Spaltung der Gesellschaft

Fitnesstudio in Schnaittach provoziert mit Werbung

2.10.2021, 20:46 Uhr
Vor 32 Jahren öffnete Klaus Hopf das „Life“ in Schnaittach.

Vor 32 Jahren öffnete Klaus Hopf das „Life“ in Schnaittach. © Udo Schuster

Besitzer Klaus Hopf wirbt seit Mitte September mit neuen Öffnungszeiten nur für Corona-Geimpfte und seit dieser Woche auch mit Öffnungszeiten exklusiv für Ungeimpfte. Dass er damit wortreiche Reaktionen auslöst, von Impfbefürwortern und -skeptikern, war Hopf nicht nur bewusst, es war seine Absicht.

„Ich will zeigen, wie gespalten wir inzwischen sind. Auf Facebook zerfleischen sich die zwei Lager und meine Aufforderung ist: Geht nicht aufeinander los.“ Diese Erklärung veröffentlicht Hopf heute auch auf dem sozialen Netzwerk. „Wir haben die Anzeigen gleichzeitig entworfen und absichtlich zu verschiedenen Zeiten veröffentlicht“, sagt Hopf.

Natürlich will er damit Kunden anwerben, „wir sind ein kommerzielles Unternehmen“, aber vor allem will der 52-Jährige Kritik an einer Politik üben, die seiner Ansicht nach keine Wahlfreiheit lässt: „Wahrscheinlich kommt im ersten Bundesland bald die 1G-Regel.“

Er wolle den Kunden hingegen die freie Entscheidung ermöglichen. Für Ungeimpfte gibt es deshalb in seinem Fitnessstudio kostenlose Tests. Hopf ist selbst geimpft. Dazu hat er sich, wie er sagt, nicht aus Überzeugung entschieden, sondern aus Solidarität gegenüber Kunden, die sich unter anderem aus gesundheitlichen Gründen nicht impfen lassen können. Sie hätten starke Bedenken, in ein Fitnessstudio zu gehen.

Mit ablehnenden Reaktionen hatte Hopf gerechnet, doch die Heftigkeit der Beleidigungen und die Diskussionen in manchen Foren, in denen die Werbung aus Empörung geteilt worden war, erstaunte ihn. Während des Lockdowns hatte die Pegnitz-Zeitung bereits über das Studio „Life“ berichtet. Es war durchgehend geöffnet. Fünfmal stand die Polizei deshalb vor der Tür – und zog wieder ab, da Hopf eine Genehmigung des Landratsamts für das Abhalten von Gesundheitssport hatte. Er vermutet, dass Konkurrenten die Polizei gerufen haben.