Mittelfranken prämiert seine schönsten Denkmäler

23.3.2016, 17:50 Uhr
Denkmäler bergen Erinnerungen und erzählen Geschichten: Zum 40. Mal nun hat der Bezirk Mittelfranken die besten Denkmäler der Region prämiert. Das sind die Bilder:
An den Schleusen des Ludwig-Donau-Main-Kanals sind von 1836 bis 1845 zahlreiche kleine Wärterhäuser nach einem einheitlichen Plan erbaut worden, von denen nicht mehr alle erhalten sind. Geplant waren zwei Mustertypen. Eine Variante mit klassizistischen Anklängen war nach einem Entwurf Leo von Klenzes angelegt und durch Rundbogenfenster charakterisiert. Die zweite Variante – zu der das Häuschen an Schleuse 37 in der Nähe von Schwarzenbruck-Pfeifferhütte zählt – sah einen schlichten, traufseitigen Bau mit altbayerisch anmutenden, weitem Dachüberstand vor.  

Das ehemalige Schleusenwärterhäuschen ist aus gelben Sandsteinquadern gemauert. Es fügt sich traufseitig in den steilen Hang ein, weshalb es auf der Kanalseite eingeschossig wirkt, zum Garten hin aber noch ein Untergeschoss zeigt.
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Schwarzenbruck, Am Kanal 2, Schleuse 37: ehemaliges Schleusenwärterhäuschen

Denkmäler bergen Erinnerungen und erzählen Geschichten: Zum 40. Mal nun hat der Bezirk Mittelfranken die besten Denkmäler der Region prämiert. Das sind die Bilder:

An den Schleusen des Ludwig-Donau-Main-Kanals sind von 1836 bis 1845 zahlreiche kleine Wärterhäuser nach einem einheitlichen Plan erbaut worden, von denen nicht mehr alle erhalten sind. Geplant waren zwei Mustertypen. Eine Variante mit klassizistischen Anklängen war nach einem Entwurf Leo von Klenzes angelegt und durch Rundbogenfenster charakterisiert. Die zweite Variante – zu der das Häuschen an Schleuse 37 in der Nähe von Schwarzenbruck-Pfeifferhütte zählt – sah einen schlichten, traufseitigen Bau mit altbayerisch anmutenden, weitem Dachüberstand vor.

Das ehemalige Schleusenwärterhäuschen ist aus gelben Sandsteinquadern gemauert. Es fügt sich traufseitig in den steilen Hang ein, weshalb es auf der Kanalseite eingeschossig wirkt, zum Garten hin aber noch ein Untergeschoss zeigt. © Julia Krieger

Seine Nutzungsgeschichte ich wechselvoll: so war es unter anderem als Armenhaus entlehnt worden, bis es der jetzige Eigentümer vor ca. zehn Jahren übernommen hat. Zwar befand es sich in einem verhältnismäßig guten Zustand, wies aber in Inneren einen größeren Renovierungs- und Modernisierungsbedarf auf. Das ursprüngliche Schieferdach war bereits zuvor durch eine Eindeckung mit Frankfurter Pfannen ersetzt worden. In jahrelanger Kleinarbeit betrieb der Eigentümer die bestandsschonende Renovierung seines Häuschens.   

Vor allem die Sandsteinfassade verlangte besondere Aufmerksamkeit. In Absprache und unter Anleitung eines Restaurators sanierte der Eigentümer die angegriffene, stark absandende Fassade. Dabei hat er Zementfugen und weitere Zementierungen früherer Renovierungen entfernt und durch Luftkalkmörtel ersetzt. Fehlende Steinteile aufgrund von Flankenabrissen oder verwitterte Fehlstellen konnte er nachbauen und derart gut einpassen, dass die Reparaturstellen heute kaum mehr sichtbar sind.   

Was kontinuierliche Eigenleistung, begleitet von fachkundiger Unterstützung und gepaart mit denkmalpflegerischem Interesse, vermag, zeigt das überaus attraktive Erscheinungsbild des Häuschens nun deutlich. Es bleibt zu hoffen, dass diese Maßnahme als Impulsgeber dient für die Renovierungen weiterer Baudenkmäler. Vor allem lange vernachlässigte technische Denkmäler, die erst nach und nach wiederentdeckt und gewürdigt werden, hätten eine solche Behandlung verdient.
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Schwarzenbruck, Am Kanal 2, Schleuse 37: ehemaliges Schleusenwärterhäuschen

Seine Nutzungsgeschichte ich wechselvoll: so war es unter anderem als Armenhaus entlehnt worden, bis es der jetzige Eigentümer vor ca. zehn Jahren übernommen hat. Zwar befand es sich in einem verhältnismäßig guten Zustand, wies aber in Inneren einen größeren Renovierungs- und Modernisierungsbedarf auf. Das ursprüngliche Schieferdach war bereits zuvor durch eine Eindeckung mit Frankfurter Pfannen ersetzt worden. In jahrelanger Kleinarbeit betrieb der Eigentümer die bestandsschonende Renovierung seines Häuschens.

Vor allem die Sandsteinfassade verlangte besondere Aufmerksamkeit. In Absprache und unter Anleitung eines Restaurators sanierte der Eigentümer die angegriffene, stark absandende Fassade. Dabei hat er Zementfugen und weitere Zementierungen früherer Renovierungen entfernt und durch Luftkalkmörtel ersetzt. Fehlende Steinteile aufgrund von Flankenabrissen oder verwitterte Fehlstellen konnte er nachbauen und derart gut einpassen, dass die Reparaturstellen heute kaum mehr sichtbar sind.

