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Jugend forscht: Fränkische Schülerinnen versuchen Glücksklee zu züchten

Mit ihrem Biologie-Experiment treten sie bei Wissenswettbewerb an - 02.03.2021 14:06 Uhr

Vierblättrige Kleeblätter sollen Glücks bringen. Zwei Schülerinnen haben versucht, sie zu züchten.

14.03.2018 © Martin Gerten (dpa)


Es ist wirklich unwahrscheinlich, ein vierblättriges Kleeblatt zu finden. Nur eines von etwa 5000 Exemplaren hat ein Blatt mehr als üblich. „Wir haben zwei Stunden lang auf einer Wiese gesucht“, erzählt Julia Hund. Doch ihre Ausbeute war gut: Wie Forschungspartnerin Lena Müller erzählt, haben sie gleich fünf oder sechs Stück gefunden. Mit dem Versuch, diese zu vermehren, treten die beiden 16-Jährigen bei "Jugend forscht an".

Glück soll das Kleeblatt schon seit mehr als 2000 Jahren bringen. Seine dreigeteilten Blätter symbolisieren im Christentum die Dreifaltigkeit aus Vater, Sohn und Heiligem Geist. Aber auch schon ältere Religionen haben darin drei Götter gesehen. Die Kelten glaubten, dass Klee böse Geister abwehrt und im Mittelalter nähten die Menschen vierblättrigen Klee in die Kleidung Reisender ein, damit das Glück sie begleitet.


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Die vier Blätter stehen bei Christen für das Kreuz Jesus oder auch für die vier Evangelien im neuen Testament. Einer Legende nach soll Eva ein vierblättriges Kleeblatt aus dem Garten Eden mitgenommen haben – wer eines findet, bekommt also ein Stück vom Paradies. Vielleicht wünscht sich das auch die Stadt Fürth, die ein Kleeblatt in ihrem Wappen und im Logo ihres Fußballvereins hat. In Irland hat es der Klee sogar zum landesweiten Symbol geschafft, weil der Missionar und heutige Nationalheilige St.Patrick den Bewohnern der Insel damit angeblich die Bedeutung des Christentums erklärt hat.

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Die zwei Schülerinnen aus Langenzenn haben den Klee auf der Wiese ausgegraben und zu Hause im Garten eingepflanzt, um ihn zu züchten. „Wir wollten herausfinden, ob daraus wieder vier Blätter wachsen“, erzählt Julia Hund. Im Halbschatten unter einem Baum haben sie ihn etwa einmal die Woche oder sogar nur alle zwei Wochen gegossen. Als es kälter geworden ist, haben die beiden Nachwuchsforscherinnen ihre Pflanzen in Blumentöpfen in der Garage weiter beobachtet. Dafür haben sie verschiedene Kombinationen zusammen gepflanzt: entweder drei- und vierblättrige Exemplare, mehrere vierblättrige oder auch ein vier- und ein fünfblättriges.

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Doch leider ohne Erfolg: „Sie sind gewachsen und haben überlebt, aber vermehrt haben sie sich leider nicht“, berichtet Lena Müller. „Vielleicht hätten wir ihnen mehr Zeit geben müssen oder die Jahreszeit war einfach die falsche“, überlegt Julia Hund. Denn eigentlich treibt Klee im Sommer aus.Auch Landwirten bringt die Pflanze dann Glück: Wiesen voll Klee gelten als besonders fruchtbar. Sogenannte Knöllchenbakterien siedeln sich darauf an, die Stickstoff aus der Luft binden und als natürlichen Dünger in den Boden bringen. Als Futterpflanze für Tiere hat Klee einen hohen Eiweiß- und Mineralstoffanteil.


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Weltweit gibt es mehr als 250 Kleearten – in Süddeutschland vor allem Rotklee. Biologisch gesehen haben sie alle übrigens nur ein Blatt, dass in der Fachsprache als „gefiedert“ oder „mehrfingrig“ bezeichnet wird, was so viel bedeutet wie unterteilt. „Wir haben gelernt, dass man für Forschung viel Geduld haben muss“, erzählt Julia Hund. „Auch, wenn es nicht immer so läuft, wie man es sich erhofft, kann man trotzdem weitermachen.“ Lena Müller ergänzt: „Schließlich interessiert uns das Ergebnis.“ Deshalb wollen die Mädchen auch nach dem Wettbewerb dranbleiben und ihre Pflanzen bis in den Sommer bringen. Vielleicht wachsen dann neue Kleeblätter – mit etwas Glück.

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