Dienstag, 07.04.2020

|

zum Thema

Mehrere Corona-Fälle in Seniorenheimen im Kreis Fürth

Vier Bewohner wurden ins Krankenhaus gebracht - 25.03.2020 15:59 Uhr

Im Würzburger Seniorenheim St. Nikolaus sind inzwischen zehn Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Die Einrichtung ist ein Schwerpunkt bei Todesfällen im Zusammenhang mit dem Coronavirus in Bayern. Von 149 Heimbewohnern seien 29 positiv getestet worden, sagte Würzburgs Oberbürgermeister Christian Schuchardt (CDU) am Mittwoch. Er ist auch Vorsitzender des Stiftungsrates des Würzburger Bürgerspitals, zu dem die Einrichtung gehört. Von den 86 Mitarbeitern seien 33 positiv getestet.


Mann mit Mitte 50 in Franken an Corona verstorben


Im Landkreis Fürth gibt es nun erstmals auch in zwei Senioren-Pflegeheimen mehrere bestätigte Coronafälle. Betroffen sind zwei Einrichtungen in Roßtal und LangenzennIn Roßtal handelt es sich bei den mit dem Virus Infizierten sowohl um Pflegepersonal, als auch um Bewohner. Vier Heimbewohner kamen zur weiteren Behandlung ins Klinikum. In Langenzenn wurde Corona bei einem Bewohner nachgewiesen.

Räumlichkeiten werden isoliert

Die Familienangehörigen sind verständigt. Tests wurden veranlasst, nachdem bei den Betroffenen entsprechende Krankheitssymptome aufgetreten waren. Das bestätigte Christian Ell, Sprecher des Landratsamtes, auf Nachfrage der Redaktion. Wie viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Roßtaler Einrichtung betroffen sind, vermochte Ell nicht zu beziffern. Zum einen laufen dort noch Tests, zum anderen liegen die Ergebnisse noch nicht vor.


Robert-Koch-Institut empfiehlt Corona-Test für weitere Personengruppen


Das gilt auch für Langenzenn. Im Fokus steht speziell jenes Personal, das mit den erkrankten Bewohnern zu tun hatte und in den betroffenen Bereichen der Heime gearbeitet hat. In den Häusern laufen gerade alle notwendigen Maßnahmen: Räumlichkeiten werden isoliert und desinfiziert. Die Führungsgruppe Katastrophenschutz des Landkreises hat Schutzkleidung ausgegeben. Außerdem testet das Staatliche Gesundheitsamt weitere Bewohner und Personal. Laut einer Mitteilung aus dem Landratsamt gab es bis gestern Nachmittag im Landkreis 28 bestätigte Corona-Fälle. Allerdings ändern sich die Zahlen laufend.

Bilderstrecke zum Thema

Von Wuhan in die Welt: Die Chronik der Corona-Pandemie

Anfang Dezember 2019 ging es in China los - eine unbekannte Lungenentzündung stellt die Ärzte vor Rätsel. Mitte März ruft Bayern den Katastrophenfall aus - was ist in der Zwischenscheit geschehen? Ein Überblick.


Alle Bewohner sollen getestet werden

In Bayern insgesamt kamen bisher 41 Menschen nach einer Infektion mit dem Virus ums Leben, sagte Staatssekretär Gerhard Eck (CSU) bei der Pressekonferenz. 7289 Menschen sind landesweit positiv getestet.

Seit Dienstag liefen Tests, um die gesamte Belegschaft sowie alle Heimbewohner in der Einrichtung St. Nikolaus zu testen, sagte Schuchardt. Besonders unter Demenzkranken sei dies eine besondere Herausforderung. Man habe sich dazu entschlossen, um die Lage zu beruhigen und Klarheit zu erhalten. Bei den Toten von St. Nikolaus habe es sich um allesamt hochbetagte Patienten gehandelt, die teils erhebliche Erkrankungen aufgewiesen hätten.


Corona-FAQ: Häufig gestellte Fragen zum Virus


Der Leiter des Würzburger Gesundheitsamtes, Joachim Löw, wies auf die Problematik der nur begrenzt zur Verfügung stehenden Tests hin. Der Test bringe keine Sicherheit, weil die Infektion innerhalb der Inkubationszeit auch erst nach dem Abstrich eintreten könne und dann eine falsche Sicherheit suggeriert werde.

Bilderstrecke zum Thema

Ausgangsbeschränkung wegen Corona: Leere Straßen in Nürnberg

Sicherlich trug auch das schlechte Wetter am Samstag seinen Teil dazu bei, aber möglicherweise haben die Leute nun auch den Ernst der Lage begriffen: Am ersten Tag der Ausgangsbeschränkungen, die in Bayern wegen der Corona-Krise angeordnet wurden, blieb Nürnberg leer.


Größtes Problem für den Umgang sowohl mit Bewohnern von Pflegeeinrichtungen als auch mit Patienten in Krankenhäusern sei der Notstand beim Material, etwa Atemschutzmasken und Schutzkleidung, sagte der ärztliche Leiter des Universitätsklinikums Würzburg, Professor Georg Ertl. "Wir kriegen zurzeit massenhaft Angebote aus China", sagte er. Es sei für seine Klinik kaum zu prüfen, ob die Angebote seriös sind.

Bilderstrecke zum Thema

Ausgangsbeschränkung in Bayern: Das ist noch erlaubt

Seit Samstag (20. März) gelten in Bayern weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens, die die Corona-Pandemie eindämmen sollen. Was trotz der sogenannten Ausgangsbeschränkung weiterhin erlaubt ist, haben wir in dieser Bildergalerie für Sie zusammengefasst.



Wir informieren Sie ab sofort mit unserem täglichen Corona-Newsletter über die aktuelle Lage in der Coronakrise, geben ihnen Hinweise zum richtigen Verhalten und Tipps zum alltäglichen Leben. Hier kostenlos bestellen. Immer um 17 Uhr frisch in Ihrem Mailpostfach.

Sie bevorzugen Nachrichten zur Krise im Zeitungsformat? Erhalten Sie mit unserem E-Paper-Aktionsangebot immer die wichtigsten Corona-News direkt nach Hause: Ein Monat lesen für nur 99 Cent! Hier gelangen Sie direkt zum Angebot.

dpa/jm

1

1 Kommentar

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Fürth