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Donnerstag, 03.12.2020

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Vermisstes Schnaittacher Ehepaar: Polizei findet Leichen

Sohn und Ehefrau festgenommen - Tote Senioren hinter Mauervorsprung abgelegt - 22.01.2018 18:42 Uhr

Die Beamten durchsuchten nach der Festnahme der Tatverdächtigen das Grundstück der Vermissten.

22.01.2018 © NEWS5 / DESK


 Am frühen Montagnachmittag wurden die Ermittler auf dem Grundstück des vermissten Ehepaars fündig. An einem Anbau zur Garage fanden die Polizisten zwei Leichen. 

Mit schwerem Gerät war die Polizei gegen acht Uhr morgens in Schnaittach angerückt und hatte sich vor dem Haus in der Hedersdorfer Straße in Position gebracht. Etwa zeitgleich schlugen die Beamten nahe der Schnaittacher Autobahnauffahrt zur A9 zu. Offenbar unter einem Vorwand waren die Tatverdächtigen, Ingo P., der Sohn der Vermissten, und seine Ehefrau Stephanie, zu einem Termin bei der Laufer Polizeiinspektion gebeten worden. Ein Spezialeinsatzkommando stoppte das junge Ehepaar und nahm es fest.

Laut Elke Schönwald, Leiterin der Pressestelle der Polizei Mittelfranken, ließen sich der 25-Jährige und seine 22-jährige Frau widerstandslos festnehmen. Dass das SEK auf offener Straße nahe des Schnaittacher Feuerwehrhauses zugriff und nicht etwa im Wohnhaus, sei bewusst geschehen, so Schönwald. Die Polizei nutze jeweils die Umstände, die für alle Beteiligten die wenigsten Gefahren bergen, so die Sprecherin.

Offenbar hat die Polizei den Termin so gewählt, dass sie das junge Ehepaar zu einem bestimmten Zeitpunkt abpassen konnte. Die Hedersdorfer StraІe, in der das vermisste Ehepaar und die Tatverdächtigen wohnen, wurde währenddessen weiträumig abgesperrt. Experten der Spurensicherung in ihren weißen Anzügen betraten das Wohnhaus, auch der Mittelfränkische Polizeipräsident Johann Rast machte sich vor Ort ein Bild der Lage.

Wie die Polizei auf einer Pressekonferenz am Montag mitteilte, war umfangreiches Beweismaterial (Reisegepäck der Eltern) in der Montagegrube der Garage einbetoniert. Die Polizei konnte in den Aussagen des Sohnes und seiner Ehefrau immer mehr Widersprüche feststellen. Unter anderem gab es unterschiedliche Angaben zum Aufenthaltsort der Eheleute. Außerdem hatte der Sohn im Vorfeld Utensilien zum Vertuschen der Tat beschaffen. Die Leichen wurden in einem Garagenanbau hinter einem Mauervorsprung abgelegt, beziehungsweise laut Ermittlungskommission "verbaut".

Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen wegen Mordes gegen den Sohn und seine Partnerin aufgenommen. Die 22-jährige Frau wird noch am Montag dem Ermittlungsrichter vorgeführt. Sie hat bisher Angaben zur Tat gemacht, bestreitet jedoch, daran beteiligt gewesen zu sein. Der Sohn schweigt zu den Vorwürfen.

"Zum Motiv kann man zum jetzigen Zeitpunkt noch nichts sagen. Das wäre reine Spekulation", sagte Oberstaatsanwältin Anita Traud. Offenbar, so heißt es aus Ermittlerkreisen, war die Mutter gegen die Beziehung ihre Sohnes mit der 22-jährigen Mittäterin. Auch bei der Todesursache halten sich die Beamten bedeckt, genaue Aussagen gibt es erst nach der Obduktion.

Ingo P. scheint bereits früh in den Fokus der Ermittlungen gerückt sein. "Wir ermitteln von Anfang an in alle Richtungen", äußerte sich Schönwald gegenüber der Pegnitz-Zeitung noch am Sonntagvormittag zurückhaltend. 

Ingo. P hatte nach Bekanntwerden der öffentlichen Vermisstensuche nach seinen Eltern mehrfach Interviews gegeben, unter anderem mit dem TV-Sender Franken Fernsehen und mit der Pegnitz-Zeitung. Auch dabei hatte er teils widersprüchliche Angaben gemacht. So behauptete er gegenüber der PZ, er sei schon seit längerer Zeit verheiratet. An anderer Stelle bestätigte er, am 29. Dezember, also einen Tag, nachdem er seine Eltern als vermisst gemeldet hatte, standesamtlich geheiratet zu haben.

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Doppelmord von Schnaittach: Ehepaar erschlagen und eingemauert

Dieser Fall erschütterte die Region: Im Dezember 2017 hatte ein 25-Jähriger seine Eltern ermordet und im Anbau ihrer Garage in Schnaittach eingemauert. Im April 2019 verurteilte das Schwurgericht Ingo P. und seine Frau Stephanie P. wegen zweifachen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe. Die Verurteilung von Ingo P. ist rechtskräftig. Im Fall der Ehefrau (Anstiftung zum zweifachen Mord) verhandelt das Landgericht Nürnberg-Fürth im Juli 2020 erneut. Der Schuldspruch bleibt bestehen, aber ihre Anwälte wollen eine zeitliche Begrenzung der Freiheitsstrafe erreichen.


Das Wohnmobil seiner Eltern stand Anfang Januar für mehrere Tage auf der Internetplattform Ebay Kleinanzeigen zum Verkauf. Laut P. sei das mit den Eltern abgesprochen worden und die Annonce bereits vor deren Verschwinden veröffentlicht worden, aber als seine Eltern nicht mehr nach Hause kamen, habe er sie wieder entfernt. Fotoaufnahmen im Internet deuten allerdings darauf hin, dass das Wohnmobil erst am Neujahrstag zum Verkauf angeboten wurde.

Ingo P. behauptete zudem, seine Eltern hätten am 13. Dezember ihre Koffer gepackt, hätten auch einen hohen Geldbetrag im Gepäck und hätten sich, ohne sich zu verabschieden, vermutlich zu Fuß auf den Weg zum etwa einen Kilometer entfernten Schnaittacher Bahnhof gemacht. Seitdem hatte es keinen Kontakt mehr gegeben, auch wohin sie wollten, hätten die Eltern nicht gesagt. Es sei vorher die Rede von entfernten Verwandten in Tschechien gewesen. Der 25-Jährige schloss laut eigener Aussage daraus, die Eltern würden dorthin zu Besuch fahren. Konkreter hätten sich die beiden Rentner nicht geäuІert, ehe sie, wie der Sohn behauptete, grußlos das Haus verließen. 


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