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Leichtes Blech für sparsame Autos

Neue Halle für Forschungseinrichtung Neue Materialien Fürth - 15.04.2011 18:35 Uhr

Die 950 Quadratmeter große Halle wurde innerhalb eines knappen Jahres errichtet. Die hohe Anlage hinten ist eine hydraulische Umformpresse, die gut eine Million Euro gekostet hat.

15.04.2011 © Uwe Niklas


Von den Erkenntnissen soll die regionale Wirtschaft profitieren.

NMF-Geschäftsführer Professor Robert Singer zeigte sich gestern bei der offiziellen Eröffnung des Neubaus „hoch erstaunt über die große Resonanz“ der Gäste. Die 2006 gegründete Forschungs-GmbH ist in der Fürther Uferstadt auf dem früheren Grundig-Gelände angesiedelt. 40 Mitarbeiter entwickeln hier im Auftrag von Kunden aus der Wirtschaft neue Werkstoffe und Prozesse. Unterstützt wird die Landesforschungseinrichtung vor allem vom Freistaat Bayern.

Singer lobte auch die Zusammenarbeit mit der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU): Die „Symbiose mit der Uni“ sei von überragender Wichtigkeit. Deren Kanzler Thomas Schöck hob hervor, dass seine Hochschule sehr erfolgreiche industrienahe Forschung betreibe und sich damit auch in die Arbeit von NMF einbringe. Universitäten stehen oft in dem Ruf, zu theoretisch und im Vergleich mit den Fachhochschulen zu wenig praxisorientiert zu arbeiten.

Mit Blick auf die Diskussion, ob Nürnberg – zusätzlich zur FAU – eine Technische Universität (TU) bekommen soll, erinnerte Schöck daran, dass alles, was in der Uferstadt passiere, auf die Keimzelle ZMP zurückgehe, also auf das Zentralinstitut für Neue Materialien und Prozesstechnik (ZMP) der FAU. Eine TU sei nicht sinnvoll, sagte Schöck, besser baue man bestehende Kompetenzen aus.

Leichtere Bauteile sollen Energieverbrauch senken

Mit Professor Marion Merklein hat NMF eine kompetente FAU-Kraft gewinnen können. Die Inhaberin des Lehrstuhls für Fertigungstechnologie leitet den Bereich Blechleichtbau und ist sozusagen die Hausherrin in der neuen Halle. Ziel ihrer Arbeit ist es, Verfahren zu entwickeln, damit Bauteile, etwa im Auto, leichter werden, um so den Energieverbrauch zu senken. Gleichzeitig müssten diese leichteren Teile aber immer stabiler sein, um etwa die hohen Sicherheitsanforderungen zu erfüllen.

In der Halle, der dritten bei NMF, arbeiten Merklein und ihre Kollegen mit drei großen Maschinen: Eine Laser-Anlage zum Umformen und Schneiden von Werkstoffen und Bauteilen, ein Walzgerüst zum Herstellen von Blechwerkstoffen und eine Hydraulikpresse zur Formung von Blechbauteilen.

Wirtschaftsstaatssekretärin Katja Hessel (FDP) sagte als Vertreterin der Staatsregierung, NMF habe „Vorbildcharakter für den Strukturwandel“. Wo einst Röhrenbildschirme für Fernseher produziert wurden, sei heute „innovative Werkstoffforschung auf höchstem Niveau beheimatet. Die hohe Fördersumme von 7,6 Millionen Euro aus Töpfen von Bund und Freistaat sei hier „in besten Händen“.

Für Hessel ging es gestern nach dem Besuch bei NMF innerhalb Fürths gleich weiter zum nächsten Termin: Beim Gründerzentrum Complex im Gewerbepark Süd war Spatenstich für den zweiten Bauabschnitt. Für 5,6 Millionen Euro entsteht ein neues Gebäude mit künftig 4000 Quadratmetern Mietfläche. Die Hälfte des Geldes kommt aus dem Strukturfonds, den der Freistaat nach der Quelle-Pleite aufgelegt hat.

Florian Heider E-Mail

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