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"Ich wäre im Tatort am liebsten die Leiche"

Michael Voss ist als Komparse beim Franken-Tatort dabei - 25.08.2014 14:15 Uhr

Einfach mal durchs Bild laufen: Damit verewigt sich Michael Voss als Komparse im Franken-Tatort. © Katharina Tontsch


Herr Voss, können Sie die Tatort-Titelmelodie für uns singen?

Michael Voss: Ein bisschen... (Voss überlegt kurz, fängt zu summen an. Dazu schnippt er mit seinen Fingern. Einfach so, mitten in einem Café.) Dididi, dadada... (Er setzt noch einmal an. Beim zweiten Versuch erkennt man die Melodie sofort.)

Mussten Sie das auch beim Casting machen?

Voss: Nein. Ich habe eigentlich nicht einmal viel gesprochen. Ich wollte auch keine Sprechrolle, sondern einfach nur mal durchs Bild laufen.

Warum haben Sie sich beworben?

Voss: Das war eine spontane Aktion. Ich habe vom Casting in der Zeitung gelesen und mehrere Freunde dazu animiert, mitzumachen. Also haben wir uns angemeldet. Am Ende wurde aber nur ich zum Casting eingeladen.

Und, wie war's?

Voss: Gar nicht schlimm. Wir waren rund 350 Bewerber. Ich habe ein Blatt mit meinem Namen bekommen, dann wurde ich zu dem Regie-Assistenten hineingerufen. Dort hat er Bilder von mir gemacht. Das Blatt musste ich vor mich halten.

Wie im Knast?

Voss: (lacht) Ja, fast. Allerdings hat der Regisseur keines von mir im Profil gemacht. Insgesamt war ich vielleicht fünf Minuten drin.

Waren Sie aufgeregt?

Voss: Überraschenderweise gar nicht. Aber es war für mich nicht so wie bei richtigen Schauspielern, wo es um einen richtigen Job geht.

Haben Sie vorher geübt?

Voss: Nein. Wir sollten improvisieren. Und das geht eigentlich nur spontan. Außerdem wusste ich gar nicht, welche Rolle ich spielen soll - nur, dass ich ein Passant bin.

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Haben Sie Schauspiel-Erfahrung?

Voss: Überhaupt nicht. Wenn ich etwas auf der Bühne machen müsste, ginge das gar nicht! Aber bei einem Film kann man zumindest etwas wiederholen, falls es nicht geklappt hat. Neugierig bin ich auf die vielen Leute hinter der Kamera.

Irgendwie haben Sie die Regie trotzdem von sich überzeugt. Haben Sie eine Idee, wie?

Voss: Ganz ehrlich: Ich habe keinen blassen Schimmer. Auf dem Casting konnte man nicht erkennen, dass bestimmte Typen gesucht werden. Ich denke, die versuchen eher einen Querschnitt durch die gesamte Gesellschaft abzubilden.

Wann beginnen die Dreharbeiten?

Voss: Mein Drehtag ist am Donnerstag, 28. August. Welche Rolle ich spiele und wo ich hinkommen muss, erfahre ich erst zwölf Stunden vorher. Eigentlich wollte ich die ganze Woche über in Berlin sein. Aber der BR hat mich für die Zusage angerufen - und da habe ich spontan Ja gesagt. Jetzt komme ich extra für den Tatort nach Nürnberg zurück.

Klingt so, als wären Sie ein großer Fan.

Voss: Ein extremer Fan bin ich nicht. Wenn ich Sonntagabend etwas anderes vor habe, mache ich das auch. Aber sonst gucke ich immer den Tatort. Am liebsten mag ich den in München und den neuen aus Dortmund. Leipzig haben sie ja leider abgesetzt. Vor allem aber freue ich mich total, dass in meiner Heimatstadt ein Tatort gedreht wird.

Welche Rolle hätten Sie am liebsten gespielt?

Voss: Ich wäre am liebsten die Leiche gewesen. (lacht) Doch die wurde ja schon vorab gecastet.

Als Leiche müssten Sie doch nur herumliegen.

Voss: Ja, aber der Vorteil ist: Es ist eine relativ kleine Rolle und trotzdem steht man im Mittelpunkt.

Jetzt müssen Sie eine lebende Figur spielen. Irgendwelche Wünsche?

Voss: Ich hoffe, dass ich vielleicht mal kurz im Fokus bin und man nicht nur meinen Rücken irgendwo sieht.

Und wie werden Sie Ihren Franken-Tatort anschauen?

Voss: Ich möchte ein paar Freunde einladen und die Folge auf jeden Fall aufnehmen. Dann kann ich immer wieder dahin spulen und mir die zwei, drei Sekunden anschauen, in denen ich zu sehen bin. 

Interview: Katharina Tontsch

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