Eingeschränkter Betrieb bis April 2022

Impfzentren in Bayern werden weitgehend geschlossen

Katrin Wiersch

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Die Impfzentren werden in Bayern - wie auch hier in Köln - weitgehend geschlossen. Pro Landkreis bzw. kreisfreie Stadt soll nur noch maximal ein Impfzentrum erhalten bleiben und vereinzelt Impfsprechstunden anbieten.

Die Impfzentren werden in Bayern - wie auch hier in Köln - weitgehend geschlossen. Pro Landkreis bzw. kreisfreie Stadt soll nur noch maximal ein Impfzentrum erhalten bleiben und vereinzelt Impfsprechstunden anbieten. © Henning Kaiser, dpa

Bereits ab 1. Oktober werden die Impfzentren "den Fokus ihrer Arbeit verändern", teilte Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek in einer Pressemitteilung mit. Im Einsatz sind dann vor allem mobile Teams, die Sonderimpfaktionen durchführen sollen und in Alten- und Pflegeheimen die Auffrischungsimpfungen übernehmen.

"Wir richten die Bayerische Impfstrategie neu aus: Ab Oktober steht das Impfangebot der niedergelassenen Ärzte sowie der Betriebsärzte im Vordergrund", betont er. Wer sich impfen lassen möchte, der könne sich sowohl an niedergelassene Ärzte, Betriebsärzte, die mobilen Teams und die Impfzentren im Rahmen der Impfsprechstunde wenden.

Pro Landkreis oder kreisfreie Stadt soll bis Ende April 2022 in der Regel höchstens ein reduziertes stationäres Impfzentrum betrieben werden – finanziert wie bisher vom Freistaat Bayern beziehungsweise vom Bund. "Die Impfzentren dienen dann vor allem als Koordinations- und Basisstation für die mobilen Impfteams." Die Impfzentren bieten als ergänzendes Impfangebot mindestens einmal wöchentlich eine Impfsprechstunde an. Bei Bedarf kann auch die Kapazität wieder hochgefahren werden, so Holetschek.

In der Region laufen die meisten Impfzentren schon seit längerem auf Sparflamme oder wurden ganz geschlossen. So unter anderem in Bamberg, Altdorf, Hersbruck, Pegnitz oder Nürnberg. Immer öfter sind mobile Impfteams in den Orten und Städten unterwegs. Darauf baut auch Holetschek künftig, um mehr Menschen für die Impfung gegen den Coronavirus zu erreichen: "Sei es die Impfung nach dem Feierabend, vor oder nach dem Einkauf, bei der Feuerwehr oder an der Raststätte: Nutzen Sie eine der vielfältigen Möglichkeiten, um sich unkompliziert impfen zu lassen."

Holetschek: "Größte Impfaktion aller Zeiten"

Holetschek zog nach rund neun Monaten Corona-Impfkampagne eine positive Zwischenbilanz der bisherigen Arbeit der bayerischen Impfzentren: "Die Impfzentren in Bayern waren und sind eine tragende Säule unserer Impfstrategie." Seit Ende Dezember 2020 wurden in den Zentren und von den zugehörigen mobilen Teams rund 8,8 Millionen Impfungen verabreicht. Das sind rund 54 Prozent der Gesamtimpfungen in Bayern. Davon sind rund 4,6 Millionen Erstimpfungen, rund 4,2 Millionen Zweitimpfungen und rund 38.000 Auffrischungsimpfungen (Stand 29. September).

Innerhalb kurzer Zeit wurden in Bayern 100 Impfzentren aufgebaut. Holetschek spricht von der "größten Impfaktion aller Zeiten im Freistaat" und bedankt sich bei allen Beteiligten: "Seit einem Dreivierteljahr sind die Mitarbeiterder Impfzentren, Ärzte, Verbände und Vereinigungen unermüdlich im Einsatz, damit die Pandemie endlich ihr Ende findet. Dafür ein herzliches ‚Vergelt’s Gott‘!"