Kriminalfall Peggy
Bild von Peggy auf dem Altar der Kirche des oberfränkischen Ortes Lichtenberg (Archivbild vom 16.05.2001)

Am 7. Mai 2001 verschwand die neunjährige Peggy spurlos aus ihrem Wohnort Lichtenberg (Oberfranken). Obwohl von Anfang an Zweifel an seiner Schuld bestanden, wurde 2004 ein geistig behinderter Nachbar wegen Mordes an Peggy zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Trotz vieler Widersprüche und Ungereimtheiten lehnte es die Staatsanwaltschaft jahrelang ab, den Fall wieder aufzurollen. Erst nach Medienrecherchen und dem Film von Christian Stücken "Mord ohne Leiche" nahm die Staatsanwaltschaft in Bayreuth im Juli 2012 eigene Ermittlungen auf. Darüber hinaus hatte der Unterstützerkreis des Nachbarn schon seit Jahren jedes Dokument gesammelt, das die Unschuld des heute 36-Jährigen beweisen sollte. 2013 beantragte sein Anwalt ein Wiederaufnahmeverfahren. Diesem Ersuchen gab das Gericht Ende 2013 wegen erheblicher Zweifel an der Schuld des Nachbarn statt. Am 10. April 2014 begann der neue Peggy-Prozess vor dem Bayreuther Landgericht, in dem sich erweisen sollte, ob der geistig behinderte Nachbar Opfer eines Justizirrtums ist. Der Freispruch des Mannes folgte schließlich am 14. Mai. Anfang Juli 2016 nahm der Fall eine dramatische Wendung: Peggys sterbliche Überreste wurden gefunden.