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Mahnmal für die Demokratie: Neustadt zeigt Flagge für Tibet

Solidarität für das Schicksal eines unterdrückten Volkes  - 08.03.2019 14:03 Uhr

Da sie auf Anhieb keine Erklärung für die vor dem Rathaus flatternde Tibetische Fahne hatte, informierte Bürgermeister Klaus Meier die Gruppe junger Frauen bei ihrem Stadtrundgang über die Solidaritätsaktion. © Harald Munzinger


Flagge zeigt Neustadt seit vielen Jahren als Signal der Solidarität mit der Bevölkerung in Tibet und zugleich als Appell für das seit nunmehr 60 Jahren versagte Recht auf Selbstbestimmung und die Einhaltung der massiv verletzten Menschenrechte. Es sei ihm persönlich ein Anliegen gewesen, sich an der Kampagne "Flagge zeigen für Tibet!" der Tibet Initiative Deutschland e.V. zu beteiligen, erklärte Erster Bürgermeister Klaus Meier, als er mit Hilfe von Hausmeister Stephan Popp vor dem Rathaus trotz heftiger Windböen die Tibet-Flagge hisste. Auch wenn es nur "ein kleines Signal" sein könne, dass das von China unterdrückte Volk nicht vergessen ist, gelte es dessen Schicksal immer wieder ins Bewusstsein zu rücken, erklärte das Stadtoberhaupt.

Das tat er denn auch gleich bei einer Gruppe junger Frauen, die auf die Frage nach der Bedeutung der im kräftigen Wind flatternden Fahne passen musste und sich an der Erklärung ebenso interessiert zeigte, wie manch ein Bürger, der im Rathaus den Sinn des bunten Banners mit der halb verdeckten Sonne hinterfragt.

Hunderte Städte machen mit

Genau darauf zielt die 1989 begründete "Tibet Initiative Deutschland" mit rund 2000 Mitgliedern und 50 in der Gesellschaft verankerten ehrenamtlichen Regionalgruppen ab. Deren Appell, zum Jahrestag des gewaltsam niedergeschlagenen Volksaufstandes gegen die Besetzung und Unterdrückung des Landes seit 1949 durch China, die Tibetische Flagge zu hissen, folgen seit 1996 Hunderte Städte. Dieser Allianz gegen das Vergessen habe man sich gerne abgeschlossen, betonte Bürgermeister Meier zum 60. Jahrestag des Aufbegehrens der Tibeter gegen die Besatzungsmacht am 10. März 1959 mit dem Aufruf "Menschenrechte jetzt!"

Flagge soll wachrütteln

Mindestens 87.000 Menschen hatten ihren Ruf nach Freiheit mit dem Leben bezahlt, als sich etwa 300.000 Tibeter aus Sorge um das Leben des Dalai Lama vor dessen Sommerresidenz nahe der tibetischen Hauptstadt Lhasa versammelt hatten und "das chinesische Militär den Aufstand blutig niederschlug". Dalai Lama gelang die Flucht ins Exil nach Indien.

Noch heute würden in Tibet Menschenrechte massiv verletzt, dürften sich Tibeterinnen und Tibeter, die im gewaltlosen Widerstand dem friedlichen Weg des Dalai Lama folgten, in ihrem eigenen Land nicht frei bewegen, würden überwacht, willkürlich inhaftiert oder verschwänden spurlos. "Wer an die Demokratie glaubt, darf angesichts dieser Repressionen nicht wegschauen", schließt sich Bürgermeister Klaus Meier dem Appell zur Solidarität an und möchte dazu mit dem Hissen der Flagge "auch immer wieder wachrütteln".

hjm

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