Was kontinuierliche Eigenleistung, begleitet von fachkundiger Unterstützung und gepaart mit denkmalpflegerischem Interesse, vermag, zeigt das überaus attraktive Erscheinungsbild des Häuschens nun deutlich. Es bleibt zu hoffen, dass diese Maßnahme als Impulsgeber dient für die Renovierungen weiterer Baudenkmäler. Vor allem lange vernachlässigte technische Denkmäler, die erst nach und nach wiederentdeckt und gewürdigt werden, hätten eine solche Behandlung verdient.

© Julia Krieger

Die Kapelle auf dem als Ausflugsziel weithin bekannten Moritzberg wurde 1419 als Stiftung des Nürnberger Patriziers Herdegen Valzner gebaut und dem heiligen Mauritius geweiht. Als Erbe ging sie an die Familie Tucher und gelangte schließlich über eine Heirat 1476 in den Familienbesitz der Fürer von Haimendorf, wo sie sich bis heute befindet.  

Mehrere Umbauten sind belegt, die umfangreichste davon ist eine Erweiterung der Moritzbergkapelle nach Westen auf etwa die doppelte Länge im Jahr 1707. Die schlichte Chorturmkirche besitzt einen quadratischen Chor mit Kreuzrippengewölbe. Ihr Langhaus wird von einer verlatteten Holztonne überwölbt. Ausgestattet ist das Gotteshaus unter anderem mit qualitätsvollen Altären, Heiligenfiguren sowie Totenschilden der Familie.
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Röthenbach bei Altdorf, Moritzberg 2: ev.-luth. Moritzbergkapelle

Die Kapelle auf dem als Ausflugsziel weithin bekannten Moritzberg wurde 1419 als Stiftung des Nürnberger Patriziers Herdegen Valzner gebaut und dem heiligen Mauritius geweiht. Als Erbe ging sie an die Familie Tucher und gelangte schließlich über eine Heirat 1476 in den Familienbesitz der Fürer von Haimendorf, wo sie sich bis heute befindet.

Mehrere Umbauten sind belegt, die umfangreichste davon ist eine Erweiterung der Moritzbergkapelle nach Westen auf etwa die doppelte Länge im Jahr 1707. Die schlichte Chorturmkirche besitzt einen quadratischen Chor mit Kreuzrippengewölbe. Ihr Langhaus wird von einer verlatteten Holztonne überwölbt. Ausgestattet ist das Gotteshaus unter anderem mit qualitätsvollen Altären, Heiligenfiguren sowie Totenschilden der Familie. © Julia Krieger

In zwei Projektabschnitten – Außenrenovierung und Innenrestaurierung – wurde die Privatkapelle von 2013 bis 2015 grundlegend saniert. Den Großteil der anfallenden Kosten trugen die Eigentümer selbst.  

Außen wurden vor allem die durch Feuchtigkeit entstandenen Schäden behoben. Die Dacheindeckung musste im Bereich der Traufe repariert und die Dachentwässerung erneuert werden. Um das Oberflächenwasser abzuleiten und die das Mauerwerk schädigende, aufsteigende Feuchtigkeit zu verringern, wurde neu drainagiert.
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Röthenbach bei Altdorf, Moritzberg 2: ev.-luth. Moritzbergkapelle

In zwei Projektabschnitten – Außenrenovierung und Innenrestaurierung – wurde die Privatkapelle von 2013 bis 2015 grundlegend saniert. Den Großteil der anfallenden Kosten trugen die Eigentümer selbst. Außen wurden vor allem die durch Feuchtigkeit entstandenen Schäden behoben. Die Dacheindeckung musste im Bereich der Traufe repariert und die Dachentwässerung erneuert werden. Um das Oberflächenwasser abzuleiten und die das Mauerwerk schädigende, aufsteigende Feuchtigkeit zu verringern, wurde neu drainagiert. © Julia Krieger

Die Fugen am steinsichtigen Chorturm wurden schonend repariert, der Verputz am Langhaus restauriert und die Fassade mit einem neuen Farbkonzept akzentuiert. Zusätzlich wurden ein Schutzgeländer an der Ostfassade angebracht sowie Portale und Fenster instand gesetzt. Anschließend wurden die Innenwände mit ihren Bemalungen, die Fenstereinfassungen, die Decke und die gesamte Innenausstattung gereinigt und restauriert. Eine im Sockelbereich eingebaute Wandtemperierung sorgt jetzt für ein gleichmäßiges Raumklima, das für die Ausstattungsstücke von enormer Wichtigkeit ist
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Röthenbach bei Altdorf, Moritzberg 2: ev.-luth. Moritzbergkapelle

Die Fugen am steinsichtigen Chorturm wurden schonend repariert, der Verputz am Langhaus restauriert und die Fassade mit einem neuen Farbkonzept akzentuiert. Zusätzlich wurden ein Schutzgeländer an der Ostfassade angebracht sowie Portale und Fenster instand gesetzt. Anschließend wurden die Innenwände mit ihren Bemalungen, die Fenstereinfassungen, die Decke und die gesamte Innenausstattung gereinigt und restauriert. Eine im Sockelbereich eingebaute Wandtemperierung sorgt jetzt für ein gleichmäßiges Raumklima, das für die Ausstattungsstücke von enormer Wichtigkeit ist © Julia Krieger

Selten befindet sich eine denkmalgeschützte Kapelle noch in Familienbesitz. Noch weniger häufig dürfte – wie hier – der Glücksfall eintreten, dass die Eigentümer ihrer Verantwortung für das Denkmal so vorbildlich nachkommen und mit bemerkenswertem Engagement eine äußerst sorgfältige, denkmalschonende und auch kostspielige Maßnahme in Angriff nehmen.
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Röthenbach bei Altdorf, Moritzberg 2: ev.-luth. Moritzbergkapelle

