Landkreis Fürth: Die Corona-Ampel steht auf Rot

23.10.2020, 12:30 Uhr
Im Landkreis Fürth steht die Corona-Ampel seit Donnerstag auf Rot. 

Im Landkreis Fürth steht die Corona-Ampel seit Donnerstag auf Rot.  © Rüdiger Wölk via www.imago-images.de, imago images/Rüdiger Wölk

Einen großen Anteil an der Ampelschaltung von Gelb auf Rot binnen eines Tages hat Zirndorf als größte Stadt im Landkreis. Dort tauchen die Bewohner des Ankerzentrums an der Rothenburger Straße in der Statistik auf. In der Aufnahmeeinrichtung wurden 58 Migranten positiv getestet – und damit mehr als jeder vierte der derzeit 210 Bewohner. Im Behördenjargon nennt sich das "lokal begrenztes Ausbruchsgeschehen".

Kreisweit 45 Corona-Positive

Darüber hinaus sind die Zahlen im Landkreis mit aktuell 45 Infizierten Kreissprecher Christian Ell zufolge überschaubar. Deshalb sieht das Landratsamt keinen Anlass, den Bewohnern im ganzen Landkreis weitere, über die Maßnahmen des gelben Werts hinausgehende Auflagen aufzubürden. "So können wir zum Glück abwenden, dass auch die Grundschüler im Unterricht Masken tragen müssen", ergänzt Behördensprecher Ell. Die Einschränkungen der Stufe Gelb bleiben vorerst bis Sonntag, 25. Oktober, in Kraft.

Trotz der hohen Zahl positiv Getesteter im Ankerzentrum zeigten bisher lediglich zwei Personen Symptome, sagt Martin Hartnagel, Pressesprecher der Regierung von Mittelfranken. Alle anderen Bewohner seien symptomfrei. Die positiv Getesteten sind innerhalb der Einrichtung isoliert, unter Quarantäne stehen alle Menschen, die zurzeit dort leben. Die Isolation hat das Gesundheitsamt am Landratsamt Fürth bis 4. November verlängert. Erste Reihentests seien abgeschlossen, der Gesundheitszustand der Bewohner werde überwacht. Die nächste Untersuchung steht laut Hartnagel am kommenden Montag an.


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Längst nicht mehr voll belegt

Die Belegung der Einrichtung mit 500 Betten wurde bereits vor dem 7. Oktober auf 210 Personen verringert, also noch bevor es dort den ersten Corona-Fall gab. Wie in allen Asylbewerber-Unterkünften greife ein spezielles Hygienekonzept. Mitarbeiter, die Kontakt mit den Geflüchteten hatten, wurden ebenfalls in Quarantäne geschickt. Einem Teil der Betroffenen wurde, da ihre Tätigkeit im Ankerzentrum unverzichtbar ist, nach einem negativen Ergebnis eine Sondergenehmigung erteilt, sodass sie weiterarbeiten konnten – allerdings nur in kompletter Schutzausrüstung.

Mitarbeiter, die Kontakt mit den Geflüchteten hatten, wurden ebenfalls in Quarantäne geschickt. Einem Teil der Betroffenen wurde, da ihre Tätigkeit im Ankerzentrum unverzichtbar ist, nach einem negativen Ergebnis eine Sondergenehmigung erteilt, sodass sie weiterarbeiten konnten - allerdings nur mit Schutzausrüstung.


Hintergründe zu den Zahlen, die das Robert-Koch-Institut veröffentlicht, finden Sie hier.

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