Impfen beim Hausarzt: Bayerischer Hausärzteverband warnt vor Ansturm auf Praxen

30.3.2021, 18:26 Uhr
In Hof dürfen Ärzte bereits seit Mitte März gegen Covid-19 impfen. Ab Mittwoch dürfen bayernweit Hausärzte impfen - allerdings zunächst nur vulnerable Gruppen. 

In Hof dürfen Ärzte bereits seit Mitte März gegen Covid-19 impfen. Ab Mittwoch dürfen bayernweit Hausärzte impfen - allerdings zunächst nur vulnerable Gruppen.  © Nicolas Armer, dpa

In einer Mitteilung warnt der Sprecher des bayerischen Hausärzteverbandes: "Warten Sie bitte, bis sich Ihre Hausärztin oder Ihr Hausarzt bei Ihnen meldet." Ab Mittwoch wird in knapp 1500 Hausarzt- und 200 Fachpraxen mit der Impfung gegen das Coronavirus begonnen. Für die zwei Tage vor Ostern stehen allerdings nur knapp 33.600 Dosen des Astrazeneca-Impfstoffes zur Verfügung. Das sind rund 20 Dosen pro Praxis - ein geringes Angebot, das möglichst viele erhalten möchten.

Um einem Ansturm entgegenzuwirken, hätte sich die Kassenärztliche Vereinigung (KV) dagegen entschieden, eine Liste der teilnehmenden Ärzte zu veröffentlichen, so der Sprecher des bayerischen Hausärzteverbandes. Dennoch erhalten Arztpraxen derzeit viele Anrufe mit Terminanfragen für eine Impfung. "Der Arzt weiß, wer alles in Frage kommt", betont der Sprecher. Deshalb sollen die Patienten warten, bis sie von ihrem Arzt kontaktiert werden. Auch die Hausärzte halten sich an Priorisierungsvorgaben und die Empfehlungen des Robert Koch-Institutes, vulnerable Gruppen zuerst zu impfen.

Einen Ansturm auf ihre Praxis konnte Beate Reinhardt, Ärztin in der Gemeinschaftspraxis Effeltrich (Landkreis Forchheim), nicht feststellen. "Es ist nicht so, dass wir mit Anfragen überflutet werden. Allerdings haben wir schon früh bei unseren Patienten abgefragt, wer an einer Impfung interessiert ist", erklärt Reinhardt. Wer derzeit anrufe und nicht in Frage komme, wird am Telefon aufgeklärt. "Allerdings kann man kommunizieren und darauf aufmerksam machen, dass man einen Impfwunsch hat." Die Patienten, an die sie die 20 Dosen vor Ostern verimpfen wird, habe sie bewusst ausgewählt und kontaktiert. "Bei uns wurde bewusst von Anfang an kommuniziert, dass die in Frage kommenden Patienten von der Praxis informiert werden".

Einen höheren Organisationsaufwand durch die Impfungen hat die Effeltricher Praxis nicht. "Wir machen das schon immer, egal ob bei der Grippeimpfung oder bei Pneumokokken", erklärt Reinhardt. Ganz in Gegenteil, die Ärztin freue sich, endlich in ihrer Praxis loslegen zu können. "Dass ist schließlich unser Alltag".


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Für die ersten Tage nach Ostern erwartet der bayerische Hausärzteverband nicht "unendlich viel Impfstoff". Aber die Anzahl der Dosen werde stark zunehmen, prognostiziert der Sprecher des Verbandes. Nach Ostern werden die Praxen in Bayern dann vorwiegend mit Biontech-Impfstoff beliefert. Auch Reinhardt ist optimistisch. Sie betont auch, dass es keine Konkurrenz zwischen Hausarztpraxen und Impfzentren geben werde. "Und ich hoffe, dass es nach Ostern weitergeht."