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Lange musikalische Bande

Rot(h)enburger Spielmannszüge pflegen liebgewonnene Tradition - 04.06.2019 11:48 Uhr

Schulterschluss: Christian Grunwald, Matthias Wildermann, Walter Hartl, Fritz Nied, Hartmut Leefers. Auftritt vor großer Kulisse: Der Spielmannszug Rothenburg war Gastgeber des Patenschaftstreffens. © Schäfer


Die Historiengruppen aus dem fränkischen Rothenburg und den Rotenburgs in Niedersachsen und Hessen musizierten abwechselnd und zusammen vor dem Rathaus zum großen Platzkonzert vor bunter Zuschauerkulisse. Für die Darbietungen gab es immer wieder kräftigen Beifall. Der Präsentiermarsch "König Friedrich der Große" war von emotionaler Wirkung mit Gänsehaut-Effekt. Auch der gemeinsame Umzug durch die Stadt zur Patenschaftseiche, die am Klingentor wächst und gedeiht, lieferte ein prächtiges Bild. Zur Freude der Einheimischen und Gäste der Stadt, die Handys und Fotoapparate zückten, um den harmonischen Auftritt der drei unterschiedlichen Gruppen im Bild festzuhalten.

Zu dem besonderen Anlass konnte Matthias Wildermann, Hauptmann des Spielmannszuges Rothenburg, auch Oberbürgermeister Walter Hartl, dessen beide Stellvertreter Kurt Förster und Dieter Kölle begrüßen sowie das Stadtoberhaupt von Rotenburg an der Fulda, Christian Grunwald, und Hartmut Leefers, stellvertretender Bürgermeister der Kreisstadt Rotenburg (Wümme), zu dem seit der Gebietsreform 1974 auch der kleine Ortsteil Waffensen mit dem gleichnamigen Spielmannszug gehört.

Hartmut Leefers erinnerte in einer berührenden Rede an die Gründung der Patenschaft mit den drei Spielmannszügen in den 1980er Jahren, die auf der Freundschaft mit dem Rothenburger Fritz Nied fußte und sich im Laufe der Jahrzehnte sehr erfreulich weiterentwickelte. Es haben sich auch neue Freundeskreise aufgebaut.

Fritz Nied war damals Hauptmann des Rothenburger Spielmannszuges und schon seit 1968 als Fanfarenbläser in der vierten Stimme aktiv. Die derzeit aktive Generation pflegt die Kontakte ebenfalls intensiv und herzlich. Seit 1983 gibt es alle zwei Jahre ein Patenschaftstreffen – immer am Wochenende mit dem Feiertag Christi Himmelfahrt. Im gegenseitigen Tausch begegnet man sich als Gastgeber und gern gesehene Gäste. Die Musik bringt sie zusammen – immer wieder aufs Neue.

Matthias Wildermann dankte in seiner Rede auf dem Marktplatz der Stadt für die finanzielle Unterstützung und persönliche Begleitung des Patenschaftstreffens. Er nutzte auch die Gunst der Stunde und warb mit einem leidenschaftlichen Appell für die Pfingst-Festspiele am kommenden Wochenende, an dem auch der Spielmannszug des Historischen Festspiels "Der Meistertrunk" tüchtig eingespannt ist.

Auf dem Marktplatz: Der Spielmannszug aus dem hessischen Rotenburg an der Fulda. © Schäfer


Während des offiziellen Teils erklang auch ein "Happy Birthday" im Chorgesang aus vielen Kehlen. Ein Trommelspieler aus Waffensen hatte Geburtstag und bekam ein Ständchen gesungen. In diesem Rahmen wurde dem Jubilar noch eine weitere besondere Ehre zuteil. Für seine 50-jährige ehrenamtliche Mitwirkung in der historischen Musikgruppe bekam er feierlich die Große Verdienstnadel in Gold überreicht.

Die Lukas-Röder-Mühle im Taubertal wurde beim jüngsten Patentreffen zum privaten Festgelände für die drei Spielmannszüge, um Kameradschaft und Freundschaft in geselliger Runde zu pflegen. Nicht zuletzt trug der Gasthof zum Ochsen als Anlaufstelle zum guten Miteinander bei. Die Gäste waren bei Kameraden einquartiert beziehungsweise nächtigten zünftig in der Realschul-Turnhalle.

Beim Patenschaftstreffen trat der Rothenburger Spielmannszug in voller musikalischer Spielstärke mit fast 60-köpfiger Besetzung an und in ihrer warmen Uniform, was bei der Hitze eine besondere Herausforderung ist. Auch an Pfingsten und an den Reichsstadttagen ist der Spielmannszug wichtiger Bestandteil des Programms. An vielen anderen Terminen ist er mit einer etwas kleineren Truppe von 20 bis 30 Mann unterwegs. Die Akteure sind nicht zu übersehen und schon gar nicht zu überhören mit ihren Landsknechts­trommeln, Querflöten und Fanfaren. Sie sind mit lautstarkem Engagement und Herzblut bei der Sache – zur eigenen Freude und als eingesetzter Werbeträger. 

sis

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