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Intensivstationen im Großraum Nürnberg: Kein freies Bett mehr

Am Donnerstag mussten sich erstmals alle Kliniken im Großraum abmelden - 16.04.2021 18:46 Uhr

Auch am Nürnberger Klinikum ist die Lage auf den Intensivstationen angespannt. 

15.04.2021 © Rudi Ott foto, NN


Die immer weiter steigende Zahl der auf Intensivstationen versorgten Covid-19-Patienten bringt die Kliniken in der Region an den Rand ihrer Möglichkeiten. Am Donnerstagabend hatten sich erstmals alle Intensivstationen im Großraum Nürnberg, Fürth und Erlangen bei der Leitstelle abgemeldet. Wie Carmen Brückner von der Pressestelle des Klinikums Fürth erklärt, lag das an der Auslastung aller zur Verfügung stehenden Betten.

Dr. Manfred Wagner, Medizinischer Direktor und Pandemie-Beauftragter des Fürther Klinikums, zeigte sich in einem Instagram-Post alarmiert: "Das gab‘s noch nie", schrieb Wagner. Und: "Was muss noch passieren, bis die Politik reagiert???"

Zwar würden Notfälle erstversorgt, doch die Plätze auf den Intensivstationen seien belegt, sagte Brückner. Dass sich die Lage zuspitzen würde, hatte sich schon in den vergangenen Tagen angekündigt.

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Auch das Klinikum Nürnberg sei von der Integrierten Leitstelle abgemeldet gewesen, die die Bettenkapazität im Blick hat. Eine solche Abmeldung käme immer wieder vor, erklärte eine Sprecherin des Klinikums. Trotzdem habe das Klinikum aus medizinischen Gründen am Donnerstagabend noch zwei Patienten aufgenommen – beide schwer an Covid-19 erkrankt.


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Die Lage war und ist "angespannt", bestätigt der Abteilungsleiter der integrierten Leitstelle, Marc Gistrichovsky. Bereits an den Osterfeiertagen waren die Stationen an den Auslastungsgrenzen. Und mit Blick auf die steigenden Inzidenzzahlen, sei eine Verbesserung des Zustands nicht so schnell absehbar. "Es konnten trotzdem alle Patienten aufgenommen werden", sagt Gistrichovsky. Dafür bedürfe es aber eines Mehraufwands, da man zusätzliche Kapazitäten abfragen und die Rettungskräfte weitere Strecken fahren müssen.

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Am Freitag waren im Raum Nürnberg noch rund 20 Intensivbetten frei, sagte der Leiter der Integrierten Leitstelle in Nürnberg, Marc Gistrichovsky. Davon seien sechs Betten für Covid-19-Patienten reserviert. 340 Intensivbetten waren demnach belegt, 88 davon mit Covid-19-Patienten. Die Zahlen könnten sich aber jederzeit wieder ändern.

Versorgung weiterhin gesichert

Die Versorgung sei aber weiterhin gesichert. Denn: Sollte sich die Situation weiter zuspitzen, könne man außerdem auf benachbarte Leitstellen, im Notfall auch bayernweit, zugreifen. "Diesen letzten Schritt mussten wir bisher noch nie gehen", so der Abteilungsleiter.
Man sei in permanenter Abstimmung mit den anderen Kliniken in der Metropolregion, um gemeinsam die Belegung der Covid-19-Intensivbetten zu koordinieren, sagte Carmen Brückner vom Fürther Klinikums. Immer wieder werden Patienten in andere Krankenhäuser verlegt, um neue aufnehmen zu können. Brückner: "Es ist ein ständiges Jonglieren."

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Wegen der hohen Belegung schlug auch die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), wie schon öfter in den letzten Monaten, erneut Alarm und drängte auf schnelle Gegenmaßnahmen. Von den betroffenen Patienten seien knapp 60 Prozent beatmet, sagte Divi-Generalsekretär Florian Hoffmann.

czi/woe/dpa

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