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Mehr Coronapatienten in Kliniken in Lauf und Altdorf

Britische Virus-Variante für 90 Prozent der Erkrankungen verantwortlich - 15.04.2021 16:41 Uhr

Im Krankenhaus Lauf werden laut Pressestelle zurzeit 17 Covid-19-Patienten behandelt, in Altdorf ist es einer.

14.04.2021 © Klinikum Nürnberg


Damit decke sich die aktuelle Situation in den Einrichtungen in Lauf und Altdorf im Wesentlichen mit der am Klinikum Nürnberg. Die Patienten seien insgesamt jünger als die Patienten in der ersten und zweiten Welle, die Krankheitsverläufe schwerer. Ein Grund dafür sei die britische Virus-Variante. Sie ist auch im Nürnberger Land aktuell in 90 Prozent der Fälle für Covid-19-Erkrankungen verantwortlich, heißt es in der Pressemeldung.

Vergangene Woche sei das Krankenhaus Lauf mit insgesamt elf Patienten auf der zehn Betten zählenden Intensivstation belegt gewesen, mittlerweile habe sich die Situation leicht entspannt. Der zusätzliche Patient sei aufgenommen worden, weil andere Krankenhäuser in der Region, darunter auch das Krankenhaus Altdorf, vorübergehend keine Covid-19 Patienten mehr aufnehmen konnten.

Länger auf Intensiv

Auf der Intensivstation in Lauf würden derzeit auch drei Post-Covid-19 Patienten behandelt, darunter ein 52-jähriger Mann, der bereits seit Januar im Krankenhaus liege und wegen Corona-Folgeerscheinungen wie Lähmungen noch immer intensivpflegebedürftig sei. Weiter heißt es, dass gerade bei jüngeren Patienten die schweren Verläufe anstiegen. Dies bedeute einen deutlich erhöhten pflegerischen Aufwand, weil diese Patienten zwar grundsätzlich eine gute Überlebenschance hätten, aber oft mehrere Wochen auf der Intensivstation verbringen müssten.

"Sie werden leider oft nicht so schnell wieder gesund", sagt Dr. Christian Schmidt, Anästhesist, Intensivmediziner und Pandemiebeauftragter des Krankenhauses Lauf, in der Pressemeldung. Er spricht auch im Nürnberger Land von einer besorgniserregenden Entwicklung.

Schneller und schwerer

"Wir haben den Eindruck, dass die aktuellen Erkrankungen oft viel schneller und schwerer verlaufen. Am Ostermontag etwa kam ein Patient zu uns ins Haus, der wirkte vergleichsweise stabil. Kurz darauf verschlechterte sich sein Zustand. Er ist dann gestorben. Solche Entwicklungen sind auch für das ärztliche und pflegerische Personal sehr belastend", so Schmidt weiter.

Der Druck auf die Intensivstationen in den beiden Häusern Lauf und Altdorf sei "hoch", betont der Arzt. Zum Teil müsse wie im Frühjahr 2020 Personal aus anderen Stationen für die Pflege und Versorgung der Corona-Patienten herangezogen werden. Das bedeute auch, dass ähnlich wie im Frühjahr 2020 bei planbaren Operationen genau geprüft werden müsse, ob sie nicht verschoben werden können. "Ob die Verschiebung einer Operation zumutbar ist, ist jeweils eine gar nicht so einfache Einzelfallentscheidung. Wir haben einen Versorgungsauftrag für alle Patienten, auch für die, die nicht an Covid-19 erkrankt sind", sagt Dr. Schmidt.

"Es war richtig eng"

Aus diesem Grund seien am Krankenhaus Altdorf vergangene Woche zwei Corona-Patienten in andere Häuser in der Region verlegt worden. Das Krankenhaus konnte kurzzeitig auch nicht angefahren werden. "Es war nach Ostern ein paar Tage lang richtig eng", sagt Dr. Adrian Vizireanu, Chefarzt am Altdorfer Krankenhaus. "Wir versorgen eben auch Patienten mit anderen schweren Erkrankungen im Haus, um die wir uns genauso kümmern und für die wir Kapazitäten frei halten müssen." Das Krankenhaus Altdorf verfüge anders als das Krankenhaus Lauf nur über zwei intensivmedizinische Plätze für beatmete Patienten.

Auch Dr. Adrian Vizireanu beobachte, dass die schweren Verläufe seit einigen Wochen zunehmen. Doch nicht nur das. "Wir hatten zuletzt auch jüngere Menschen zwischen 50 und 60 Jahren, die schwer an Corona erkrankt sind", so der Arzt in der Pressemeldung.

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Und so appellieren die beiden Mediziner an die Bürger im Nürnberger Land: "Bleiben Sie, wenn möglich, zu Hause." In der aktuellen Phase gelte es einmal mehr, die Abstands- und Hygieneregeln zu beachten und einzuhalten und sich bei Kontakten und Unternehmungen zu fragen: "Was ist sinnvoll, nicht, was ist erlaubt?", so Dr. Christian Schmidt. Dr. Adrian Vizireanu ergänzt: "Bitte nehmen Sie Corona auch weiterhin ernst."

Laut der Meldung seien seit Beginn der Pandemie bis 6. April 2021 in Lauf insgesamt 283 Patienten mit Covid-19 behandelt worden, in Altdorf seien es im selben Zeitraum 47 gewesen. Aktuell (Stand Freitag) werden in Lauf 17 Corona-Patienten stationär behandelt, in Altdorf einer.

Nicht ohne Test

Patienten, die in geplanter Weise neu stationär ins Krankenhaus Lauf oder Altdorf kommen, müssten einen negativen PCR Test nachweisen und vor dem Aufenthalt eine dreitägige Quarantäne absolvieren. Notfälle, die ins Krankenhaus eingeliefert werden, würden in Isolierzimmern untergebracht, bis ein negativer Corona-Test vorliegt. Die Krankenhäuser arbeiten hier eng mit dem Klinikum Nürnberg und dem Institut für Klinikhygiene, Medizinische Mikrobiologie und Klinische Infektiologie zusammen, heißt es von der Pressestelle.

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Beim Personal der Krankenhäuser Nürnberger Land bestehe eine sehr hohe Impfbereitschaft. Von den rund 700 Beschäftigten seien bereits rund 70 Prozent gegen Corona geimpft. "Wir sind stolz über die hohe Verantwortung unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter", so Dr. Thomas Grüneberg, Geschäftsführer der Krankenhäuser Nürnberger Land. "Auch ich appelliere an die Menschen: Halten Sie durch und lassen Sie sich bitte impfen!"

Hersbrucker Zeitung

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