Künast-Tweet nach Axt-Angriff verursacht Shitstorm

19.7.2016, 10:28 Uhr

Mit einer Axt und einem Messer griff der 17-Jährige gegen 21 Uhr die rund 20 Fahrgäste im Zug an. Anschließend floh er aus dem stehenden Zug und wurde von einem zufällig in der Nähe anwesenden Sondereinsatzkommando aufgespürt. Als der junge Mann die Beamten mit der Axt angriff, wurde er erschossen. Eine Vorgehensweise, die Grünen-Politikerin Renate Künast in einem Tweet kritisierte.

Die Reaktionen auf Twitter ließen nicht lange auf sich warten. Neben offenen Anfeindungen wird Künast nun auch mit dem Vorwurf konfrontiert, sie würde den Täter zum Opfer machen.

Nicht nur Privatpersonen kritisieren Künasts Äußerungen zu einem Zeitpunkt, zu dem der genaue Hergang der Bluttat noch vollkommen unklar ist. So hat sich mittlerweile auch die Polizei Oberbayern-Süd zu Künasts Tweet geäußert.

Künast jedoch bleibt bei ihrer Sichtweise, wie auch eine spätere Antwort auf die Frage eines anderen Users zeigt.

Der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft warf Künast "Klugscheißerei" vor. "Wenn Polizisten in der Form angegriffen werden, werden sie sich nicht auf Kung Fu einlassen. Das endet dann bedauerlicherweise manchmal mit dem Tod des Täters, ist aber nicht zu ändern", sagte Rainer Wendt der "Saarbrücker Zeitung". Das Vorgehen der Polizisten werde nun von der Staatsanwaltschaft untersucht und dann werde ein Urteil gefällt. "Da brauchen wir die parlamentarischen Klugscheißer überhaupt nicht."

Das bayerische Landeskriminalamt hat interne Ermittlungen aufgenommen. Dies sei ein üblicher Vorgang beim Schusswaffengebrauch von Beamten, sagte ein Sprecher. Die Ermittlung sollen klären, wie der Einsatz ablief und ob die Abgabe der tödlichen Schüsse gerechtfertigt war.

Der Artikel wurde um 10.28 Uhr aktualisiert.

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