Wer hat ein Interesse am Ableben der Erbin einer Senfdynastie?

11.5.2021, 09:00 Uhr
Der neue Hausboot-Krimi von Jules Besson ist unterhaltsame Lektüre.

Der neue Hausboot-Krimi von Jules Besson ist unterhaltsame Lektüre. © Foto: Jeanette Seitz

Die unterhaltsame Lektüre mit dem Titel "Mord im Burgund" stammt aus der Feder des Herzogenauracher Autors Jan Beinßen; die Hausboot-Krimis – es handelt sich um den zweiten – schreibt er freilich unter dem französisch klingenden Pseudonym Jules Besson.

Schon im ersten Teil seiner Reise wurde Konrad Kellers entspannte Urlaubsstimmung durch einen brutalen Mord gestört, und der pensionierte Kommissar musste sich mit den "Toten von Carcassonne" beschäftigen.

Diesmal also das Burgund. Konrad Keller schippert gemütlich den Canal de Bourgogne bei Dijon entlang, als ihm eine junge Tramperin begegnet, die er auf seinem Hausboot eine Etappe mitfahren lässt. Wenig später ist die junge Frau tot – und Konrad Keller gerät unter Verdacht, weil er der letzte war, der sie lebend gesehen hat. Zudem handelt es sich nicht nur um eine Tramperin, sondern um die Erbin einer großen Senfdynastie. Wer also hatte ein Interesse an ihrem Ableben?

Auf eigene Faust

Konrad Keller beginnt, auf eigene Faust zu ermitteln – schon, um sich selbst aus der Schusslinie zu bringen. Dabei hilft ihm zeitweise auch seine clevere Tochter Sophie. Und vor allem Konrad Kellers sympathisches, aber doch hartnäckiges Vorgehen lässt den Leser förmlich durch die Seiten fliegen.

Immer mal wieder rückt eine andere Figur in den Fokus. Könnte er der Täter sein? Oder sie? Gewiefte Jan-Beinßen-Leser nehmen vielleicht einen bestimmten Charakter in den Blick – und doch ist bis zum rasanten Showdown nicht ganz klar, welches Motiv hinter allem steckt.

Dazwischen schwelgen Autor und Leser in der malerischen Kulisse des Burgund und begleiten Konrad Keller bei so manchem kulinarischen Exkurs.

Kleine Info-Häppchen

Auch kleine Informationshäppchen zu allen möglichen Themen – von der Senf-Herstellung bis zum Wein-Anbau – dürfen wieder nicht fehlen. Die werden aber so dezent und organisch dazwischen gestreut, dass sie den Lesefluss nicht stören, sondern vielmehr für das ein oder andere Aha-Erlebnis sorgen.

Und auch privat tut sich bei Konrad Keller einiges, wobei vielleicht auch die Weichen für einen dritten Hausboot-Krimi gestellt werden.

Im Herbst allerdings wagt sich Jan Beinßen mit "Bärentod" erst mal an eine neue Reihe. Auch hier ist Konrad Keller mit von der Partie – allerdings noch in seiner "aktiven" Zeit als Polizist. Denn die Geschichte spielt in der Vergangenheit und basiert auf einer wahren Begebenheit im Nürnberger Tiergarten. Dafür pausiert Paul Flemming dieses Jahr.

INFO: Jules Besson: Mord im Burgund – Monsieur Keller ermittelt, Piper Verlag, 271 Seiten, 15 Euro, ISBN 9783492061803

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