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Witziger Blick ins pralle Leben eines Tubisten

Andreas Martin Hofmeir sorgte mit seinem Musikkabarett für einen lustigen Abend - 29.10.2018 14:00 Uhr

28.10.2018


Den Veranstaltern ist es gelungen, einen bekannten Musiker zu verpflichten: Hofmeir war Gründungsmitglied der Band LaBrassBanda, wurde 2013 als Instrumentalist des Jahres mit dem Echo Klassik ausgezeichnet und durfte einst in der Fernsehsendung "3nach9" mit Star-Geiger David Garrett spielen. Und dass Hofmeir ein Meister des Tuba-Spielens ist, zeigt auch, dass er Professor für Tuba am Salzburger Mozarteum ist.

Mit seinem Programm "Kein Aufwand – Teil 1" unterhält der Musiker und Kabarettist mit Wort und Ton und spielt sich so schnell in sympathischer Weise in die Herzen des Publikums in der Großenseebacher Halle. Ständig nimmt er in tragisch-komischer Weise die Tuba auf den Arm und zeigt so überspitzt dargestellt die Klischees über das Dasein als Tubist auf. Agiere man doch meist mehr im Hintergrund und habe es auch zuweilen bei Frauen gar nicht so leicht.

Die Tuba sei das bestentwickelte Instrument der Geschichte. Denn es sei das jüngste aller Instrumente und damit "der letzte Schrei der Evolution". Alle anderen seien nur "rudimentär entwickelte prähistorische Vorläufer", so Hofmeir. Lediglich das Saxofon habe noch ein paar Monate weniger auf dem Buckel, aber das zähle nicht, denn das Saxofon sei ja gar kein Instrument.

Selbstironisch spricht er über die vermeintliche Bedeutungslosigkeit eines Tuba-Solos, um anschließend bei einem solchen dem Instrument einen Klang zu entlocken, der durch Schnelligkeit und Dynamik besticht. Und durch seine Art zu spielen und zu interpretieren, sorgt Hofmeir manches Mal für Lacher – auch ganz ohne Worte. Im Prinzip lässt sich der Künstler den ganzen Abend über äußerst humorvoll darüber aus, wie furchtbar die Tuba und das Leben als Tubist doch ist, um dann immer wieder dem Publikum zu zeigen, wie großartig beides ist.

Dass es sich finanziell durchaus lohnen kann, Tubist zu werden, rechnet er gleich zu Beginn vor. Tubisten seien ja meistens faul und hätten in musikalischen Werken auch weniger zu tun als die Kollegen an anderen Instrumenten. Anhand eines bekannten Werkes von Dvorak zeigt er das äußerst rentable Pro-Ton-Einkommen auf. Geiger würden an einem Abend rund 20 000 Töne spielen, die Tuba exakt 14. Und beide Musikgruppen erhalten pro Abend und Kopf auch die gleiche Gage. Ausgehend von 300 Euro Abendgage käme der Geiger auf 1,5 Cent pro Ton, der Tubist auf 21,43 Euro.

Hofmeir spielt die Tuba völlig anders als gewohnt: Er bringt das sonst ja eigentlich bloß als Begleitung vorgesehene Instrument in die Leadstimme. Für die meisten Besucher sicherlich ein Novum. Er spielt Flötenlieder und vieles andere, und das alles mit dem wuchtigen Klangkörper der Tuba.

Auch wenn sich sein Tuba-Spiel gar nicht so anhört, behauptet Hofmeir von sich, ungern zu üben. Das darf man gerne bezweifeln. Doch schon zu Beginn des Abends betont er, dass alles, was er erzähle, zu 100 Prozent wahr sei. Wie viel dabei zurechtgebogen wurde, um die Lachmuskeln zu trainieren, dürfte wohl eher sein Geheimnis bleiben.

Hofmeir steht an diesem Abend aber nicht alleine auf der Bühne: Tim Allhoff, der Herr mit der Wollmütze am E-Piano, bleibt zwar äußerst wortkarg, unterstützt Hofmeir aber da, wo er gefordert ist, und macht das auch äußerst gut. Kein Wunder, denn auch er ist Echo-Preisträger.

Und wie immer ist der aus der Holledau stammende Hofmeir barfuß unterwegs, sogar bei der Echo-Preisverleihung war er ganz ohne Strumpf- und Schuhwerk zugegen.

Der 40-Jährige hat den trockenen und direkten Humor, den wohl nur ein waschechter Bayer mitbringen kann. Gerade diese Art des beinahe humorlos präsentierten Humors, mit so viel Wortwitz und Genauigkeit, das gefällt zwar nicht jedem, unterhält aber die meisten Besucher. Und in Großenseebach scheint Hofmeir damit voll anzukommen.

 

MAX DANHAUSER

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