"Vogelhof" startet Hilfsaktion

Heu aus Höflas für Tiere der Flutopfer

13.8.2021, 15:05 Uhr
Erich Vogel, Katharina Timmig und Loreen Wolf sind die Organisatoren der Heu-Spendenaktion für die Flutopfer. Für den Vogelhof in Höflas fiel die Ernte in diesem Jahr gut aus.

Erich Vogel, Katharina Timmig und Loreen Wolf sind die Organisatoren der Heu-Spendenaktion für die Flutopfer. Für den Vogelhof in Höflas fiel die Ernte in diesem Jahr gut aus. © Andrea Beck

Zusammen mit ihrem Mann, Erich Vogel, betreibt Timmig den Vogelhof in Höflas, auf dem die beiden unter anderem Pferde und Schafe halten. Die Vorstellung, dass den Bauern im Westen Deutschlands die Ställe davonschwammen, genau wie das Futter für die Kühe, Pferde, Schafe und Ziegen, die überlebt haben, weckte in Timmig, Vogel und ihrer Freundin Loreen Wolf das Bedürfnis, zu helfen.

Auf Beton wächst kein Gras

"Durch den vielen Regen in diesem Jahr ist die Heuernte bei uns in Franken sehr gut ausgefallen", sagt Vogel. Er benötigt jährlich rund 230 Ballen Heu für die Pferde, dieses Jahr wird er voraussichtlich insgesamt rund 300 Ballen ernten. Vogel kennt die Situation, wenn das Heu nicht reicht. In den vergangenen Jahren musste er durch die trockenen Sommer selbst Heu einkaufen.

"Die Bauern im Hochwassergebiet haben bis zur Ernte im nächsten Jahr kein eigenes Heu, der Boden, auf dem der Schlamm wie Beton liegt, ist zerstört. Wahrscheinlich wird die nächste Ernte auch nicht gut ausfallen." Also haben die drei Freunde am vergangenen Donnerstag einen Entschluss gefasst: Sie wollen Heu an die Flutopfer spenden. Nur wie soll das Heu in den Westen kommen und wo soll es lagern, wenn alle Scheunen zerstört sind? Bei der Recherche nach Möglichkeiten sieht Timmig, dass die Hilfsorganisation für Landwirte "Equivent", bei der der Vogelhof schon seit einiger Zeit Fördermitglied ist, Hilfen für die Flutopfer organisiert. "Sonst helfen sie vor allem in Rumänien, doch der Sitz von Equivent ist im Münsterland. Deswegen war sofort klar, dass sie auch in ihrer Heimat helfen werden."

Für die drei ist der Kontakt zu Equivent ideal, denn die Organisation hat bei Gütersloh einen ehemaligen Militärflughafen zur Lagerhalle für Landwirte umfunktioniert und verteilt von dort aus die zahlreichen Spenden, wie Heu und Kraftfutter an die Landwirte. Für Vogel, Timmig und Wolf ist der Verein eine vertrauenswürdige Adresse. "Wir werden zwar nicht so viel spenden können wie etwa der Bauernverband, der aus dem Landkreis schon 33 Lkw losgeschickt hat, aber ein wenig ist besser als nichts", sagt Timmig.

Die Suche nach Lkw-Fahrern

Vielleicht wird es am Ende doch mehr als "ein wenig", denn ein Facebook-Aufruf der drei auf der Suche nach Lkw-Fahrern, die neben ihrer Arbeitszeit nach Gütersloh fahren können, entfacht ein unerwartetes Interesse. "Ab dem Post hat das Smartphone ununterbrochen geklingelt. Aber nicht Spediteure haben sich gemeldet, sondern Bauern, die ebenfalls ihr Heu spenden wollen", sagt Timmig. Landwirte aus Dehnberg, Simonshofen, Heuchling, Leinburg, Gräfenberg und sogar Bamberg haben sich bei den dreien gemeldet, weil sie sich beteiligen wollen.

"Inzwischen bekommen wir wohl sechs Lkws mit Heuballen voll, aber wir haben erst vier Fahrer, die sich aus unserem privaten Umfeld gemeldet haben", sagt Vogel. Die Fahrer haben in der aktuellen Ferienzeit weniger zu tun als sonst, oder haben sogar von ihrem Chef das Okay bekommen, die Fahrt in den Westen einzuschieben. "Am morgigen Freitag fährt der erste Lkw los. Wir hoffen, dass es noch einige mehr werden", sagt Vogel. Und auch Heuspenden sind willkommen.

Um Spender und Fahrer zu finden, haben sich die drei nun an die Medien gewandt. In den kommenden Tagen wird Energy Nürnberg ein Interview mit Loreen Wolf übertragen. Timmig geht davon aus, dass die Aktion mehrere Wochen andauert. "Jeder, der sich beteiligen will, kann sich melden. Jeder Heuballen wird gespendet."

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