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Donnerstag, 04.03.2021

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Weisendorf: Dritter Bürgermeister per Los ermittelt

Stellvertreter des Rathauschefs wurden Stefan Groß (FW) und Angelika Tritthart (CSU) - 28.01.2021 16:57 Uhr

Im Gemeinderat Weisendorf erfolgte die Vereidigung von Karl-Heinz Hertlein (CSU) durch den ältesten Marktrat Hans Kreiner (r.).

27.01.2021 © Richard Sänger


Zum zweiten Bürgermeister wählte der Gemeinderat Stefan Groß (FW). Karl-Heinz Hertlein (CSU) wurde offiziell als Bürgermeister der Marktgemeinde vereidigt. Ebenso sein Nachrücker Simon Ort als neuer Gemeinderat. Hans Kreiner als ältester der anwesenden Markträte nahm dem 56-jährigen Karl-Heinz Hertlein den Amtseid ab. "Es ist heute kein Grund für große Reden", erklärte der Bürgermeister, denn der überraschende Tod von Heinrich Süß habe für eine Veränderung in Weisendorf gesorgt.

Dank für "überwältigendes Vertrauen"

Nachrücker für Karl-Heinz Hertlein ist der 28-jährige Oberlindacher Simon Ort. Er nahm für das Foto kurz die Mund-Nasen-Bedeckung ab.

27.01.2021 © Richard Sänger


In einer kurzen Rede bedankte sich der vereidigte Bürgermeister für das "überwältigende Vertrauen", das die Bürger von Weisendorf ihm bei der Wahl mit 60,05 Prozent entgegengebracht hatten. Den Fraktionen und allen Mitgliedern des Marktgemeinderates biete er eine konstruktive, kommunikative und wertschätzende Zusammenarbeit an. Auch für die Bürger werde er ansprechbar sein, versprach Hertlein.

Außerdem wolle er die "aktive Verwaltung" weiterführen, der er für die nicht ganz leichte Arbeit der letzten Monate dankte. Er wolle mit "vollem Einsatz für die Entwicklung der Gemeinde" arbeiten.

Nachrücker bestimmt

Der bisherige zweite Bürgermeister Karl-Heinz Hertlein hatte sich bei der außerordentlichen Bürgermeisterwahl gegen seine Mitbewerber Ernst Rappold (Bündnisgrüne) und Franz Dellermann (UWG) durchgesetzt.

Hertleins Platz im Marktgemeinderat übernahm der 28-jährige Simon Ort, der ebenfalls vereidigt wurde.

Bürgermeister Hertlein (re.) vereidigte Stefan Groß (FW), den neuen zweiten Bürgermeister, und Angelika Tritthart (CSU), die bisherige und neue dritte Bürgermeisterin.

27.01.2021 © Richard Sänger


Der Oberlindacher tritt damit in die Fußstapfen seines Vaters Lothar, der 2014 verstarb und dem Marktgemeinderat 23 Jahre angehörte. "Ich habe in seiner Zeit als Gemeinderat viel mitbekommen, ihm war Weisendorf mit den Ortsteilen sehr wichtig. Die Einstellung meines Vaters ist auch ein Grund mit gewesen als Gemeinderat zu kandidieren", erklärte Simon Ort in der Sitzungspause.

Patt bei der Wahl

Bei der Wahl der weiteren Stellvertreter unter strengen Hygienevorschriften gab es ein Patt und letztlich musste das Los entscheiden.

Als zweiter Bürgermeister wurden Stefan Groß (FW) und Jutta Kattner von der Unabhängigen Wählergruppe Buch-Nankendorf (UWG) vorgeschlagen. Stefan Groß war im Mai 2020 vom verstorbenen Rathauschef Heinrich Süß als dritter Bürgermeister vereidigt worden. Bürgermeister Hertlein schlug ihn als seinen Vertreter vor und wurde von Friedrich Mümmler unterstützt. Beide betonten, dass der Kairlindacher Groß gerade in den letzten Monaten "hervorragend mitgearbeitet" und auch Verantwortung übernommen habe. Stefan Groß wurde zum zweiten Bürgermeister gewählt.

Kattner vorgeschlagen

Die Unabhängige Wählergruppe Buch-Nankendorf als zweitstärkste Fraktion wollte eigentlich Jutta Kattner als zweite Bürgermeisterin und verwies auf die Wahlergebnisse. Die stellvertretende Vorsitzende der UWG engagiere sich zudem für Weisendorf und bei zehn Frauen im Marktgemeinderat sei es angemessen, dass eine Frau Verantwortung übernehme, wurde argumentiert.

Die CSU-Fraktion wollte ebenfalls eine Frau als Stellvertreterin, Hans Kreiner schlug Angelika Tritthart vor, die bis Mai 2020 bereits das Amt der dritten Bürgermeisterin ausgeübt hatte.

Überraschung bei der Auszählung

Bei Auszählung der Wahl zum dritten Bürgermeister gab es jedoch eine Überraschung: 21 Stimmzettel zählte der Wahlausschuss mit Günther Vogel (BWG-FW), Katrin Rascher (SPD) und Christiane Kolbet (Bündnis 90/Die Grünen). Jeweils zehn Stimmen entfielen auf Jutta Kattner sowie Angelika Tritthart, ein Stimmzettel war ungültig. Deshalb musste eine Stichwahl durchgeführt werden. Damit hatte auch die Verwaltung nicht gerechnet. Die Sitzung musste unterbrochen werden, um neue Stimmzettel für den zweiten Wahlgang zu drucken.

Erneutes Patt

Überraschung dann ebenfalls nach dem zweiten Wahlgang, der wie der erste unter Corona-Bedingungen ablaufen musste und deshalb länger dauerte: Das Wahlergebnis änderte sich nicht und wiederum gab es ein Patt sowie eine ungültige Stimme.

Geschäftsleiterin Eva Fröhlich und Bürgermeister Hertlein erläuterten das weitere Vorgehen: Das Los müsse entscheiden. Diese Aufgabe übernahm ebenfalls Hans Kreiner. Er zog das Los mit dem Namen "Angelika Tritthart" aus der Wahlurne, die somit ihr Amt als dritte Bürgermeisterin behielt.

Zuwendung aus Förderprogramm

Abschließend gab der Bürgermeister bekannt, dass Weisendorf aus dem Förderprogramm "Sonderbudget Leihgeräte" von der Regierung von Mittelfranken eine Zuwendung von über 5500 Euro erhält. Gekauft wurden davon elf iPads für die Schule und bei der Gemeinde verbleibe ein Eigenanteil 232 Euro.

Am Ende der Sitzung gedachten die Mitglieder des Gemeinderates und die Zuhörer dem verstorbenen Otto Mack. Der Träger der Bürgermedaille gehörte dem Marktgemeinderat von 1972 bis 1984 an. In der nächsten Ratssitzung werden auch die Ausschüsse neu besetzt.

 

RICHARD SÄNGER

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