Selten befindet sich eine denkmalgeschützte Kapelle noch in Familienbesitz. Noch weniger häufig dürfte – wie hier – der Glücksfall eintreten, dass die Eigentümer ihrer Verantwortung für das Denkmal so vorbildlich nachkommen und mit bemerkenswertem Engagement eine äußerst sorgfältige, denkmalschonende und auch kostspielige Maßnahme in Angriff nehmen. © Julia Krieger

Mitte des 19. Jahrhunderts wurde in der Ortsmitte von Neunkirchen am Sand, direkt an der Hauptstraße, ein neues Pfarrhaus errichtet. Es ersetzt einen Vorgängerbau  und ist Bestandteil der ehemals befestigten Anlage um die Kirche Mariä Himmelfahrt. Der klassizistische, zweigeschossige Sandsteinquaderbau mit Satteldach steht traufständig erhöht über dem Straßenniveau auf einem aus der Wallmauer gebildeten Sockelgeschoss. Nachdem das Pfarrhaus durch einen Neubau 1980 seine Funktion verloren hatte, folgten diverse Zwischennutzungen, unter der die Bausubstanz zwar beeinträchtigt wurde, jedoch nicht gänzlich verlorengegangen ist.
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Neunkirchen am Sand, Hauptstraße 8: Pfarrhaus

Mitte des 19. Jahrhunderts wurde in der Ortsmitte von Neunkirchen am Sand, direkt an der Hauptstraße, ein neues Pfarrhaus errichtet. Es ersetzt einen Vorgängerbau und ist Bestandteil der ehemals befestigten Anlage um die Kirche Mariä Himmelfahrt. Der klassizistische, zweigeschossige Sandsteinquaderbau mit Satteldach steht traufständig erhöht über dem Straßenniveau auf einem aus der Wallmauer gebildeten Sockelgeschoss. Nachdem das Pfarrhaus durch einen Neubau 1980 seine Funktion verloren hatte, folgten diverse Zwischennutzungen, unter der die Bausubstanz zwar beeinträchtigt wurde, jedoch nicht gänzlich verlorengegangen ist. © Julia Krieger

Eine wertschonende und vor allem nachhaltige Renovierung bereitete das Pfarrhaus wieder für seine ursprüngliche Zweckbestimmung vor. Neben der Instandsetzung des Daches erhielt die gereinigte Fassade durch neue Fenster, deren Gestalt sich an überlieferte Vorbilder anlehnt, deutliche Akzente. Zusätzlich werten sie aufgearbeitete, rot gestrichene Fensterläden auf. Unter Beibehaltung der historischen Grundrissstrukturen wurden das Büro und die Pfarrwohnung im Obergeschoss eingerichtet. Nichtbauzeitliche Änderungen wurden rückgebaut und denkmalverträgliche Anpassungen an heutige Standards bei Wärmedämmung, Haustechnik und im Sanitärbereich vorgenommen.
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Neunkirchen am Sand, Hauptstraße 8: Pfarrhaus

Eine wertschonende und vor allem nachhaltige Renovierung bereitete das Pfarrhaus wieder für seine ursprüngliche Zweckbestimmung vor. Neben der Instandsetzung des Daches erhielt die gereinigte Fassade durch neue Fenster, deren Gestalt sich an überlieferte Vorbilder anlehnt, deutliche Akzente. Zusätzlich werten sie aufgearbeitete, rot gestrichene Fensterläden auf. Unter Beibehaltung der historischen Grundrissstrukturen wurden das Büro und die Pfarrwohnung im Obergeschoss eingerichtet. Nichtbauzeitliche Änderungen wurden rückgebaut und denkmalverträgliche Anpassungen an heutige Standards bei Wärmedämmung, Haustechnik und im Sanitärbereich vorgenommen. © Julia Krieger

Mangelhafte Bauelemente hat man, falls der Zustand es zuließ, restauriert und ertüchtigt, fehlende Details ergänzt. Der umfangreiche Bestand von originalen Türen und die Treppenanlage konnten etwa aufgearbeitet werden. Was nicht zu retten war, wurde ausgetauscht. Zudem hat man an den Flurwänden die historische Erstfassung mit Steinquadermalerei wiederhergestellt, die in einem kleinen Sichtfenster im Treppenhaus noch in Original überliefert ist. 

Dies und die insgesamt ausgesprochen bestandsschonende Renovierungsmaßnahme, die das Gebäude nicht nur zu seiner alten Nutzung zurückführte, sondern es auch – mit wenigen Zugeständnisse an die Gegenwart – in möglichst ursprünglichem Zustand beließ, ist als außergewöhnlich hervorzuheben.
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Neunkirchen am Sand, Hauptstraße 8: Pfarrhaus

Mangelhafte Bauelemente hat man, falls der Zustand es zuließ, restauriert und ertüchtigt, fehlende Details ergänzt. Der umfangreiche Bestand von originalen Türen und die Treppenanlage konnten etwa aufgearbeitet werden. Was nicht zu retten war, wurde ausgetauscht. Zudem hat man an den Flurwänden die historische Erstfassung mit Steinquadermalerei wiederhergestellt, die in einem kleinen Sichtfenster im Treppenhaus noch in Original überliefert ist.

