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Sonntag, 20.10.2019

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In Bayern gibt es immer mehr Bio-Bauernhöfe

Zahl der Öko-Betriebe im Freistaat ist 2018 um neun Prozent gestiegen - 11.02.2019 15:27 Uhr

Waren Bio-Betriebe in Bayern vor Jahren noch eine Seltenheit, so haben sie nun immerhin einen Anteil von zehn Prozent erreicht. Die ökologisch bewirtschaftete Fläche im Freistaat wuchs im vergangenen Jahr sogar um 17 Prozent auf 345 000 Hektar. © Foto: Stefan Sauer/dpa


Noch ist die Schallmauer von 10.000 Bio-Betrieben nicht durchbrochen, aber Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (CSU) erwartet, dass das noch in diesem Jahr passieren wird. Weit ist man davon nicht mehr entfernt. 9900 solcher Höfe gibt es mittlerweile im Freistaat, mehr als 800 Betriebe haben im vergangenen Jahr auf die ökologische Wirtschaftsweise umgestellt.

Das Plus von neun Prozent ist durchaus beachtlich, der Flächenzuwachs um sogar 17 Prozent auf insgesamt 345.000 Hektar Bio-Fläche erst recht. Laut Ministerium ist Bayern damit das größte deutsche Erzeugerland ökologischer Lebensmittel. Mittelfristig, doch ohne konkrete Jahresvorgabe, soll die Öko-Fläche im Freistaat verdoppelt werden.

Den Initiatoren des Volksbegehrens Artenvielfalt genügen diese Erfolge bei weitem noch nicht. Schließlich werden trotzdem nur zehn Prozent der Nutzfläche in Bayern ökologisch bewirtschaftet. Die Verfechter des Volksbegehrens wollen aber bis zum Jahr 2025 mindestens 20 Prozent und bis zum Jahr 2030 mindestens 30 Prozent mit Bio-Anbau abdecken.

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Der Bayerische Bauernverband und auch das Landwirtschaftsministerium halten eine solche ,verordnete Quote‘ für den falschen Weg und befürchten einen Zusammenbruch des Marktes, falls Angebot und Nachfrage nicht im Gleichschritt wachsen. Sie setzen auf ein natürliches Wachstum.

Gerne wird in diesem Zusammenhang das Beispiel der Öko-Molkereien angeführt, wo das Angebot an Bio-Milch-Produzenten schneller wächst als die Nachfrage. Die Folge: Die Molkereien müssen viele Interessenten ablehnen, die Wartelisten sind lang. Dementsprechend stellten im vergangenen Jahr vor allem Ackerbaubetriebe ihre Wirtschaftsweise um und nur noch wenige Milchviehhalter.

Gemüse wird importiert

"Ein Überangebot hat es in den letzten zwei Jahren nur bei der Milch gegeben, weil in kurzer Zeit viele Milchviehhalter wegen der Abschaffung der Milchquote und der niedrigen Preise auf bio umgestellt haben. In Produktbereichen wie Gemüse ist der Bedarf nicht gedeckt, es muss importiert werden", betont dagegen die ÖDP-Politikerin Agnes Becker, Landesbeauftragte für das Volksbegehren Artenvielfalt "Rettet die Bienen!".

Ein Landwirt aus Kleedorf bei Hersbruck hat derweil seinen ganz eigenen, aufsehenerregenden Weg gewählt, um Teile seines Betriebs umzustellen. Der findige Bauer will einen zwei Hektar großen Acker, der bislang intensiv genutzt wurde, in eine Blumenwiese verwandeln.

Leserforum: Warum kommen Bio-Produkte nicht aus Nische heraus?

Finanzieren sollen das all diejenigen, die sich für das Volksbegehren engagieren und eine Möglichkeit suchen, um über die Unterschrift hinaus selbst einen Beitrag zu leisten. Für 50 Euro können sie gewährleisten, dass auf 100 Quadratmetern Acker zwei Jahre lang Blumen wachsen. Ökologisch bewirtschaftet natürlich. Wenn die Nachfrage auf das Angebot bei der Online-Verkaufsplattform Ebay-Kleinanzeigen so groß ist, dass ein Hektar Fläche überschritten wird, will der Landwirt zusätzlich Lebensraum für Insekten in Form von Totholzstämmen und einem Steinhaufen schaffen.

 

 

Martin Müller Redaktion Metropolregion Nürnberg und Bayern E-Mail

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