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Interaktive Tafel mit Touchscreen: Lauf steckt viel Geld in Digitalunterricht

Stadt investierte rund 700.000 Euro in den vergangenen zwei Jahren - 19.04.2021 11:53 Uhr

In der Rudolfshofer Grundschule überreichten die Zuständigen der Stadt Lauf den Rektoren einige Exemplare der 225 neuen Tablets für Lehrer und Schüler. Mit dabei waren (von links) Ulrike Kohlitz, Rektorin der Grundschule Heuchling, Stefan Müller, Fachbereichsleiter „Familie und Soziales“, Bürgermeister Thomas Lang, Stefan Harries, Fachbereichsleiter „IT“, Martina Brix, Rektorin der Bertlein-Grundschule, Rüdiger Brix, Rektor der Bertlein-Mittelschule, Kirsten Hartung, Rektorin der Rudolfshofer und der Kunigunden-Grundschule, Michael Kirstein, Rektor der Kunigunden-Mittelschule, und Julia Iris Hänfling, Mitarbeiterin des Fachbereichs „IT“.

19.04.2021


Es war einmal, vor etwa 20 Jahren, da schrieben die Schüler im Nürnberger Land mathematische Formeln mit Kreide auf die grüne Tafel und hielten ihre Referate mit Hilfe eines Overhead-Projektors. Doch als plötzlich zauberhaft blinkende Quader von Nokia bezahlbar wurden, brach ein neues Zeitalter an – die Digitalistik.

Vom Beamer über das Whiteboard, bis zum interaktiven Tafelsystem mit Touchscreen steigerten sich die Möglichkeiten für Lehrer und Schüler. Und um diese zu unterstützen, hat die Stadt Lauf tief in die Tasche gegriffen: Rund 700 000 Euro investierte sie in den vergangenen zwei Jahren in Laptops und Tablets, W-Lan-Anschlüsse und Klassenzimmerausrüstung. Dank Förderprogrammen von Bund und Freistaat gibt es den Großteil des Geldes wieder zurück.

Die Rektoren der Laufer Grund- und Mittelschulen durften nun erneut Pakete auspacken: Die Stadt übergab ihnen vergangene Woche 225 Tablets, inklusive Schutzhülle und Tastatur, für jeweils rund 1000 Euro. Sie dienen unter anderem als Leihgeräte für Schüler im Homeschooling.

Corona zeigt soziale Missstände

Der digitale Unterricht ist heute keine interessante Option mehr – er wird vorausgesetzt. Die Corona-Krise inklusive Distanz-Unterricht wurde zum neuen Treiber der digitalen Entwicklung, unter anderem an den Schulen im Nürnberger Land. Und die Krise machte einen sozialen Missstand besonders deutlich: Digitale Endgeräte wie Tablet und Laptop sind zu teuer, als dass alle Eltern sie für jedes ihrer Kinder kaufen könnten.

Viele Schüler in Lauf konnten Lernplattformen wie Microsoft Teams nur über ihr Smartphone nutzen oder sie ergatterten den einen Familien-Laptop, den sie mit ihren Eltern im Home-Office und den Geschwistern teilten. Die Laufer Schulen baten die Stadt um Hilfe und sie wurden gehört.

Die Mitarbeiter der Fachbereiche "Familie und Bildung" und "Informationstechnik" im Laufer Rathaus durchforsteten Förderprogramme, verglichen Geräte und ließen Anschlüsse installieren.

Ein Bündel an Förderpaketen

Die vier Programme von Bund und Freistaat "DigitalPakt", "Digitalbudget Bayern", die Sonderbudgets "Digitale Leihgeräte I & II" und das Sonderbudget für Lehrergeräte ermöglichten die Anschaffung von 50 digitalen Tafelsystemen für jeweils 7000 Euro und 400 Tablets für die städtischen Schulen.

Bei der symbolischen Übergabe der neuen Tablets an die Rektoren in der Rudholfshofer Grundschule lobte Laufs Bürgermeister Thomas Lang seine Mitarbeiter und die gute Zusammenarbeit mit den Schulleitern.

Den Laufer Schulen steht laut Lang im bayerischen Vergleich eine hervorragende digitale Ausrüstung zur Verfügung. "Früher mussten wir uns noch unseren eigenen Rotstift kaufen", sagte der ehemalige Gymnasiallehrer. "Inzwischen sind die nötigen Ausgaben gestiegen." Die Stadt Lauf leiste ihren Beitrag zur Unterstützung der Schulen in Coronazeiten in Form von Arbeitseinsatz und Endgeräten.

Schulleiter loben die Stadt

Zum Dank dafür waren die Schulleiter voll des Lobes für ihren Träger. "Je brisanter die Situation zuletzt wurde, desto besser wurde auch die Betreuung der Schulen durch die Stadt", sagte Rüdiger Brix, Rektor der Bertleinschule (Mittelschule II). Durch die neue Hardware werde den Lehrern und Schülern die Arbeit wesentlich erleichtert.

Michael Kirstein, Rektor der Laufer Kunigundenschule (Mittelschule I), verglich Lauf mit einer anderen Stadt. "Dort müssen die Schulen um jeden Seifenspender streiten, in Lauf bekommen sie eine hochprofessionelle technische Ausstattung", sagte Kirstein. Auch wenn der richtig Geld kostet. Ein Anliegen habe er trotzdem. "Wir bitten darum, dass diese Unterstützung nicht mit dem Ende der Pandemie aufhört, sondern wir den Weg der Digitalisierung weiter gehen."

Andrea Beck

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