Dies und die insgesamt ausgesprochen bestandsschonende Renovierungsmaßnahme, die das Gebäude nicht nur zu seiner alten Nutzung zurückführte, sondern es auch – mit wenigen Zugeständnisse an die Gegenwart – in möglichst ursprünglichem Zustand beließ, ist als außergewöhnlich hervorzuheben. © Julia Krieger

Vor allem im 17. und 18. Jahrhundert hatte sich Neunhof zum Mittelpunkt eines eigenständigen Territoriums entwickelt, das 1806 an Bayern fiel und noch bis 1848 als "Königlich-Bayerisches Freiherrlich von Welser‘sches Patrimonialamt Neunhof" bestand. In der Nähe des Welserschlosses, einer von mehreren Herrensitzen im Ort, befindet sich die Hofstelle Welserstraße 3, ein Bauernhaus von 1865 mit zwei zugeordneten Scheunen. Eines dieser Nutzgebäude ist auf 1803 datiert, die nördlichere Scheune könnte ebenfalls aus der Zeit um 1800 stammen – nähere Angaben fehlen jedoch.
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Lauf an der Pegnitz-Neunhof, Welserstraße 3: nördliche Scheune

Vor allem im 17. und 18. Jahrhundert hatte sich Neunhof zum Mittelpunkt eines eigenständigen Territoriums entwickelt, das 1806 an Bayern fiel und noch bis 1848 als "Königlich-Bayerisches Freiherrlich von Welser‘sches Patrimonialamt Neunhof" bestand. In der Nähe des Welserschlosses, einer von mehreren Herrensitzen im Ort, befindet sich die Hofstelle Welserstraße 3, ein Bauernhaus von 1865 mit zwei zugeordneten Scheunen. Eines dieser Nutzgebäude ist auf 1803 datiert, die nördlichere Scheune könnte ebenfalls aus der Zeit um 1800 stammen – nähere Angaben fehlen jedoch. © Julia Krieger

Besonders der verbretterte Giebel veranschaulicht deutlich, dass alte Substanz übernommen, gesichert und ergänzt wurde, denn hier hebt sich das bereits länger verwitterte und daher bereits versilberte Holz deutlich von den neuen Latten ab. Gerade an derartigen, letztlich unspektakulären Einzelheiten wird das denkmalpflegerische Interesse deutlich, das diesem Bau entgegengebracht wurde.  

Sämtliche Arbeiten wurden vorbildlich ausgeführt. Was diese Sanierungsmaßnahme so lobenswert macht, ist nicht nur der Umstand, dass die Hofstelle nun in ihrer Gesamtheit erhalten bleiben kann. Auch, dass sich hier das selbstverständliche, verantwortungsvolle Handeln gegenüber der Vergangenheit zeigt – ohne messbaren finanziellen Nutzengewinn – zeichnet die Arbeiten aus.
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Lauf an der Pegnitz-Neunhof, Welserstraße 3: nördliche Scheune

Besonders der verbretterte Giebel veranschaulicht deutlich, dass alte Substanz übernommen, gesichert und ergänzt wurde, denn hier hebt sich das bereits länger verwitterte und daher bereits versilberte Holz deutlich von den neuen Latten ab. Gerade an derartigen, letztlich unspektakulären Einzelheiten wird das denkmalpflegerische Interesse deutlich, das diesem Bau entgegengebracht wurde.

Sämtliche Arbeiten wurden vorbildlich ausgeführt. Was diese Sanierungsmaßnahme so lobenswert macht, ist nicht nur der Umstand, dass die Hofstelle nun in ihrer Gesamtheit erhalten bleiben kann. Auch, dass sich hier das selbstverständliche, verantwortungsvolle Handeln gegenüber der Vergangenheit zeigt – ohne messbaren finanziellen Nutzengewinn – zeichnet die Arbeiten aus. © Julia Krieger

Dieser letztere, schmucklose Zweckbau mit Steildach wurde zuletzt komplett instand gesetzt. Das Fachwerk mit seinen ausgemauerten Sandsteingefachen war stark reparaturbedürftig geworden. Einige Balkenfußpunkte mussten dringend ausgetauscht werden.  

Beschädigte Sparren wurden teilweise erneuert, ein größerer Teil der Aufschieblinge darunter ausgetauscht und neu montiert. Das Dach der Scheune hat man abgedeckt und frisch verlattet sowie die Dachentwässerung ersetzt. Bei der Neueindeckung mit historisch passenden Sechseck-Biberschwanzziegeln konnten einige der erhaltenen Ziegel wiederverwendet werden, sofern ihr Erhaltungszustand dies erlaubte.
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Lauf an der Pegnitz-Neunhof, Welserstraße 3: nördliche Scheune

Dieser letztere, schmucklose Zweckbau mit Steildach wurde zuletzt komplett instand gesetzt. Das Fachwerk mit seinen ausgemauerten Sandsteingefachen war stark reparaturbedürftig geworden. Einige Balkenfußpunkte mussten dringend ausgetauscht werden.

Beschädigte Sparren wurden teilweise erneuert, ein größerer Teil der Aufschieblinge darunter ausgetauscht und neu montiert. Das Dach der Scheune hat man abgedeckt und frisch verlattet sowie die Dachentwässerung ersetzt. Bei der Neueindeckung mit historisch passenden Sechseck-Biberschwanzziegeln konnten einige der erhaltenen Ziegel wiederverwendet werden, sofern ihr Erhaltungszustand dies erlaubte. © Julia Krieger

Verkehrsgünstig an der wichtigen Handelsstraße von Nürnberg nach Prag gelegen, entwickelte sich das Stadtbild von Lauf zu einem typischen Straßenmarkt, wie er auch andere Städte in ähnlicher wirtschaftlicher Ausgangslage prägt. Die Straße verbreitert sich zu einem langgestreckten Platzgeviert, das giebelständige Häuser säumen und in dessen Mitte das Rathaus steht.  

