Donnerstag, 19.09.2019

|

Horror Hundeköder: Was tun, wenn der Vierbeiner Gift frisst?

Tierärztin gibt Antworten und Tipps für schnelle Hilfe - 21.08.2019 21:03 Uhr

Wenn Hunde die Welt entdecken, fressen sie mitunter auch Dinge, die gefährlich für sie sein können.


Der Tierschutzverein "Hunde aus dem Süden" warnt derzeit zum Beispiel vor Giftködern am Birkensee, an denen zwei junge Hunde gestorben sein sollen. Das verunsichert viele Tierhalter. Wie damit umgehen, wenn der eigene Vierbeiner beim Gassigehen etwas Unbekanntes aufgefressen hat? Die Hersbrucker Zeitung fragte bei Astrid Behr vom Bundesverband Praktizierender Tierärzte nach.

Mein Hund hat beim Gassigehen etwas gefressen. Wie kann ich erkennen, ob es ein Giftköder war?

Astrid Behr: Wenn der Hund natürlich alles geschluckt hat, ist es schwer festzustellen, was er da gerade gefressen hat. Es gibt Köder, die mit Nägeln oder Rasierklingen gespickt sind. Sie können innere Organe verletzen. Andere enthalten Gift. Aber nicht nur solche absichtlich ausgelegten Giftköder können für Hunde zur Gefahr werden. Häufig vergiften sich Tiere auch im eigenen Garten oder Zuhause – durch Schneckenkorn, Pflanzendünger, Rattengift, herumliegende Medikamente oder Haushaltsreiniger. Symptome wie Erbrechen, Durchfall, Taumeln, Zittern, Atembeschwerden oder ein Kollaps können dabei auf eine Vergiftung hindeuten.

Wenn ich den Verdacht habe, mein Hund ist vergiftet worden, wie verhalte ich mich richtig?

Behr: Sofort mit ihm zum Tierarzt oder in die nächste Tierklinik. Und wenn es möglich ist, gleich die Reste von dem mitnehmen, was der Hund gefressen hat. Das kann der Giftköder sein, die Medikamentenschachtel oder die Reinigerflasche. Wenn der Tierarzt weiß, um welches Gift es sich handelt, kann er eine gezielte Therapie einleiten.

Obduktion ist möglich

Gehen wir vom Schlimmsten aus: Mein Hund stirbt. Welche Möglichkeiten habe ich, ihn untersuchen zu lassen, wenn ich wissen will, woran er gestorben ist?

Behr: Wer möchte, kann sein Tier obduzieren lassen. Das kann er über seinen Tierarzt veranlassen, aber auch selbst bei einem tierpathologischen Institut in Auftrag geben.

Bekomme ich nach der Obduktion mein Tier wieder zurück oder kann ich es von einem Tierbestatter abholen lassen?

Behr: Da sollten Sie direkt vor Ort beim jeweiligen tierpathologischen Institut nachfragen.

Auf Nachfrage der HZ teilt das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit mit, dass beim Pathologielabor in Erlangen eine Rückgabe des Tieres nach der Obduktion aus infektionshygienischen Gründen nicht möglich ist. Tierbesitzer können jedoch vor der Obduktion einen Antrag auf Einäscherung ihres Tieres stellen. 

Katja Bub

1

1 Kommentar

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Hersbruck