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Lehrerverband fordert mehr Islamunterricht in Bayern

"Alle jungen Menschen haben Anspruch auf religiöse Bildung" - 24.11.2017 17:58 Uhr

Rund 15.000 muslimische Schüler besuchen in Bayern den Islamunterricht. (Symbolbild)

12.08.2016 © Frank Rumpenhorst/Archiv (dpa)


"Das Thema liegt uns am Herzen", sagt Simone Fleischmann, die Präsidentin des BLLV. "Islamischer Unterricht darf kein Nischenfach bleiben." Gemeinsam mit Tarek Badawia, Professor für Islamische Religionswissenschaft an der Universität Erlangen-Nürnberg und Werner Haußmann vom Lehrstuhl Evangelische Religionspädagogik plädiert sie eindringlich an die Politik, den Modellversuch nicht zur Dauerlösung werden zu lassen. Der Islamische Unterricht müsse ausgebaut werden. "Alle jungen Menschen haben Anspruch auf eine qualitativ hochwertige Bildung. Dazu gehört auch religiöse Bildung und zwar an allen Schulen." 

Laut Tarek Badawia warten rund 90.000 Schüler in Bayern darauf, ebenfalls Islamischen Unterricht besuchen zu können. "Muslimische Eltern akzeptieren den Unterricht und schicken ihre Kinder dort hin. Das hat der Modellversuch bewiesen."

2009 hat Bayern den Testlauf gestartet. Der Islamunterricht ist kein konfessioneller Unterricht, er wird in deutscher Sprache gehalten, die Verantwortung dafür liegt beim Freistaat. Es gehe um staatlich kontrollierte Aufklärung, so Ministerpräsident Horst Seehofer. Die Unterrichtsinhalte haben die Uni Erlangen-Nürnberg gemeinsam mit dem Bildungsministerium und Elternvertretern erarbeitet. In Nürnberg wird das Fach mittlerweile an zehn Grundschulen, sechs Mittelschulen, drei Realschulen und drei Gymnasien angeboten.

Gesamtgesellschaftliche Bedeutung

Bei einer Tagung, die am Freitag unter dem Motto "Quo vadis Islamischer Unterricht?" in Nürnberg stattfand, forderten Fleischmann, Badawia und Haußmann die Staatsregierung auf, eine klare Entscheidung zu treffen, wie es nach dem Modellversuch weitergehen soll. Der Islamische Unterricht sei von gesamtgesellschaftlicher Bedeutung. "Er reicht als Garant für die Identifikation junger Muslime mit Deutschland als Heimat weit über die Schule hinaus", so die BLLV-Chefin.

Wird das Angebot tatsächlich flächendeckend ausgebaut, dann müsse auch die Lehrerausbildung verbessert werden, sagt Fleischmann. Werner Haußmann kritisiert die derzeitigen Arbeitsbedingungen der muslimischen Lehrkräfte.

"Die meisten bekommen immer wieder nur befristete Verträge. Das ist eine sehr belastende Situation. Viele sind deshalb schon in andere Bundesländer abgewandert." Die Ausbildung wird derzeit nur als Erweiterungsfach an der Universität Erlangen-Nürnberg angeboten.

gs

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