Brauen aus Passion

Drei Kreativbrauer aus Leidenschaft

24.6.2021, 09:46 Uhr
Willi Wohlfart, Jürgen Eichenmüller und Leon Oechsler (v. l.) haben ihre eigene Biermarke „Kuni-Bräu“ erschaffen und nutzen Wohlfarts Kupferkessel in Günthersbühl für ihre Experimente mit neuen Geschmacksrichtungen.

Willi Wohlfart, Jürgen Eichenmüller und Leon Oechsler (v. l.) haben ihre eigene Biermarke „Kuni-Bräu“ erschaffen und nutzen Wohlfarts Kupferkessel in Günthersbühl für ihre Experimente mit neuen Geschmacksrichtungen.

Das Projekt war eine spontane Idee, die Eichenmüller, dem Betreiber des Laufer Biergartens Kunigundenberg, und seinem langjährigen Freund Wohlfart 2019 bei einem kühlen Bier im Garten von dessen Brauerei in Günthersbühl einfiel.Der Brau- und Malzmeister Wohlfart baute vor rund 20 Jahren den ehemaligen Schweinestall des Familienhofes zu seiner eigenen kleinen „Kreativbrauerei“ um, ausgestattet mit teuren Kupferkesseln und der nötigen Technik. Dort bietet er auch seine Biere im klassischen und im Craft-Beer Stil an. Er habe einen „Hang zum Außergewöhnlichen“, sagt Wohlfart.

„Das Projekt war eine spontane Idee, die Eichenmüller, dem Betreiber des Laufer Biergartens Kunigundenberg, und seinem langjährigen Freund Wohlfart 2019 bei einem kühlen Bier im Garten von dessen Brauerei in Günthersbühl einfiel.Der Brau- und Malzmeister Wohlfart baute vor rund 20 Jahren den ehemaligen Schweinestall des Familienhofes zu seiner eigenen kleinen „Kreativbrauerei“ um, ausgestattet mit teuren Kupferkesseln und der nötigen Technik. Dort bietet er auch seine Biere im klassischen und im Craft-Beer Stil an. Er habe einen „Hang zum Außergewöhnlichen“, sagt Wohlfart.

Zwei Brauer und ein Neuling

“Ich fand seine Biere klasse und wollte selbst wieder brauen und Neues ausprobieren“, sagt der 52-jährige Eichenmüller, der vor etwa 30 Jahren Brauwesen in Weihenstephan studiert hatte. Schließlich meldete auch der 21-jährige Leon Oechsler, der Neffe eines ehemaligen Bandkollegen von Eichenmüller, sein Interesse an und die drei wurden zum Brau-Team.

„Es gibt nichts Besseres, als sein selbst gebrautes Bier zu zapfen“, sagt Wohlfart. Durch einen fein strukturierten Fünf-Stufen-Plan werden Wasser, Malz, Hopfen und Hefe zu Bier. Zu Beginn wird Getreide zu Malz gemahlen und mit Wasser vermischt, das dem Malz die Stärke entzieht. Die Enzyme im Getreide verwandeln die Stärke in Zucker. Die eingeweichte Lösung wird schließlich geläutert, also gefiltert, und zum Kochen gebracht.

Dann wird der Hopfen hinzugegeben, der den Geschmack des Bieres bestimmt. Die Brauer haben beim Hopfen die Auswahl zwischen Hunderten von Geschmacksrichtungen, von bitter, bis würzig, erdig oder süß. Es ist die Hopfenart, der später das Craft-Beer zum Beispiel nach Ananas schmecken lässt, denn nach dem deutschen Reinheitsgebot von 1516 sind zusätzliche Aromen beim Brauen verboten.

Schließlich wird der gekühlte Sud mit Hefe gemischt, die im mehrtägigen Gärungsprozess den Zucker vergärt und dabei Alkohol und CO2 produziert. Anschließend reift das Bier fünf bis sechs Wochen im Fass, und wird dabei regelmäßig probiert, weil sich der Geschmack ständig verändert. „Wenn man schließlich mit dem Geschmack zufrieden ist, wird das Bier analysiert, der Alkohol- und Zuckergehalt gemessen und das Rezept geschrieben“, erklärt Wohlfart.

Weil er in seiner kleinen Brauerei keine Flaschen abfüllen kann, arbeitet das Team „Kuni-Bräu“ seit Kurzem mit der Laufer Brauerei Dreykorn zusammen. Dort werden die Rezepte der drei in größerem Stil produziert und für den Handel in Flaschen und Fässer gefüllt. „Allerdings wird das Bier trotz Rezept nie genau gleich schmecken. Bereits das unterschiedliche Wasser beeinflusst den Geschmack“, sagt Eichenmüller.

Gute Biere sind anfangs ein Experiment

„Beim Brauen hat man unglaublich viele Möglichkeiten. Jede Zutat beeinflusst den Geschmack, es gibt allein rund 50 verschiedene Malzsorten“, sagt Wohlfart. Ob die Zutaten passen und das Bier schmeckt, ist also letztendlich ein Experiment. Aus diesen Experimenten entstanden auch die zwei jüngsten Biere des Teams, ein Helles, das nach Pfirsich schmeckt, namens „Waikiki Peach“ und ein „Sommerseidla“ mit Zitronenaroma.

Mit dem Erlös aus dem Verkauf wollen die drei wieder Neues ausprobieren. „Ich würde gerne mal ein Bio-Bier brauen und ein Heimatseidla, für das nur Zutaten aus der Region verwendet werden“, sagt Eichenmüller. Die Ideen gehen den Laufern erst mal nicht aus und sie planen groß, sagt Wohlfart: „Wir überlegen eine Erlebnisbrauerei zu gründen, die besichtigt werden kann. So eine fehlt noch in Lauf.“

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