung entstehen, der Gartenbesitzern praxisnahe Gestaltungsbeispiele zeigt.

Die Mündung des westlichen Mühlweihers in Weisendorf, ein Kleinod der Artenvielfalt, könnte als Naturdenkmal ausgewiesen werden. Biber, Zwergtaucher und Wasserralle wurden dort beobachtet. Schließlich sollte Totholz von heimischen Laubbäumen in Gärten Raum für Insekten, Pilze, Flechten und Moose bilden. Vorschläge wie der Erlass einer Baumschutzverordnung, Schutz vor Vogelschlag an Bushaltestellen und zahlreiche andere Ideen ergänzen die Sammlung.

Bürgermeister Süß bekundete, die Initiatoren "rennen offene Türen ein. Wir sind dankbar für jeden Hinweis und machen gern was. Die Landwirte müssen wir mitnehmen."

Angelika Mechtold-Schmitz brachte das Verbot von Glyphosat in Hausgärten ins Gespräch und die Gartengestaltung in Neubaugebieten. Christian Wosegien plädierte dafür, "ohne Ideologien miteinander zu reden."

Im Vorwort hatten die Autoren diese Fakten zusammengetragen: 2019 gibt es 75 Prozent weniger Insekten als 1989, 54 Prozent aller Bienen sind bedroht, der Bestand an Feldvöglen ist um 65 Prozent zurückgegangen, ein Drittel aller Ackerwildkräuter ist gefährdet. 

EDITH KERN-MIEREISZ

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