Kommentar: Warum die Absage des Oktoberfestes richtig ist

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Roland Englisch

Nürnberger Nachrichten

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21.4.2020, 13:56 Uhr

Das Annafest in Forcheim. Die Bergkirchweih in Erlangen. Das Bardentreffen in Nürnberg. Die Reihe so beliebter wie wichtiger fränkischer Großveranstaltungen ließe sich beliebig fortsetzen, die in diesen Tagen dem Corona-Virus zum Opfer gefallen sind. Nirgends ist den Verantwortlichen die Absage leicht gefallen, alle haben das Für und Wider abgewogen, darauf gehofft, dass sich bis zum Frühling, zum Sommer die Lage ändern könnte. Am Ende stand aber immer die gleiche Entscheidung, schien das Risiko zu groß.

Von bierseligen Menschenmassen geht nun mal eine etwas andere Gefahr aus. Sie halten sich im Überschwang der Gefühle an keine Abstandsregel mehr. Und welchen Nutzen biergetränkte Mundschutzmasken noch haben sollen, kann sich jeder selbst ausmalen. Das gilt auch und gerade für die Wiesn. Bei fränkischen Festen hätte sich mit roher Gewalt noch argumentieren lassen, dass sie weitgehend auf die örtliche Bevölkerung beschränkt bleiben. Wobei spätestens seit den Starkbierfesten im Landkreis Tirschenreuth jedem klar sein sollte, dass auch das niemanden schützt.


Bestätigt! Münchner Oktoberfest findet 2020 nicht statt


Die Wiesn aber ist ein internationaler Magnet. Mehr als zwei Millionen Gäste zieht sie aus allen Regionen dieser Erde an. Auch aus Asien. Und aus den USA. Dass in Asien, speziell in China, die Fallzahlen der Wirklichkeit entsprechen, ist mehr als zweifelhaft. Und dass die USA mit ihrem irrlichternden Präsidenten die Corona-Krise in den Griff bekommen, ist es ebenso fraglich.

Das Oktoberfest ist als Virenschleuder bekannt

Zumal das Oktoberfest als Virenschleuder bekannt ist. Jedes Jahr steigt nach dem Bierfest in München die Rate der an Erkältungen Erkrankten drastisch an. Schon die räumliche Nähe, dazu der direkte und gerade in Wiesnzelten auch intensivierte Körperkontakt sorgen dafür. Wiesngrippe nennen das die Ärzte. SARS-CoV-2 wäre begeistert gewesen über die Möglichkeiten, die sich ihm in München geboten hätten.

Die Verantwortlichen in der Politik haben schon seit Tagen angedeutet, in welche Richtung nun der Zug auch in München fahren wird. Jetzt haben sie die Weichen offiziell gestellt. Alles andere wäre allerdings auch ein Hammer gewesen. Denn warum die Wiesn im September sinnvoll sein soll, die Bergkirchweih im Mai aber nicht, das hätten sie erst einmal erklären müssen. Sie hätten es nicht gekonnt. Und so ist das Aus für das Oktoberfest nur folgerichtig.


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