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Kinder- und Jugendgipfel: 40 Millionen Euro und 200 neue Stellen in Bayern

Digitale Angebote sollen ausgebaut werden - 08.03.2021 13:17 Uhr

+++ Bildungsgerechtigkeit: Die Schule ist der zentrale Lernort. Die Abschlussqualität soll gehalten werden - ohne Zusatzdruck. "Es ist falsch, von einem verlorenen Schuljahr zu reden", betont Söder. Der Ministerpräsident verspricht eine umfangreiche Testung von Schülern und Lehrkräften. "Wir haben genügend Schnelltest für die Schulen", sagt Söder. Dort, wo Inzidenzen besonders hoch sind, könne auch darüber nachgedacht werden, nur noch mit negativem Test in die Schule zu können.

+++ 15 Millionen Euro zusätzliches Budget für Tutorenprogramme, Nachhilfe durch Studenten, Ferienprogramm für Schüler. Zudem sollen 200 zusätzliche Stellen für Streetworker, Erziehungsberatung, Ausbildungscoaching und Verstärkung der Sozialarbeit in den Schulen geschaffen werden. Söder kündigte an, in Jugendzentren Angebote wie "Click und Collect" zu ermöglichen, damit dort wenigstens kurzzeitig Nähe möglich ist.

+++ Digitale Streetworker als neues Projekt: "Wir wollen die Jugendlichen dort abholen, wo sie sich aufhalten: Im Netz", so Sozialministerin Carolina Trautner. "Und wir wollen unsere bestehenden Strukturen weiter ausbauen." Gerade sozial schwächere Kinder dürften nicht auf der Strecke bleiben. Die Medienkompetenz bei Kindern und Jugendlichen und auch bei den Fachkräften müsse gestärkt werden - eine Digitalisierungsstrategie müsse weiter umgesetzt werden.

+++Insgesamt will der Freistaat 40 Millionen Euro für diese Maßnahmen in die Hand nehmen.

+++ Regelmäßige Kinder- und Jugendkonferenzen sind geplant. Die nächste Konferenz soll bereits Ende April stattfinden.

+++ "Die Schule ist ein sozialer Raum", sagt Kultusminister Michael Piazolo. "Die sozialen Kontakte fehlen einfach." Vor Ostern kommen 90 Prozent der Schüler zurück in die Schule und das sei sehr wichtig. Der Distanzunterricht funktioniere gut, dennoch könne er nicht den Unterricht in Präsenz ersetzen, sagt Piazolo. "Die Schüler sollen kein Corona-Jahrgang sein."


+++ Der Bayerische Jugendring hat vor der Konferenz einen umfassenden Forderungskatalog vorgelegt. Er verlangt darin die schnelle Öffnung von außerschulischen Angeboten für Kinder und Jugendliche. Von Ostern an sollen auch Ferienprogramme wieder möglich werden.

+++ In einer bundesweiten Online-Befragung durch die Universität unter 7000 Zwölf- bis 27-Jährigen im November 2020 gaben 65 Prozent an, dass ihre Sorgen von der Politik nicht gehört würden. Rund 45 Prozent äußerten Zukunftsängste. Neben psychischen Belastungen und finanziellen Sorgen gaben überraschend viele Befragte aber auch an, mangels geeigneter Endgeräte nur unzureichend am neuen digitalen Alltag teilnehmen zu können.

+++ Söder hatte die Förderung von Kindern und Jugendlichen zur Chefsache erklärt. Es dürfe nicht zugelassen werden, dass Kinder der heutigen Generation weniger Chancen hätten als die Generationen vor ihnen. Die heute Erwachsenen stünden in der Verpflichtung für die nächsten Generationen.


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dpa

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