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Hinter den Kulissen: Dreh zum Franken-Tatort in Rockenbrunn

Schauspieler äußern sich über Fans: "Der Umgang ist liebevoller" - 28.07.2015 17:10 Uhr

Ein Mord führt die Ermittler zum Gasthof Rockenbrunn, dass in der Folge dann natürlich einen anderen Namen bekommt.

© Mark Johnston


Unauffällig mischt sich der Radfahrer am Drehort unter die beobachtenden Journalisten, versucht einen Blick auf die Schauspieler zu erhaschen. Mit dem Smartphone knipst und filmt er bei jeder Gelegenheit, achtet aber darauf, nicht in den Vordergrund zu treten. Es dauert eine ganze Weile, bis dem Drehteam auffällt, dass der Mann gar nicht zu den Journalisten gehört. Sie bitten ihn freundlich, den Drehort zu verlassen.

Szenen wie diese sind typisch beim Dreh für den zweiten Franken-Tatort. Am Dienstag stehen die Kameras in Röthenbach an der Pegnitz bei Nürnberg, Schauplatz ist der Gasthof Rockenbrunn. „Wenn in Berlin oder München abgesperrt wird, fahren die Leute einfach weiter und denken sich: Schon wieder ein paar Idioten, die einen Film drehen“, erzählt Hauptdarsteller Fabian Hinrichs. In Franken sei das anders. „Der Umgang ist liebevoller“, sagt der Schauspieler.

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Behind the Scenes: Der Franken-Tatort im Röthenbacher Gasthaus

In der zweiten Franken-Tatort-Folge mit dem Titel "Das Recht sich zu sorgen", die im Frühjahr 2016 ausgestrahlt wird, beschäftigen gleich drei Fälle das neue Ermittlerteam. Einer davon wurde am Dienstag im Gasthaus Rockenbrunn in Röthenbach an der Pegnitz gedreht.


In der zweiten Franken-Ausgabe des ARD-Kultkrimis müssen die Ermittler Felix Voss (Hinrichs) und Paula Ringelhahn (Dagmar Manzel) gleich drei Fälle lösen: In dem Gasthof in Röthenbach findet die Tochter der Wirtsleute ihre Mutter erwürgt in der Gaststube. Derweil stößt ein Doktorand in der Knochensammlung des Instituts für Anatomie der Universität Würzburg auf einen fremden Schädel, und vor dem Nürnberger Polizeipräsidium protestiert eine Frau gegen die Weigerung der Ermittler, ihren vermissten erwachsenen Sohn zu suchen.

Gedreht wird bis Mitte August, im Fernsehen soll der Film dann im Frühjahr kommenden Jahres zu sehen sein. Bei den Menschen in der Region ist das Interesse am „Tatort“ riesig. Innerhalb von zwei Wochen meldeten sich mehr als 2500 Komparsen. „Jeder will mitmachen“, sagt Produzentin Uli Putz.

Bei allem Interesse blieben die Menschen aber stets zurückhaltend. Hinrichs erzählt von einem Dreh in einem kleinen Dorf, der nachts stattfand. Vom Balkon eines Hauses war der Drehort bestens einsehbar. Zwei Bewohner hatten es sich dort gemütlich gemacht. „Die waren ganz ruhig und haben die ganze Nacht zugeschaut“, beschreibt Hinrichs.

Doch die Begeisterung hat auch eine Kehrseite. „Wir werden ganz genau beäugt“, sagt Putz. Alle regionalen Details müssen stimmen. Nach dem ersten Franken-Tatort gab es Beschwerden, weil ein im Film gezeigter Tunnel gar kein Nürnberger Tunnel war.

Da ein Drehort oft ganz bestimmte Merkmale benötige, müsse das Team Orte zusammenführen, erklärt Redakteurin Stephanie Heckner. So kann es passieren, dass ein Fluss, der im Film direkt an einem Gasthaus vorbeifließt, in Wirklichkeit weit entfernt liegt. Heckner erklärt das so: „Das ist ein Film, wir bauen Welten.“

Dieses Video wird präsentiert von Franken-Fernsehen:

Simon Ribnitzky, dpa

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