Das Wohn- und Geschäftshaus Nummer 46 an der südlichen Längsseite des Marktplatzes, direkt dem Rathaus gegenüber, stammt in seiner heutigen Form aus dem 18./19. Jahrhundert. Lange Zeit gehörte es einer ortsansässigen Brauerei, die dort eine Gastwirtschaft betrieb. Selbst wenn sich jetzt im Erdgeschoss des zweigeschossigen Steildachbaus eine neuzeitliche Schaufensterfront befindet, kann das Gebäude durch sein leicht vorkragendes Obergeschoss und vor allem durch seinen charakteristischen Sichtfachwerkgiebel auf einigen alten Ansichten leicht identifiziert werden.
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Lauf an der Pegnitz, Marktplatz 46

Verkehrsgünstig an der wichtigen Handelsstraße von Nürnberg nach Prag gelegen, entwickelte sich das Stadtbild von Lauf zu einem typischen Straßenmarkt, wie er auch andere Städte in ähnlicher wirtschaftlicher Ausgangslage prägt. Die Straße verbreitert sich zu einem langgestreckten Platzgeviert, das giebelständige Häuser säumen und in dessen Mitte das Rathaus steht.

Das Wohn- und Geschäftshaus Nummer 46 an der südlichen Längsseite des Marktplatzes, direkt dem Rathaus gegenüber, stammt in seiner heutigen Form aus dem 18./19. Jahrhundert. Lange Zeit gehörte es einer ortsansässigen Brauerei, die dort eine Gastwirtschaft betrieb. Selbst wenn sich jetzt im Erdgeschoss des zweigeschossigen Steildachbaus eine neuzeitliche Schaufensterfront befindet, kann das Gebäude durch sein leicht vorkragendes Obergeschoss und vor allem durch seinen charakteristischen Sichtfachwerkgiebel auf einigen alten Ansichten leicht identifiziert werden. © Julia Krieger

Seine tatsächlichen Dimensionen lässt der Bau nicht auf den ersten Blick erschließen, denn er erstreckt sich sehr in die Tiefe. Ebenso ist auch der enorme Aufwand, der während seiner Sanierung betrieben wurde, im äußeren Erscheinungsbild kaum erkennbar. Hier fällt wohl die unter Beteiligung eines Restaurators überarbeitete und neu verputzte Fassade mit dem nun roten Fachwerk des Schaugiebels am meisten auf, an dessen Spitze ein Aufzugserker nach dem Vorbild alter Fotografien rekonstruiert wurde. 
Im Fachwerkgiebel und im Dachtragwerk gab es jedoch drastischere Schäden, die unbedingtes Handeln und ein – da Eigenleistung hier nicht möglich gewesen war – finanziell nicht unerhebliches Engagement erforderten. Die Schwelle, der querliegende Fußbalken am Giebel, drohte immer weiter in Richtung Marktplatz zu rutschen, was ein Absacken des gesamten Giebels zur Folge gehabt hätte. Auch die Fußpunkte der Sparren waren durchmorscht und hingen in der Luft. Die aufwendige Rettungsmaßnahme wurde in hoher handwerklicher Qualität ausgeführt. Die bestandserhaltene Überarbeitung und die Rekonstruktion des Aufzugserkers zeigen überdies eine große denkmalpflegerische Verantwortung, die hier zum Tragen gekommen ist und die man sich für so viele andere Bauten auch wünschen würde.
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Lauf an der Pegnitz, Marktplatz 46

Seine tatsächlichen Dimensionen lässt der Bau nicht auf den ersten Blick erschließen, denn er erstreckt sich sehr in die Tiefe. Ebenso ist auch der enorme Aufwand, der während seiner Sanierung betrieben wurde, im äußeren Erscheinungsbild kaum erkennbar. Hier fällt wohl die unter Beteiligung eines Restaurators überarbeitete und neu verputzte Fassade mit dem nun roten Fachwerk des Schaugiebels am meisten auf, an dessen Spitze ein Aufzugserker nach dem Vorbild alter Fotografien rekonstruiert wurde.

Im Fachwerkgiebel und im Dachtragwerk gab es jedoch drastischere Schäden, die unbedingtes Handeln und ein – da Eigenleistung hier nicht möglich gewesen war – finanziell nicht unerhebliches Engagement erforderten. Die Schwelle, der querliegende Fußbalken am Giebel, drohte immer weiter in Richtung Marktplatz zu rutschen, was ein Absacken des gesamten Giebels zur Folge gehabt hätte. Auch die Fußpunkte der Sparren waren durchmorscht und hingen in der Luft. Die aufwendige Rettungsmaßnahme wurde in hoher handwerklicher Qualität ausgeführt. Die bestandserhaltene Überarbeitung und die Rekonstruktion des Aufzugserkers zeigen überdies eine große denkmalpflegerische Verantwortung, die hier zum Tragen gekommen ist und die man sich für so viele andere Bauten auch wünschen würde. © Julia Krieger

Nachdem innerhalb der Städte der Platz oft begrenzt war, errichteten viele Ackerbürger ihre Scheunen vor den Stadtmauern. Solche Scheunenviertel sind im Nürnberger Land noch mancherorts zu finden, wie etwa in Hersbruck, wo außerhalb des ehemaligen Mauerrings ein Ensemble aus vier giebelständigen, dicht nebeneinanderliegenden Scheunenbauten steht. Die Scheune am Obermühlweg 11 wurde nun hervorragend saniert.
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Hersbruck, Obermühlweg 11: Scheune

