Klettergärten: Mutprobe im Wald

10.8.2010, 11:10 Uhr
Klettergärten wie die Freizeitanlage im Wald bei Pottenstein (unser Foto) erfreuen sich großer Beliebtheit. Beim Einstieg in einen Parcours in luftiger Höhe sind allerdings Klettergurt und Handschuhe unerlässlich.

Klettergärten wie die Freizeitanlage im Wald bei Pottenstein (unser Foto) erfreuen sich großer Beliebtheit. Beim Einstieg in einen Parcours in luftiger Höhe sind allerdings Klettergurt und Handschuhe unerlässlich. © Irene Lenk

Sportliche Ambitionen und Trittsicherheit muss mitbringen, wer eine der Freizeitanlagen mitten im Wald nutzen will. Je nach Schwierigkeitsgrad erstreckt sich der Parcours in einem Meter Höhe für Kinder und Anfänger, beinahe in Baumwipfelhöhe für geübte Kletterer. Diese sollten über eine gewisse Fitness verfügen und auf jeden Fall schwindelfrei sein.

Und so hangeln sich junge und ältere Hobbykletterer mit Geschick von Baum zu Baum. Dort sorgen Netze, Seile, Brücken, Leitern und Plattformen für den nötigen Halt. An den Wochenenden kann es mitunter eng werden in einem der Klettergärten in der Region. Mit bis zu 20.000 Besuchern pro Saison sind die Freizeitanlagen zum Touristenmagnet geworden.

Kletterausrüstung und Einweisung durch das Personal sind Standard

Dabei hat die Sicherheit höchste Priorität. Dazu gehören die unverzichtbare Kletterausrüstung und die Einweisung durch das Personal. Erst wer den richtigen Umgang mit Karabinerhaken und Seilrolle beherrscht, darf das Gelände auf eigene Faust erkunden. Zudem werden Parcours und Ausrüstung regelmäßig vom Tüv geprüft.

Sehr kreativ sind die Veranstalter, wenn es darum geht, Anforderungen zur Bewältigung der einzelnen Streckenabschnitte zu entwickeln. Von einfachen Strickleitern, die in geringer Höhe über dem Boden angebracht sind, bis zum „Tarzansprung“ reicht die Palette der Aufgaben etwa im Abenteuerwald bei Enderndorf am Brombachsee (www.abenteuer-wald.com). Dort kann man aus 13 Metern Höhe an einem Seil in ein aufgespanntes Netz springen. Im Abenteuerpark Betzenstein (www.abenteuerpark-betzenstein.de) ist im Eintrittspreis ein Besuch im Freibad enthalten, dessen hinterer Bereich sich mit Hilfe einer Seilrolle auf zwei Stahlseilen in luftiger Höhe überqueren lässt.

In Pottenstein dürfen schon Kinder ab vier Jahren klettern

Im Kletterwald bei Pottenstein — www.kletterwald-pottenstein.de — können schon Kinder ab vier Jahren in einer Höhe von eineinhalb Metern erste Klettererfahrungen sammeln. Ähnlich wie auf Skipisten werden dort die Parcours je nach Schwierigkeitsgrad mit verschiedenen Farben gekennzeichnet. Der neueste Klettergarten in der Region ist der vor zwei Wochen in Zirndorf eröffnete Kletterwald Weiherhof (www.kletterwald-weiherhof.de). Dort werden in regelmäßigen Abständen Events, wie zum Beispiel Nachtklettern, veranstaltet.

Bei passendem Wetter sind die genannten Kletterwälder während der Sommerferien jeden Tag geöffnet. Die Eintrittspreise schwanken je nach Alter oder Körpergröße von neun bis 22 Euro pro Person und Tag.

Während Klettergärten in Wäldern zwischen Bäumen aufgebaut sind und der Spaß an der sportlichen Betätigung beim Klettern in luftiger Höhe im Vordergrund steht, sind Hochseilgärten eher dazu geeignet, einen erlebnispädagogischen Auftrag zu erfüllen. Schulklassen, Vereinsmannschaften, Jugendgruppen oder Managerteams nehmen das Angebot wahr, um unter Aufsicht von geschulten Kräften in den meist frei stehenden Hochseilgärten Dinge wie Selbsterfahrung, Teamgeist und Koordination zu trainieren. Für derartige Seminare und Programme ist in der Regel eine Anmeldung beim jeweiligen Veranstalter erforderlich. Auch ist mit höheren Kosten zu rechnen.

Hochseilgärten findet man beispielsweise in Nürnberg (www.pfuetze-garten.de), in der Nähe von Ebermannstadt (www.burg-feuerstein.de) oder in Hollfeld (www.funtasticevents.de).