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Montag, 27.05.2019

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Irrer Plan: Verein will Kulissenstadt für Mercedes-Wagen bauen

"Heckflossenfreunde" wollen Autos von Rod Stewart und Aretha Franklin präsentieren - 09.04.2019 11:47 Uhr

Los geht die Tour durch die geplante Kulissenstadt, indem man durch einen großen, nachgebauten Kühlergrill auf das Ausstellungsgelände fährt. Dahinter könnte gleich das riesige Modell eines Heckflossen-Armaturenbretts platziert werden. © Matthias Meier


Große, überdachte Straßenzüge sollen entstehen, die Innenseiten werden als Fassaden gestaltet. Das alles ist nicht nur ein Hirngespinst. Schon im Mai sollen die ersten 18 Container angeliefert werden. Bis zum Herbst könnte das erste Modul gestaltet sein.

Ein Art Erlebnispark mit historischen Mercedes-Karossen soll so entstehen, mit nachgestellten Werkstatt- und Straßenszenen oder einem Olddaimler-Karussell. Durch einen nachgebauten Kühlergrill soll man in die Ausstellung fahren und all die angesammelten Schätze bewundern können. In den Containern gewinnt der Verein zudem zusätzliche Lagerfläche.

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Aus einem Haufen schräger Vögel aus Franken hat sich der Verein der Heckflossenfreunde (vdh) zum größten Mercedes-Verein Deutschlands entwickelt. Seine Schätze (und Zehntausende von Ersatzteilen) lagern in Ornbau im Landkreis Ansbach. Wir durften in die Schatzkammern blicken - und von den Plänen für eine große Kulissenstadt erfahren.


"Wir unterstützen das alles", bekräftigt Ornbaus Bürgermeister Heinz Baum. "Das ist eine hochinteressante Sache und ein schönes Ausflugsziel für Besucher des Fränkischen Seenlandes."

Stern vom Dach des Bonn-Centers wird gezeigt

"Wir wollen den Stern vom Dach des Bonn-Centers, den wir uns gesichert haben, angemessen ausstellen und unsere Kombi-Sammlung nach und nach restaurieren und zeigen. Außerdem brauchen wir dringend zusätzliche Lagerkapazitäten", verdeutlicht Vorstandsmitglied Stefan Banner.

Ohne Matthias Meier wäre das alles nicht möglich. Der Theatermaler und Dekobauer aus Vorra im Landkreis Nürnberger Land hat das Erscheinungsbild der Autonarren entscheidend geprägt. Er hat die riesige Plane, die die komplette Außenwand einer vdh-Lagerscheune in Ornbau bedeckt im Comic-Stil gestaltet, er hat die zwölf Meter breite Nachbildung eines Heckflossen-Armaturenbretts gebaut.

Zu den Schätzen des Vereins zählt auch dieser nachgestellte Scheunenfund, der momentan im Vereinsheim untergebracht ist. © Martin Müller


Für den vdh-Auftritt bei der Stuttgarter Messe "Retro Classics" hat er das gute Stück vor Jahren gefertigt. Jetzt steht es auf dem Dachboden einer Scheune. So wie viele herausragende Stücke, die sich in Ornbau angesammelt haben und die kaum jemand jemals zu Gesicht bekommt. Das soll sich nun in der Kulissenstadt ändern. Auch die ehemaligen Fahrzeuge von Rod Stewart, Mick Jagger und Aretha Franklin sollen dort zu sehen sein.

Zunächst Museum geplant

Die erste Idee war eigentlich ein "normales" Museum in Ornbau. Bei einem Uni-Projekt entwickelten Studenten aus Straßburg Modelle für einen solchen Bau. "Da waren interessante Ideen dabei, die hätten aber schnell einen zweistelligen Millionenbeitrag gekostet", sagt Banner. Das überforderte sogar den vdh. Zumal dann langwierige Genehmigungsverfahren und Förderanträge nötig gewesen wären.
Also wurde die Museumsidee verworfen – und ein maximal verrücktes Konzept entwickelt.

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