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Kreisräte fordern Schnelltest-Offensive im Nürnberger Land

Antrag liegt vor und wird bei der nächsten Kreistagssitzung behandelt - 18.02.2021 15:34 Uhr

Die Forderung kommt von den Kreisräten Kristine Lütke und Alexander von Hoffmann (beide FDP), Evelyn Schötz (Linke) sowie Angelika Pflaum (Bunte Liste). Ihr Antrag wird in der nächsten Kreistagssitzung am 1. März um 14 Uhr in der Röthenbacher Karl-Diehl-Halle behandelt.

Vorbild des Vorgehens ist der Landkreis Böblingen in Baden-Württemberg. Er stellt seinen Bürgern bis zu zwei kostenlose Schnelltests pro Woche zur Verfügung, die sie in Testzentren durchführen lassen können.

Der Kreis Böblingen hat fast 400.000 Einwohner, dort gibt es fünf solcher Testzentren, die jeweils an Arztpraxen angegliedert sind. Per App auf dem Smartphone kann man maximal zwei Termine pro Woche ausmachen. Fällt der Schnelltest positiv aus, folgt ein als noch aussagekräftiger geltender PCR-Test durch einen Arzt vor Ort. Im Kreis Böblingen wurde das Vorgehen vergangene Woche eingeführt, Ziel ist es, Infizierte ohne Symptome möglichst schnell zu identifizieren.

Die Möglichkeit, sich kostenlos auf das Coronavirus testen zu lassen, gibt es in Bayern bereits seit vergangenem Sommer – entweder bei einem niedergelassenen Arzt oder in einem Testzentrum und das laut Gesundheitsministerium ausdrücklich auch ohne Symptome.

Kostenlose PCR-Tests sind längst möglich

Im Landkreis befinden sich die Testzentren in Altdorf und Hersbruck. Dort erhält man von Montag bis Freitag einen kostenlosen PCR-Test, muss sich dafür aber im Internet anmelden, wie das Landratsamt informiert, Schnelltests gibt es nur samstags. Auch beim Hausarzt wird ein PCR-Test gemacht.

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Der Nachteil im Vergleich zum Schnelltest: Ehe man das Ergebnis erhält, können mehrere Tage vergehen, an denen Infizierte weitere Menschen anstecken könnten. Die Testzentren in Altdorf und Hersbruck sind laut Lütke nicht ausgelastet, auch aufgrund der Anfahrt, die je nach Wohnort bis zu eine halbe Stunde dauern kann.

"In Pflegeheimen bewährt"

"In Pflegeheimen haben sich die Schnelltest bereits bewährt, ich sehe keinen Grund, diese nicht auch für die Allgemeinheit zu verwenden. Flächendeckendes und schnelles Testen ist neben der nach wie vor sehr schleppend anlaufenden Impfstrategie die einzige Möglichkeit, die Infektionszahlen einzudämmen", so Kristine Lütke, die das Laufer Pflegeheim "bei St. Otto" leitet.


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Das Angebot solle "schnell, unkompliziert, möglichst niederschwellig" sein, wie Lütke im Gespräch mit der Pegnitz-Zeitung ergänzt. So sollen auch Hausärzte und Firmen mitmachen.

Mutationen verbreiten sich

Hintergrund des Antrags ist die Verbreitung unter anderem der britischen Virus-Mutation, die als ansteckender gilt und sich auch im Landkreis ausbreitet. Die Inzidenzzahlen im Landkreis Nürnberger Land hätten sich nach einem leichten Absinken zu Jahresbeginn "leider stabil auf hohem Niveau eingependelt", heißt es in der Pressemitteilung.

Finanziell dürfte wenig gegen die Strategie sprechen. Am Dienstag hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn angekündigt, dass ab 1. März kostenlose Schnelltests für alle verfügbar sein werden.

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Andreas Kirchmayer

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