Nachdem innerhalb der Städte der Platz oft begrenzt war, errichteten viele Ackerbürger ihre Scheunen vor den Stadtmauern. Solche Scheunenviertel sind im Nürnberger Land noch mancherorts zu finden, wie etwa in Hersbruck, wo außerhalb des ehemaligen Mauerrings ein Ensemble aus vier giebelständigen, dicht nebeneinanderliegenden Scheunenbauten steht. Die Scheune am Obermühlweg 11 wurde nun hervorragend saniert. © Julia Krieger

Im Zuge der Sanierung konnte diese Verbindung aufgehoben werden. Ein Zwischenbau wurde flacher gestaltet, um die Scheune auch optisch wieder zu vereinzeln. Von der Fundament- bis zur nötigen und aufwendigen Tragwerkssanierung geschahen alle Arbeiten denkmalgerecht, etwa die Reparaturen der Schäden im Mauerwerk und am durch Holzwurm sowie Feuchtigkeit stark geschädigten Fachwerk. Das Dach hat man mit Biberschwanzziegeln im Sechseckschnitt gedeckt, den Nordgiebel neu verschalt. Nach dem Vorbild einer Scheune aus Thalheim (heute im Freilandmuseum Bad Windsheim) konnte im Fachwerkgiebel ein Fenster in ursprünglichem Maß rekonstruiert werden. Für den Nachbau der Scheunentore verwendete man die alten Hölzer. Mit der farbigen Fassung erhielt die Scheune wieder ihr historisch-attraktives Erscheinungsbild.
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Hersbruck, Obermühlweg 11: Scheune

Im Zuge der Sanierung konnte diese Verbindung aufgehoben werden. Ein Zwischenbau wurde flacher gestaltet, um die Scheune auch optisch wieder zu vereinzeln. Von der Fundament- bis zur nötigen und aufwendigen Tragwerkssanierung geschahen alle Arbeiten denkmalgerecht, etwa die Reparaturen der Schäden im Mauerwerk und am durch Holzwurm sowie Feuchtigkeit stark geschädigten Fachwerk.

Das Dach hat man mit Biberschwanzziegeln im Sechseckschnitt gedeckt, den Nordgiebel neu verschalt. Nach dem Vorbild einer Scheune aus Thalheim (heute im Freilandmuseum Bad Windsheim) konnte im Fachwerkgiebel ein Fenster in ursprünglichem Maß rekonstruiert werden. Für den Nachbau der Scheunentore verwendete man die alten Hölzer. Mit der farbigen Fassung erhielt die Scheune wieder ihr historisch-attraktives Erscheinungsbild. © Julia Krieger

Es war wohl der Schmiedemeister Jakob Ruß, der 1783/84 (dendr.) den Nutzbau in Strebenfachwerk mit Schmuckelementen auf massivem Erdgeschoss errichtet hat. Die Scheune hat bereits mehrere Funktionswechsel hinter sich. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde sie zur Mühle umgebaut und mit der Nachbarscheune zusammengelegt.
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Hersbruck, Obermühlweg 11: Scheune

Es war wohl der Schmiedemeister Jakob Ruß, der 1783/84 (dendr.) den Nutzbau in Strebenfachwerk mit Schmuckelementen auf massivem Erdgeschoss errichtet hat. Die Scheune hat bereits mehrere Funktionswechsel hinter sich. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde sie zur Mühle umgebaut und mit der Nachbarscheune zusammengelegt. © Julia Krieger

Der Giebelschopf spielt dabei ebenso wie überlieferte Mühlenausstattung im Obergeschoss auf die frühere Funktion des Gebäudes an. Im Inneren sichern nur wenige Modifikationen (Strom, Gas, Wasser) als Zugeständnis an die Gegenwart die Zukunft des Gebäudes – zumal die neue Funktion als Garage und Werkstatt der ursprünglichen Nutzung nicht ganz fremd ist. Es bleibt zu hoffen, dass auch die benachbarten Zeugnisse früherer Lebenskultur eine ähnlich lobenswerte und substanzerhaltende Rettung erfahren.
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Hersbruck, Obermühlweg 11: Scheune

Der Giebelschopf spielt dabei ebenso wie überlieferte Mühlenausstattung im Obergeschoss auf die frühere Funktion des Gebäudes an. Im Inneren sichern nur wenige Modifikationen (Strom, Gas, Wasser) als Zugeständnis an die Gegenwart die Zukunft des Gebäudes – zumal die neue Funktion als Garage und Werkstatt der ursprünglichen Nutzung nicht ganz fremd ist. Es bleibt zu hoffen, dass auch die benachbarten Zeugnisse früherer Lebenskultur eine ähnlich lobenswerte und substanzerhaltende Rettung erfahren. © Julia Krieger

Martersäulen, eine Sonderform religiöser Kleindenkmäler, sind häufig an Wegen zu finden, um den Vorrübergehenden um ein Gebet für den Stifter zu bitten oder auch, um an ein vergangenes Unglück oder eine Freveltat zu erinnern. Oft bezeichnet eine Inschrift den individuellen Aufstellungsgrund. Fehlt diese oder lässt sie sich aufgrund des Erhaltungszustands nicht mehr deuten, kann nur über andere Quellen wie Legenden, die Darstellung selbst oder den ursprünglichen (selten zufällig gewählten) Aufstellungsort eine mögliche Bedeutung abgeleitet werden.
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Erlangen-Kosbach: Körner Marter und Rote Marter

Martersäulen, eine Sonderform religiöser Kleindenkmäler, sind häufig an Wegen zu finden, um den Vorrübergehenden um ein Gebet für den Stifter zu bitten oder auch, um an ein vergangenes Unglück oder eine Freveltat zu erinnern. Oft bezeichnet eine Inschrift den individuellen Aufstellungsgrund. Fehlt diese oder lässt sie sich aufgrund des Erhaltungszustands nicht mehr deuten, kann nur über andere Quellen wie Legenden, die Darstellung selbst oder den ursprünglichen (selten zufällig gewählten) Aufstellungsort eine mögliche Bedeutung abgeleitet werden. © Julia Krieger

