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Wunsch: Testzentrum in Herzogenaurachs Innenstadt

"Click & Meet" plus Test: Einzelhändler drängen auf Hilfe von der Stadt - 14.04.2021 09:00 Uhr

Was soll man da machen?, deutet Hedwig Röttger von „Röttger Schuh und Mode“ an. Gestern Vormittag fand nur eine Kundin in ihren Laden. Die Hauptstraße: weitgehend menschenleer.

13.04.2021 © Foto: Matthias Kronau


Am Telefon beantworte er momentan meistens die Frage, was Kunden denn nun machen müssen, die in seinen Laden "Ringfoto Müller" oder in irgendein anderes Geschäft außerhalb des täglichen Bedarfs kommen wollen. Auch Stefanie Greber von "Bücher, Medien & mehr" registriert, dass die Verunsicherung zunimmt. Und auch sie muss immer öfter Fragen nach dem aktuell geltenden Prozedere beantworten.

Momentan sehen die Regelungen vor, dass für den Einkauf "Click & Meet" gilt, also vorher ein Termin ausgemacht werden muss. Zudem muss ein negativer Corona-Test vorgelegt werden. Das gilt, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz drei Tage in Folge zwischen 100 und 200 lag. Das ist im Landkreis Erlangen-Höchstadt derzeit der Fall. Morgen könnte die Situation aber schon wieder anders aussehen, denn seit Montag lag die Inzidenz wieder unter 100 – die Testpflicht könnte also bald wieder entfallen.

"Die Informationen überholen sich", sagt denn auch Judith Jochmann vom Amt für Stadtmarketing und Kultur. Die Stadt bemüht sich nach Kräften, den gebeutelten Einzelhändlern zu helfen.

Längerfristige Öffnungsstrategie

Als klar war, dass ab Montag in Herzogenaurach "Click & Meet" plus Test gelten wird, haben sich zahlreiche Einzelhändler sofort an Bürgermeister German Hacker und auch an Landrat Alexander Tritthart gewandt, berichtet Müller. "Unser Ziel, auch das der Förder- und Werbegemeinschaft, muss sein, ein niederschwelliges Testzentrum für jedermann in der Innenstadt zu errichten, wo sich die Bürgerinnen und Bürger vor dem Einkauf schnell und unkompliziert testen lassen können." Das sei "das einzig praktikable" für die momentane Situation und auch mittel- bis langfristig nicht verkehrt. Denn: "Die Tests werden uns dauerhaft auch bei einer längerfristigen Öffnungsstrategie begleiten", meint Müller. Er könnte sich beispielsweise eine Container-Lösung vorstellen. "Wir brauchen auf jeden Fall dringend Lösungen und ein einheitliches Konzept für Herzogenaurach."

Die Stadt reagierte prompt. "Die Testbedürfnisse werden steigen", meint auch Judith Jochmann. Die Forderung nach zusätzlichen Testkapazitäten in der Innenstadt sei deshalb nachvollziehbar und wichtig.

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In einer Mitteilung vom Montagabend schreibt sie: "In sehr enger Abstimmung mit dem Landkreis sind wir dabei, schnellstmöglich ein praktikables, niederschwelliges und tragfähiges Testangebot speziell für unsere Innenstadt zu schaffen und damit die Kapazitäten vor Ort kurz-, aber auch mittelfristig aufzustocken." Jochmann betont, dass die Koordination laufe und sie zuversichtlich sei, dass in Kürze die bestehenden Schnelltestangebote aufgestockt werden könnten. "Ab wann und in welcher Form genau", sei noch nicht abschließend geklärt.

Bücher lassen sich gut verkaufen

Eine mögliche Zwischenlösung sind die Selbsttests, die nach dem Vier-Augen-Prinzip vor einem Geschäft durchgeführt werden dürfen. Das halten allerdings weder Müller noch Greber für zielführend. "Das ist keine Option", findet Stefanie Greber. Sie musste ihre Türen nun nach vier Wochen, in denen der Buchhandel normal geöffnet haben durfte, wieder schließen. Dennoch sei sie immer noch besser dran als viele ihrer Einzelhandels-Kollegen. "Bücher lassen sich auch gut telefonisch oder per ,Click & Collect‘ verkaufen. Bei Klamotten oder Schuhen ist das schon anders."

Nach wie vor können Kunden bei "Bücher, Medien & mehr" Bücher bestellen und diese vor dem Laden abholen oder sich liefern lassen. "Das funktioniert noch, aber inzwischen leidlich", sagt Greber. Der Zuspruch beim ersten Lockdown im vergangenen Jahr sei da wesentlich größer gewesen. "Inzwischen sind die Leute müde." Greber lobt aber generell die Herzogenauracher, die "viel vor Ort kaufen".

Hier finden sich Informationen zum Testangebot im Landkreis Erlangen-Höchstadt.

 

JEANETTE SEITZ

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