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Kliniken "angespannt": Zehn Corona-Tote in fünf Tagen im Nürnberger Land

Ein Überblick über die aktuellen Intensivkapazitäten - 17.12.2020 12:16 Uhr

 Im Krankenhaus Rummelsberg steht aktuell nur noch ein Bett mit Beatmnungsmöglichkeit zur Verfügung.

17.12.2020 © Kiryl Lis/stock.adobe.com


Seit vergangenen Mittwoch, 0 Uhr, ist das öffentliche Leben bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr heruntergefahren. Einzelhandel, Gastronomie, Schulen und Kitas sind geschlossen, ebenso Friseursalons, Massagepraxen, Freizeit- und Kultureinrichtungen. Dazu Ausgangsbeschränkungen, die in den Stunden zwischen 21 Uhr und 5 Uhr gar zu Ausgangssperren werden.


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Harte Maßnahmen, die jedoch nötig wurden, nachdem die Infektionszahlen trotz des Anfang November beschlossenen Lockdown light nicht wie erhofft zurückgingen. Im Gegenteil: Wiederholt wurden in den vergangenen Wochen neue Höchststände an Corona-Infektionen registriert. Auch die Berichte des Landratsamtes belegen das hohe Niveau, auf dem sich die Zahlen der Neuinfektionen befinden: Nachdem über das vergangene Wochenende bis Montagnachmittag im Nürnberger Land 152 Neuinfektionen registriert wurden (eine Woche zuvor waren es im gleichen Zeitraum 161), waren es am Dienstag 72, am Mittwoch gab es 70 bestätigte Neuinfektionen.

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Ein Forschungsteam der Medizinischen Universität Wien kam zu dem Ergebnis, dass es eine Covid-19-Infektion mit mildem Verlauf offenbar in verschiedenen Verlaufsformen gibt. Bei der Untersuchung von 200 Erkrankten im Rahmen der Studie konnten insgesamt sieben Gruppen mit unterschiedlichen Erkrankungsformen ermittelt werden. Lesen Sie in unserer Bildergalerie, welche Symptomgruppen ermittelt wurden.


Zehn Tote binnen fünf Tagen

Auffallend ist auch die steigende Zahl der Todesfälle, die im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion vermeldet werden. Eine 87-Jährige aus Winkelhaid, ein 59-Jähriger aus Feucht, eine 99-Jährige aus Neunkirchen, eine 89-Jährige aus Schnaittach, eine 94-Jährige aus Winkelhaid, ein 79-jähriger Mann aus Winkelhaid, dazu die vier neuen Todesfälle von gestern: Allein zwischen vergangenem Samstag und Mittwoch sind zehn infizierte Personen im Nürnberger Land verstorben.

Eine Entwicklung, die sich auch in der Auslastung der Krankenhäuser im Landkreis widerspiegelt. "Die Lage ist ernst, aber noch beherrschbar", sagt Doris Strahler, Pressesprecherin des Klinikums Nürnberg, und erklärt: "Sollten die Zahlen allerdings wie bisher weiter steigen, kann es problematisch werden. Es kommen dann nicht nur mehr Covid-19-Patienten in die Kliniken, es stecken sich dann wahrscheinlich auch vermehrt Mitarbeiter an oder müssen in Quarantäne."


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Wie Sabine Stoll, Pressesprecherin Krankenhäuser Nürnberger Land, auf Nachfrage mitteilt, liegen im Krankenhaus Lauf (Stand: Mittwoch) aktuell insgesamt 25 Covid-19-Patienten, sechs von ihnen befinden sich auf der Intensivstation. Das Krankenhaus Altdorf behandle dagegen aktuell keine Corona-Patienten. Für beide Krankenhäuser stünden damit noch zwei Intensivbetten sowie acht auf Normalstation zur Verfügung. "Die Situation ist nach wie vor angespannt", bestätigt Sabine Stoll, stellt aber auch klar: "Für unsere beiden Krankenhäuser in Lauf und Altdorf ist noch kein Pandemie-Alarmfall ausgerufen worden. Wir schauen weiter von Tag zu Tag."


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Noch ein Intensivbett in Rummelsberg

Auch im Krankenhaus in Rummelsberg macht sich ein Anstieg der Belegung bemerkbar: Hier werden aktuell 31 Covid-19-Infizierte behandelt, acht von ihnen auf der Intensivstation. Damit steht nur noch ein Intensivbett mit der Möglichkeit zur Beatmung von Patienten zur Verfügung. Auf Normalstation sind laut Aussage von Dominik Kranzer, Pressesprecher des Krankenhauses Rummelsberg, noch drei Betten für die Betreuung von Covid-19-Erkrankter frei. Noch also hat das Krankenhaus seine maximale Auslastung nicht erreicht. Es bleibt zu wünschen, dass es durch weiter steigende Zahlen nicht bald an seine Grenzen stößt.

Daniel Frasch

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