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Kein Windrad bei Neunhof

Bayerischer Verwaltungsgerichtshof hat entschieden - 29.07.2013 21:00 Uhr

So hätte es aussehen können, das Windrad bei Neunhof. Der Verwaltungsgerichtshof hat jetzt beschieden: Es darf nicht gebaut werden. (Die Abbildung ist nicht maßstabsgetreu.) © PZ-Archiv


Somit ist das Aus für eine solche Anlage in diesem Bereich besiegelt. Nicht zuletzt auch, weil eine Revision nicht mehr zugelassen wird. Damit hat die Stadt Lauf mit ihrer Klage gegen die Genehmigung des Windrads durch das Landratsamt in zweiter Instanz doch noch Erfolg.

Bei einem Ortstermin hatte sich der Senat im Juni die Situation in Neunhof angesehen. © PZ-Archiv/ Fischer


Dadurch fährt aber auch die Bürgerinitiative (BI) Bullach/ Neunhof einen großen Sieg ein. Sie war es, die die Mehrheit im Stadtrat mit dem Slogan „nicht gegen den Bürgerwillen“ zur Klage gegen die Genehmigung antrieb. Und die BI war es, die nach der Niederlage vor dem Verwaltungsgericht in Ansbach die Räte bestärkte, vor dem obersten bayerischen Verwaltungsgericht in Berufung zu gehen.

Wie wichtig der VGH das Verfahren nahm und nimmt - schließlich wird das aktuelle Urteil Konsequenzen über Lauf hinaus haben - zeigte sich schon daran, dass die Richter Mitte Juni zu einem Ortstermin nach Neunhof gekommen waren und später im Laufer Sitzungssaal verhandelten. Bei diesem Termin – unter anderem im Welserschloss – konnten das Landratsamt als Genehmigungsbehörde, der Windradbetreiber Oliver Keßler aus Billerbeck und Bayerns oberste Denkmalschützer ihre Sicht der Dinge darlegen.

Denkmalschutz besiegelt Aus

Letztere mit Erfolg, wie das Urteil nun zeigt, das gestern über den Anwalt Armin Brauns bei der Stadt Lauf einging. Ausschließlich der Denkmalschutz verhindert danach das Windrad, alle anderen Gründe, ob Mensch oder Fledermaus, werden als nicht stichhaltig betrachtet.

„Ein Windrad“, so heißt es im Urteil unter anderem, „würde die künstlerische Wirkung des Welserschlosses und das Erscheinungsbild der Baudenkmäler als Teil des Gesamtbildes des Ortes, das von herausragender Bedeutung ist, erheblich beeinträchtigen“.

Ein Ortsbild allein müsse zwar durch Windräder „gewisse ästhetische Einbußen hinnehmen“, so die Richter. Aber: „Die Lage der Baudenkmäler mit den damit verbundenen Landschafts- und Sichtbeziehungen ist wesentlicher Teil der Denkmaleigenschaft. Bei Verwirklichung des Vorhabens drohen demnach die Denkmäler ihre Funktion als dominierende Landmarken zu verlieren.“ 

Clemens Fischer

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