Enormer Ressourcenverbrauch

Kein Kunstschnee in Skigebieten? Bund Naturschutz fordert Verzicht von Schneekanonen

Clara Grau
Clara Grau

Lokalredaktion Nürnberg

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30.11.2022, 11:25 Uhr
Volle Kanone für weiße Pisten - damit soll laut BN Schluss sein

© imago images/Michael Kristen Volle Kanone für weiße Pisten - damit soll laut BN Schluss sein

Der Bund Naturschutz in Bayern (BN) appelliert an die Skigebietsbetreiber, auf den Einsatz von Schneekanonen in diesem Winter zu verzichten. Für die Zukunft fordert der Verband die Bayerische Staatsregierung auf, keine weiteren Genehmigungen für deren Betrieb zu erteilen. Diesbezüglich sollte sich die Staatsregierung zudem mit Österreich und der Schweiz abstimmen.

In einem ersten Schritt hatte der BN zusammen mit anderen Umweltverbänden Ende September eine Petition in den Landtag eingebracht, mit dem Ziel, die staatliche Förderung von Schneekanonen zu beenden.

Hintergrund ist vor allem die derzeitige Energiekrise, aber auch die schlechte Natur- und Umweltbilanz von Beschneiungsanlagen generell. "Die Skigebiet-Betreiber haben auch eine gesellschaftliche Verantwortung. Sie sollten sich in der derzeitigen Energiemangellage solidarisch zeigen und freiwillig auf den Einsatz von Schneekanonen verzichten. Sie verbrauchen Unmengen an Strom und haben nur für einen kleinen Teil der Bevölkerung einen fragwürdigen Nutzen", erklärt der BN-Vorsitzende Richard Mergner.

"Schneekanonen waren aufgrund ihrer schlechten Ökobilanz schon immer problematisch, in der derzeitigen Krisensituation sind sie schlicht unmoralisch. Ein Verzicht auf Beschneiung kann in einem Winter 16 Millionen Kilowattstunden Strom in Bayern sparen, zudem Millionen Liter Wasser." Die Skigebiete müssten sich aufgrund der Klimaerhitzung ohnehin umstellen, betont Mergner. Mittelfristiges Ziel des BN sei laut dem Vorsitzenden daher ein generelles Verbot von Beschneiungsanlagen oder den Betrieb zumindest drastisch einzuschränken.

Axel Doering, Sprecher des Arbeitskreises Alpen fügt hinzu: "Wir wollen in Zukunft keine Bilder mehr von weißen Schneebändern in ansonsten grüner Umgebung sehen. Auch ein ganzjähriger sanfter Tourismus kann ein Erfolgsrezept sein. Auf umweltschädlichen Halligalli-Tourismus kann unsere sensible bayerische Bergwelt bestens verzichten", so Doering.

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