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Mehr Leistung: Solarberg in Atzenhof vor Erweiterung

Stadt Fürth will die Leistung der Anlage auf der Ex-Mülldeponie verdoppeln - 04.02.2020 16:00 Uhr

Auf der noch freien Westseite der ehemaligen Fürther Mülldeponie am Main-Donau-Kanal bei Atzenhof könnte links neben den 15 Jahre alten Solarmodulen auf einer Fläche von 6000 Quadratmetern im Frühjahr 2021 ein neues Feld mit Photovoltaik entstehen.

03.02.2020 © Hans-Joachim Winckler


Das strahlende Image der "Solarstadt" und die satten Einnahmen aus der staatlich geförderten Sonnenstromproduktion ermutigen nun, über einen Ausbau des Vorzeigeprojekts nachzudenken.

Dazu bietet sich die nach Atzenhof zeigende Westseite an. Zwar ist hier nicht einmal halb so viel Platz wie im 15.000 Quadratmeter großen alten Feld und die Lage ist auch nicht so günstig wie der zum Golfplatz geneigte Südhang, doch der technische Fortschritt könnte nach den Worten von Oberbürgermeister Thomas Jung eine ähnliche Leistung ermöglichen.

Rund eine Million Kilowattstunden Strom aus Sonnenenergie liefern die 5760 Module des Solarbergs. Genug, um mehr als 250 Haushalte mit Strom zu versorgen. Sehen lassen kann sich aber auch die Einsparung von 670 Tonnen des klimaschädlichen Kohlenstoffdioxids im Jahr. Obendrein ist das 4,6-Millionen-Euro-Projekt mit einer Rendite von 7,5 Prozent ein wirtschaftlicher Erfolg. Der wird zwar geschmälert, wenn die auf 20 Jahre begrenzte Subvention für Solarstrom 2024 wegfällt, doch die bessere Leistung und die mit geschätzt rund einer Million Euro deutlich geringeren Investitionskosten lassen laut Jung dennoch ein solides Plus erwarten.

Die Stadt, die sich neben rund 150 privaten Investoren den Löwenanteil am Solarberg gesichert hat, soll die Einnahmen nach den Vorstellungen des OB wie erstmals im vergangenen Jahr weiterhin zum Ausbau von Schulen und Kitas verwenden. Die infra, so Jung, sei bereits angewiesen, die Verwendung der zusätzlichen Stromproduktion für ihr Netz oder Anlieger des Golfparks zu untersuchen.

Die Sparkasse Fürth stehe wie 2003 schon wieder als Finanzierungspartner zur Verfügung. Entscheiden muss allerdings der städtische Umweltausschuss. Dass bis zu einer möglichen Realisierung nach einem positiven Beschluss ein gutes Jahr ins Land gehen könnte, liegt laut Jung an den inzwischen strengeren Vorschriften. Dazu gehört eine eingehende Untersuchung, ob durch das Projekt vom Aussterben bedrohte Tierarten in Mitleidenschaft gezogen werden.

Wie die Erweiterungsfläche einmal aussieht, das kann erst im Zulassungsverfahren unter Beteiligung der Regierung von Mittelfranken und des Landesamts für Umwelt geklärt werden. Und wer der Betreiber ist, das entscheidet sich im Ausschreibungsverfahren. Allerdings hat ein regionaler Anbieter nach den Worten des OB bereits Interesse angemeldet.

Nicht ohne Grund greift Jung im laufenden Kommunalwahlkampf mit seinem Pressetermin der Beratung im Umweltausschuss voraus. Gehörte die Umwandlung der Mülldeponie zum Werbeträger einer umweltbewussten Stadt nach dem Einzug ins Chefzimmer des Rathauses doch zu seinen ersten Duftmarken. Erhebliche Widerstände galt es damals zu brechen. Die Golfspieler fürchteten hohen Schadensersatz, falls versprengte Golfbälle Solarmodule zertrümmern. Luft- und Schifffahrt wiederum warnten vor Blendwirkung spiegelnder Photovoltaikscheiben und im Stadtrat wurde geunkt, dass die Tragkonstruktionen die Dämmschicht der auch zur Gasproduktion genutzten Altdeponie zerstören könnten.

Der Solarberg war nur der Anfang weiterer Großprojekte zum Anzapfen der Sonne. Im Golfpark entstand ein 850 Meter langer Solarwall mit 6500 Modulen und entlang der Würzburger Straße eine 120 Meter lange Solarwand. Ganz neu sind die Pläne zum Ausbau des Solarberg dabei nicht. Bereits 2009 waren sie im Gespräch. Sehen lassen kann sich Fürths Anteil an erneuerbarer Energie von 13 Prozent. Die Solarenergie macht dabei acht Prozent aus.

Volker Dittmar

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