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Bergwacht probte am Schlossberg in Osternohe

Übung unter Pandemiebedingungen - 18.01.2021 18:22 Uhr

Die Bergwacht Lauf/Hersbruck übte am Samstag gemeinsam mit den Kollegen aus Nürnberg. Zum Einsatz kam ein spezielles Geländefahrzeug, mit dem der Rettungsschlitten den Berg hoch gezogen wurde.

17.01.2021 © Pegnitz Zeitung


Wer am Samstag zu seinem Wintersportvergnügen am Liftparkplatz oben am Schlossberg sein Fahrzeug parkte, konnte schon erschrecken,. Gleich fünf Fahrzeuge des Bergrettungsdienstes sowie Männer und Frauen in ihrer Bergwachtkleidung standen in kleinen Trupps um mehrere Rettungsschlitten. Aber rasch war auch den Gästen am Berg klar, dass kein schlimmer Unfall passiert war.

Die Liftanlagen stehen zwar überall im Einzugsbereich der bayerischen Bergwacht still, aber alle Wintersportbegeisterte wollen raus in die Natur, in den Schnee. Da nun aber die steileren Hänge der Pisten insbesondere von Schlittenfahrern genutzt werden, bleiben Unfälle auf der Piste dennoch nicht aus.

Auch Skilanglauf will gelernt sein

Auch das Gleiten in der Spur, mit dem Halten des Gleichgewichtes auf den ungewohnt schmalen Langlaufski will gelernt sein. Dies ist für Anfänger in der Loipe nicht immer ganz einfach und deshalb passieren auch in der Loipe immer wieder Unfälle. Und dann ist die Bergwacht gefordert, Menschen im unwegsamen Gelände zu Retten.

Im Landkreis ergänzen sich bei Einsätzen die beiden Bergwachtbereitschaften aus Lauf/Hersbruck und Nürnberg gegenseitig und deshalb war es naheliegend, auch bei einer Übung miteinander die Rettungshandgriffe von der Erstversorgung bis zur Übergabe des Verletzten an den Rettungswagen oder den Rettungshubschrauber zu trainieren.

Üben unter Pandemiebedingungen

Insgesamt waren 19 Bergwachtmitglieder bei der Unterweisung und Übung im Einsatz. Ausbildungsleiter war Veit Lösch von der Laufer Bereitschaft. Unterstützt wurde er vom Bereitschaftsleiter der Bergwacht Lauf/Hersbruck, Benjamin Grund, sowie vom Nürnberger Bereitschaftsleiter Andreas Schrödel.

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Geübt wurde, unter Infektionsschutzmaßnahmen wie im Ernstfall, zunächst die Anfahrt der Retter auf Skiern zum Patient. Danach ist immer sofort die Sicherung der Unfallstelle erforderlich. Mit auf dem Weg zum Hilfesuchenden ist ein Rettungsschlitten, der als Akia bezeichnet wird. Dieser dient dazu, einen Patienten von der Piste oder auch mitten aus verschneitem schwer zugänglichem Gelände abzutransportieren. Er besteht aus einer Wanne aus Aluminium, in die der Patient auf einer Vakuummatratze und in einem Bergesack vor Kälte und Schnee geschützt, gelegt und fixiert wird.

Mit Muskelkraft den Berg hinauf

Vorne und hinten befinden sich Holme, mit denen die Bergretter den Akia steuern und bremsen können. Zusätzlich ist vorne unter dem Akia für steile Passagen eine Bremskette angebracht, die ihn bremst, wenn der vordere Bergretter seine Holme nach unten drückt. Dieses Szenario konnten die anwesenden Wintersportler am Schloßberg zigfach live miterleben und bekamen dadurch gleichzeitig einen Einblick in die ehrenamtliche Arbeit.

Da der Skilift nicht in Betrieb war, mussten die Kameraden teilweise den Akia selbst mit Muskelkraft nach oben ziehen. Sehr hilfreich war in diesem Zusammenhang auch der Einsatz eines sogenannten ATV (All Terrain Vehicle, übersetzt etwa Fahrzeug für jedes Gelände, d. Red.) mit Raupen, welches mit dem sogenannten Snow-Track-System ausgerüstet ist. Damit zog man den Akia samt einer 90 Kilogramm schweren Übungspuppe den Berg hoch.

Wer Interesse an der ehrenamtlichen Mitarbeit hat, kann sich auch auf der Internetseite der Bergwacht www.bergwacht-bayern.de/lauf-hersbruck.html informieren.

Udo Schuster

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