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Holetschek: Aufhebung der Priorisierung nur im Idealfall

Das steckt hinter der Aussage zur Reihenfolge bei der Corona-Impfung in Bayern - 13.04.2021 18:46 Uhr

Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) sprach am Dienstag über die Priorisierung bei der Corona-Impfung.

30.03.2021 © imago images/Sammy Minkoff


Idealzustand oder realistische Prognose? Bei einer Pressekonferenz am Dienstag sagte der bayerische Gesundheitsminister, er glaube die Priorisierung bei der Corona-Impfung müsse im Mai aufgegeben werden. Bisher werden in den bayerischen Impfzentren allerdings zunächst die Menschen geimpft, die aufgrund ihres Alters, ihres Berufes oder möglicher Vorerkrankungen ein höheres Risiko haben, schwer an dem Coronavirus zu erkranken. Das war bisher auch deshalb nötig, weil Impfstoff knapp war. Die Aussage Holetscheks zum jetzigen Zeitpunkt überrascht daher. Wir haben nachgefragt.

Komplett über den Haufen werfen will der Gesundheitsminister die geltende Reihenfolge nicht, wie sein Ministerium bestätigte. Was er sagen wollte: Sollte Ende Mai ausreichend Impfstoff vorhanden sein, wäre es denkbar, die Priorisierung aufzuheben. Dann wäre die Priorisierung nämlich nicht mehr notwendig. Allerdings skizziert Holetschek damit einen Idealzustand. Erst vor wenigen Stunden wurde bekannt, dass sich die Lieferungen des amerikanischen Impfstoffes von Johnson & Johnson nach Europa verzögert. Daran zeigt sich, wie schnell sich die Entwicklungen ändern können.

Auch die nationalen Impfstrategie sieht vor, bei ausreichend Impfstoff die Priorisierung aufzuheben. Der Punkt, an dem die geltende Priorisierung hinfällig wird, ist derzeit noch nicht erreicht.

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Dennoch gibt es positive Nachrichten. Einige Impfzentren in Bayern seien jetzt schon bei Priorisierungsstufe drei angelangt, erklärt der Gesundheitsminister. Aktuell (Stand: 13. April 2021) wurden in Bayern bereits 2.156.521 Erstimpfungen durchgeführt, dass entspricht circa 16 Prozent der bayerischen Bevölkerung. Bei 860.000 Menschen bestehe ein voller Impfschutz, so der Gesundheitsminister. Die Einbeziehung der Hausarztpraxen habe sich bereits bewährt.

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