Nur noch 100 Dosen am Tag

Kaum jemand lässt sich noch impfen

6.9.2021, 13:53 Uhr
Die Impfkampagne im Nürnberger Land kommt ins Stocken.

Die Impfkampagne im Nürnberger Land kommt ins Stocken. © Pegnitz-Zeitung

Die Zahlen, die das Landratsamt nennt, sind allerdings mit Vorsicht zu genießen. Darin fehlen wenigstens teilweise jene Dosen, die Betriebsärzte verabreicht haben. Auch sind Impfungen, die zwar an Landkreisbürger, aber nicht im Landkreis verabreicht wurden, nicht erfasst. Möglich ist, dass viele in Nürnberg oder Erlangen geimpft wurden – es gibt schließlich jede Menge "Auspendler". Umgekehrt müssten die dortigen Quoten dann zu hoch sein.

Doch die Grafik zeigt es gut: Die Impfkampagne, die am 27. Dezember in den Seniorenheimen begann und dank den Hausärzten im April an Fahrt aufnahm, hat auch im Landkreis stark an Geschwindigkeit eingebüßt. Fanden etwa Ende April binnen einer Woche fast 8000 Erstimpfungen statt, so waren es Ende August nur noch knapp 700. Und das liegt wohl nur zum Teil an den Sommerferien: Bereits seit Ende Juni, spätestens Anfang Juli lahmt der "Impfturbo".

Mehr Zweit- als Erstimpfungen?

In der offiziellen Statistik haben die Zweit- längst die Erstimpfungen überholt. Was skurril klingt, hat einen simplen Hintergrund: Beim Vakzin des Herstellers Johnson & Johnson ist nur eine Spritze erforderlich.

Die Landratsämter bemühen sich nun, durch Impfaktionen wieder mehr Menschen dazu zu bewegen, sich schützen zu lassen. Zum Einsatz kommen dabei mobile Teams. Das Impfteam der Malteser etwa, die im Auftrag des Landkreises das Röthenbacher Impfzentrum betreiben, ist im September im ganzen Landkreis unterwegs. So kann man sich etwa am Samstag, 18. September, von 9.30 bis 14.30 Uhr beim Igelwirt in Osternohe impfen Lassen (Igelweg 6) und tags darauf, am Sonntag, von 9.30 bis 15 Uhr im Hüttenbacher Feuerwehrhaus. Es braucht keinen Termin, geimpft werden auch Kinder ab zwölf Jahren.