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Stichwahlen am Sonntag: Showdown in den Großstädten

Entscheidungen in München, Regensburg, Würzburg und Erlangen - 28.03.2014 13:55 Uhr

Sie müssen am Sonntag zittern: Die Münchner Oberbürgermeisterkandidaten Dieter Reiter (links, SPD) und sein CSU-Konkurrent Josef Schmid (rechts). © dpa


Vor dem Wahlsonntag übt sich CSU-Chef Horst Seehofer in stoischer Gelassenheit: „Soweit ich das beurteilen kann, haben wir überall alles in die Waagschale geworfen, was zur Verfügung steht“, sagte Seehofer am Donnerstagabend bei der Schlusskundgebung des Münchner OB-Kandidaten Josef Schmid. „Jetzt müssen die Leute entscheiden.“

Die Leute, das sind die Wähler in München und 260 weiteren bayerischen Gemeinden, Städten und Landkreisen, in denen am Sonntag Stichwahlen anstehen.

Die Auseinandersetzung in München wird bundesweit die größte Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Überregional bedeutend sind neben München aber auch die Stichwahlen in vier weiteren großen Städten und in 18 Landkreisen. Bis zu den diesjährigen Kommunalwahlen waren 46 der 71 bayerischen Landkreise CSU-regiert, 14 Landräte stellten die Freien Wähler und 11 die SPD.

In der Landeshauptstadt hört der populäre Oberbürgermeister Christian Ude auf. SPD-Nachfolgekandidat Dieter Reiter lag zwar im ersten Wahlgang um knapp vier Prozentpunkte vor dem CSU-Herausforderer Josef Schmid. Doch Reiter ist wenig öffentlichkeitswirksam. Die Münchner SPD erlitt vor knapp zwei Wochen bei der Stadtratswahl hohe Verluste, so dass in den vergangenen zwei Wochen motivierte CSU-Wahlkämpfer einer in die Defensive geratenen SPD gegenüber standen.

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Der CSU nutzen könnte die Unzufriedenheit vieler Münchner mit der Entwicklung ihrer Stadt – angefangen von den rasant steigenden Mieten über fehlende Krippenplätze bis zu dem von der CSU unermüdlich thematisierten Problem stinkender Schultoiletten. Für Reiter und die SPD negativ auswirken könnte sich der Eindruck, dass eine träge Stadtverwaltung die Anliegen der Bürger ziemlich lässig schleifen lässt.

Der SPD helfen wird jedoch voraussichtlich die Wahlempfehlung der Münchner Grünen für Reiter. Ude jedenfalls tut so, als könne die SPD gar nicht verlieren. „Dieter Reiter wird die Tradition sozialdemokratischer Bürgermeister fortsetzen, wenn auch mit schwierigeren Mehrheitsverhältnissen“, sagte er am Freitag in München. Für die SPD hätte eine Niederlage in München jedenfalls schlimmere Folgen als für die CSU. Denn eine Schlappe in der jahrzehntelang SPD-dominierten Landeshauptstadt hätte Symbolwirkung über Bayern hinaus – ein weiteres Zeichen des schier unaufhaltsamen Niedergangs der Sozialdemokraten in Süddeutschland.

Auch für die CSU ging die erste Runde der Kommunalwahlen schlechter aus als von Seehofer und den Parteistrategen erhofft. Der Stimmanteil der CSU in Kreistagen, Gemeinde- und Stadträten fiel unter die 40 Prozent. Bei den Stichwahlen hofft die CSU, nicht nur das Münchner Rathaus zu erobern, sondern auch die letzten zwei SPD-regierten Landkreise in Oberbayern zu erobern.

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Problemzonen für die CSU sind dagegen unter anderem Stadt und Landkreis Regensburg und die Stadt Erlangen, wo der langjährige Oberbürgermeister Siegfried Balleis in die Defensive geraten ist. Am Sonntag muss er in die Stichwahl gegen SPD-Herausforderer Florian Janik. Mit einer guten Ausgangsposition geht die CSU hingegen in Würzburg in die Stichwahl.

Wichtige Stichwahlen in der Region finden außerdem in Forchheim und Ansbach sowie in den Landkreisen Erlangen-Höchstadt und Neustadt/Aisch-Bad Windsheim statt. Alle Stichwahlen in der Region finden Sie hier im Überblick.

Auch im Landkreis Bamberg finden noch vier Stichwahlen statt.

Seehofer machte nach dem ersten Wahlsonntag lokale Ursachen für das mäßige Abschneiden der CSU verantwortlich. Sollten die Stichwahlen ein Erfolg für die Christsozialen werden, will der CSU-Chef aber auch die Lorbeeren den örtlichen Kandidaten überlassen: „Dann bleibt's auch lokal.“

Sehr hoffnungsfroh ist jedenfalls Freie Wähler-Chef Hubert Aiwanger. Die Freien Wähler stellen bisher 14 Landräte. Elf Landratsposten haben sie in der Zwischenbilanz nach dem ersten Wahlsonntag, acht Freie Wähler-Kandidaten sind in der Stichwahl. Ich bin überzeugt, dass wir von den acht mindestens fünf gewinnen“, sagt Aiwanger.

In unserem nordbayern.de-Wahl-Special erfahren Sie alles über Ihre Bürgermeister- und Landtagskandidaten in Ihrer Region. Zudem halten wir Sie auf dieser Seite vor, während und nach der Stichwahl am 30. März immer auf dem aktuellen Stand. 

dpa

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