Durch Vernachlässigung oder auch durch gezielten Vandalismus ging bereits eine große Anzahl dieser besonderen Klein- und Flurdenkmäler verloren. Umso anerkennenswerter ist es, wenn diesen Objekten substanzerhaltende Fürsorge zukommt, wie sie der Heimat- und Geschichtsverein e.V., Arbeitskreis Kosbach, bereits mehrfach und vor allem kontinuierlich gezeigt hat.
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Erlangen-Kosbach: Körner Marter und Rote Marter

Durch Vernachlässigung oder auch durch gezielten Vandalismus ging bereits eine große Anzahl dieser besonderen Klein- und Flurdenkmäler verloren. Umso anerkennenswerter ist es, wenn diesen Objekten substanzerhaltende Fürsorge zukommt, wie sie der Heimat- und Geschichtsverein e.V., Arbeitskreis Kosbach, bereits mehrfach und vor allem kontinuierlich gezeigt hat. © Julia Krieger

Vor kurzem wurde die im Wald bei Kosbach verborgene, sogenannte "Körner Marter", die erhaltungsbedingt auch als "eingefallene Marter" bezeichnet wird, restauriert. Nur der stark verwitterte Sandsteinsockel mit figürlichen Darstellungen auf allen Seiten des Blocks –möglicherweise Engelsköpfe, eine Taube und ein weiteres nicht näher zu identifizierendes Symbol – ist noch original erhalten. Schaft und Aufsatz sind als Nachempfindungen erst vor wenigen Jahren ergänzt worden. Die aus dem 17. Jahrhundert stammende Marter wurde nun nochmals von Algen, Flechten und Moos gereinigt. Absandende Stellen am Stein wurden gefestigt, schadhafte Fugen, die witterungsabhängig Folgeschäden nach sich ziehen würden, geschlossen.
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Erlangen-Kosbach: Körner Marter und Rote Marter

Vor kurzem wurde die im Wald bei Kosbach verborgene, sogenannte "Körner Marter", die erhaltungsbedingt auch als "eingefallene Marter" bezeichnet wird, restauriert. Nur der stark verwitterte Sandsteinsockel mit figürlichen Darstellungen auf allen Seiten des Blocks –möglicherweise Engelsköpfe, eine Taube und ein weiteres nicht näher zu identifizierendes Symbol – ist noch original erhalten. Schaft und Aufsatz sind als Nachempfindungen erst vor wenigen Jahren ergänzt worden. Die aus dem 17. Jahrhundert stammende Marter wurde nun nochmals von Algen, Flechten und Moos gereinigt. Absandende Stellen am Stein wurden gefestigt, schadhafte Fugen, die witterungsabhängig Folgeschäden nach sich ziehen würden, geschlossen. © Julia Krieger

Eine weitere Marter, die nach ihrer Farbgebung als "Rote Marter" (oder "Schöne Marter") genannt wird, steht neben dem Kosbacher Stadl – nachdem sie 1998 auf Initiative des Arbeitskreise von ihrem ursprünglichen Aufstellungsort an der Straße zwischen Kosbach und Untermembach versetzt wurde, um sie vor fortwährender, mutwilliger Beschädigung zu bewahren. Ihren alten Standort, um den sich einige Sagen ranken, kennzeichnet (wiederum auf Veranlassung des Vereins) eine schlichte Stele.
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Erlangen-Kosbach: Körner Marter und Rote Marter

Eine weitere Marter, die nach ihrer Farbgebung als "Rote Marter" (oder "Schöne Marter") genannt wird, steht neben dem Kosbacher Stadl – nachdem sie 1998 auf Initiative des Arbeitskreise von ihrem ursprünglichen Aufstellungsort an der Straße zwischen Kosbach und Untermembach versetzt wurde, um sie vor fortwährender, mutwilliger Beschädigung zu bewahren. Ihren alten Standort, um den sich einige Sagen ranken, kennzeichnet (wiederum auf Veranlassung des Vereins) eine schlichte Stele. © Julia Krieger

Der wahrscheinlich aus dem 15. Jahrhundert stammende Bildstock trägt einen rechteckigen Aufsatz mit Zinnen und Pyramidendach sowie in flach profilierten Nischen Relieffiguren. Auf der einen Seite ist eine Kreuzigung mit Assistenzfiguren zu erkennen, die bei einer zweiten Kreuzigungsdarstellung auf der anderen Seite fehlen. Die Schmalseiten zeigen jeweils einen Heiligen, Petrus mit dem Schlüssel und gegenüber wahrscheinlich Margarethe mit dem Drachen. Auch diese künstlerisch qualitätsvolle Marter wurde wiederum vorsichtig gereinigt, defekte Bereiche wurden sensibel restauriert.
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Erlangen-Kosbach: Körner Marter und Rote Marter

Der wahrscheinlich aus dem 15. Jahrhundert stammende Bildstock trägt einen rechteckigen Aufsatz mit Zinnen und Pyramidendach sowie in flach profilierten Nischen Relieffiguren. Auf der einen Seite ist eine Kreuzigung mit Assistenzfiguren zu erkennen, die bei einer zweiten Kreuzigungsdarstellung auf der anderen Seite fehlen. Die Schmalseiten zeigen jeweils einen Heiligen, Petrus mit dem Schlüssel und gegenüber wahrscheinlich Margarethe mit dem Drachen. Auch diese künstlerisch qualitätsvolle Marter wurde wiederum vorsichtig gereinigt, defekte Bereiche wurden sensibel restauriert. © Julia Krieger

