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Donnerstag, 17.10.2019

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Stärkung des Laufer Krankenhauses: Mehr Betten, neue Notaufnahme

Geld für Sanierung der Notaufnahme und Bau zweier weiterer OP-Säle - 04.09.2019 15:23 Uhr

Krankenhausgeschäftsführer Thomas Grüneberg vor den Um- und Ausbauplänen des Laufer Krankenhauses, für deren Umsetzung über 40 Millionen Euro eingeplant sind. | Foto: Krieger


Neben der Sanierung der Notaufnahme und dem Bau zweier weiterer Operationssäle wird das Geld in Lauf vor allem in die Schaffung zusätzlicher Patientenzimmer fließen. Ob eines der Bettenhäuser dafür aufgestockt werden wird oder es einen Anbau im Innenhof des ersten der beiden neuen Bettenhäuser geben wird, ist noch offen.

Die kurzfristige Schließung des Krankenhauses Hersbruck schon in diesem Jahr wegen Personalmangels hat auch das Laufer Krankenhaus unter Druck gebracht: Denn das braucht jetzt so schnell wie möglich zusätzliche Betten und zusätzliches Personal. Der Geldsegen aus München ist zwar grundsätzlich dringend nötig, um das Laufer Haus auf Vordermann zu bringen. Um die 48 Betten, die in Hersbruck weggefallen sind, kurzfristig zu kompensieren, kommt er zu spät: Die Planungen für eine Erweiterung des Krankenhauses in der Kreisstadt haben mit der Zusage aus München erst beginnen können.

Mit einer Übergangslösung im leer stehenden Altbau des Laufer Hauses sollen kurzfristig bis Herbst Kapazitäten für zusätzliche Patienten geschaffen werden. 22 Betten, sagt der Geschäftsführer der Krankenhäuser Nürnberger Land GmbH, Thomas Grüneberg, sollen bis Oktober in Einzel- und Zweibettzimmern in der früheren „Inneren“ eingerichtet werden. 300.000 Euro nimmt das Klinikum Nürnberg für die kurzfristige Ertüchtigung der alten Station in die Hand.

22 Patientenzimmer im Altbau

Die Patientenzimmer sollen laut Grüneberg vor allem dafür genutzt werden, Menschen, die etwa an Grippe erkranken und nur wenige Tage im Krankenhaus bleiben müssen, aufzunehmen. „Die Zimmer werden so hergerichtet, dass es passt.“ Grundsätzlich sei der Altbau nicht mehr längerfristig für eine Nutzung durch Patienten vorgesehen. „Die Unterbringung wird eine Übergangslösung, bis wir das Haus erweitert haben“, betont der Geschäftsführer. Danach seien in diesem Trakt Büro- und Diensträume sowie Besprechungszimmer geplant.

Frühestens Ende 2020, schätzt der Geschäftsführer der Krankenhäuser Nürnberger Land, wird Baubeginn sein können. Noch ist nicht klar, wohin die zusätzlichen Patientenzimmer über die 22 Übergangsbetten hinaus kommen sollen. „Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wir prüfen Varianten.“

Eine davon ist die Aufstockung des bestehenden Bettenhauses, allerdings ist diese von der Statik des Gebäudes her nicht unproblematisch. Auch eine Bebauung des Atriums wird geprüft. Der Geschäftsführer will sich deshalb noch nicht festlegen: „Es gibt noch ungeklärte prozessuale Fragenstellungen.“ Kapazitäten für zusätzliche Patientenzimmer gibt es auch im dritten Stock des Neubaus, am Übergang von Verwaltung zum Bettenhaus. Diese Zimmer könnten schon schneller bereit stehen: „Wir prüfen wirklich alles.“

Neben der Frage, wohin die Patienten kommen, hat das Laufer Krankenhaus mit der Notaufnahme eine weitere Baustelle, die dringend angegangen werden muss und jetzt auch soll. Sie ist weder baulich noch von der Infrastruktur des Gebäudes her noch zeitgemäß. Auch die Anbindung an die Stationen des Krankenhauses ist durch die Um- und Anbauten der letzten Jahre nicht mehr ideal.

Direkt auf die Intensivstation

„Wir wollen, dass die Kranken direkt auf die Intensivstation gebracht werden können“, sagt Thomas Grüneberg. Als Ausweichquartier sollen während des Umbaus entweder Teile des Altbautraktes oder Container dienen. „Das hängt davon ab, was es kostet und ob wir den Umbau in Schritten vollziehen, oder in einem Streich.“ Die Notaufnahme soll die zweite Maßnahme nach der Schaffung zusätzlicher Patientenzimmer sein.

Und dann steht noch der Bau zweier weiterer OP an. Sie sollen die Nachfrage nach Operationen vor allem im Bereich der Wirbelsäule und der Endoprothetik befrieden. „Da kommen wir an die Grenzen“, sagt Grüneberg. Die beiden OPs sollen an die bestehenden Operationssäle im Frontbereich des Laufer Krankenhauses baulich angegliedert werden. Dafür muss die Zufahrt zum Haupteingang verschmälert und versetzt werden.

Die Straßenführung rund um das Krankenhaus werde mit dem Bau der Parkplätze hinter dem Gebäude ohnehin verändert, sagt Grüneberg. Dabei soll auch die neue Zufahrt helfen. „Wir wollen den Verkehr besser in den Fluss bekommen und das Kreisen von Fahrzeugen vermeiden.“

Baustelle über mehrere Jahre

Ein heißer Herbst für das Laufer Haus und ein spannendes Jahr 2020, bis die Planungen für die einzelnen Projekte in trockenen Tüchern sind. Die Bauphase wird sich auf einige Jahre erstrecken, Patienten und Anwohner werden das zu spüren bekommen. Immerhin können die Menschen im Nürnberger Land hoffen, dass Politik und Klinikum damit nicht nur ein Lippenbekenntnis zum Erhalt des Laufer Hauses aussenden. Laut Thomas Grüneberg jedenfalls sollen aus Sicht des Klinikums sowohl Lauf als auch Altdorf als Standorte in Zukunft erhalten bleiben. „Lauf und Altdorf gehören als Krankenhäuser dazu.“

Isabel Krieger

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