Es ist vor allem dem Kosbacher Arbeitskreis des Erlanger Heimat- und Geschichtsvereins e. V. zu verdanken, dass diese in der allgemeinen Wahrnehmung oft vernachlässigten Kleindenkmäler erhalten bleiben können. Seiner Aufmerksamkeit, seinem stetigen Engagement und seinen kontinuierlichen – und an sich nicht kostenaufwendigen – Maßnahmen verdanken diese äußerst fragilen, aber volkskundlich höchst interessanten Flurdenkmäler im Erlanger Raum ihren Fortbestand.
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Erlangen-Kosbach: Körner Marter und Rote Marter

Es ist vor allem dem Kosbacher Arbeitskreis des Erlanger Heimat- und Geschichtsvereins e. V. zu verdanken, dass diese in der allgemeinen Wahrnehmung oft vernachlässigten Kleindenkmäler erhalten bleiben können. Seiner Aufmerksamkeit, seinem stetigen Engagement und seinen kontinuierlichen – und an sich nicht kostenaufwendigen – Maßnahmen verdanken diese äußerst fragilen, aber volkskundlich höchst interessanten Flurdenkmäler im Erlanger Raum ihren Fortbestand. © Julia Krieger

Um die Jahrhundertwende entwickelte sich der Erlanger Burgberg zur gehobenen Wohngegend. Es entstand eine ganze Reihe von repräsentativen Villen und Mietvillen, die teilweise von großzügigen Gartenanlagen umgeben wurden. An einem Hang an der Rathsberger Straße 8b bauten die Architekten Wolfgang Steidel und Heinrich Gehring, auf die in Erlangen noch mehrere Gebäude zurückgehen, 1911 für Georg Böhner eine Villa in historisierenden Formen.
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Erlangen, Rathsberger Straße 8b: Gartenanlage

Um die Jahrhundertwende entwickelte sich der Erlanger Burgberg zur gehobenen Wohngegend. Es entstand eine ganze Reihe von repräsentativen Villen und Mietvillen, die teilweise von großzügigen Gartenanlagen umgeben wurden. An einem Hang an der Rathsberger Straße 8b bauten die Architekten Wolfgang Steidel und Heinrich Gehring, auf die in Erlangen noch mehrere Gebäude zurückgehen, 1911 für Georg Böhner eine Villa in historisierenden Formen. © Julia Krieger

Das stark abschüssige Villengrundstück wurde mit einer Staffelung aus Stützmauern zu einem terrassenartig angelegten Garten umgestaltet, der durch teils symmetrisch verlaufene Treppen aus Klinkersteinen erschlossen wird. An oberster Stelle, nahe der Villa, befindet sich eine polygonale Aussichtsterrasse, in deren Sockel eine Brunnennische mit der Halbfigur eines (ursprünglich wasserspeienden) Fauns eingelassen ist. Auf einer tiefer liegenden, weiteren terrassierten Fläche liegt ein – wahrscheinlich deutlich älteres – kleines Gartenhaus.
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Erlangen, Rathsberger Straße 8b: Gartenanlage

Das stark abschüssige Villengrundstück wurde mit einer Staffelung aus Stützmauern zu einem terrassenartig angelegten Garten umgestaltet, der durch teils symmetrisch verlaufene Treppen aus Klinkersteinen erschlossen wird. An oberster Stelle, nahe der Villa, befindet sich eine polygonale Aussichtsterrasse, in deren Sockel eine Brunnennische mit der Halbfigur eines (ursprünglich wasserspeienden) Fauns eingelassen ist. Auf einer tiefer liegenden, weiteren terrassierten Fläche liegt ein – wahrscheinlich deutlich älteres – kleines Gartenhaus. © Julia Krieger

Die gesamte Gartenanlage befand sich in einem dramatisch maroden Zustand. Sie war nicht nur von Pflanzen überwuchert, sondern vor allem hatten Feuchtigkeit und Frost hohe Schäden angerichtet. Die Stützmauern waren einsturzgefährdet, alle Elemente der Treppen instabil und verwittert. Das kleine Gartenhaus befand sich in keinem besseren Zustand.
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Erlangen, Rathsberger Straße 8b: Gartenanlage

Die gesamte Gartenanlage befand sich in einem dramatisch maroden Zustand. Sie war nicht nur von Pflanzen überwuchert, sondern vor allem hatten Feuchtigkeit und Frost hohe Schäden angerichtet. Die Stützmauern waren einsturzgefährdet, alle Elemente der Treppen instabil und verwittert. Das kleine Gartenhaus befand sich in keinem besseren Zustand. © Julia Krieger

Zunächst wurde die Anlage freigelegt und entmüllt, anschließend statisch gesichert und, um die Feuchtigkeit auszuleiten, drainagiert. Anschließend konnten die historischen Treppenläufe mit den gereinigten Klinkersteinoriginalen wieder aufgemauert, verfugt und verputzt werden. Nicht zu rettende Teile wurden nach Aufmaß rekonstruiert. Die Brunnennische samt Figur wurde restauriert, das verfallene und durchfeuchtete Gartenhäuschen komplett saniert. Alle diese denkmalgerecht durchgeführten Arbeiten dieser außergewöhnlichen Sanierung wurden inklusive des noch zum Teil bestehenden, bauzeitlichen Pflanzenbestandes umfassend dokumentiert.
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Erlangen, Rathsberger Straße 8b: Gartenanlage

Zunächst wurde die Anlage freigelegt und entmüllt, anschließend statisch gesichert und, um die Feuchtigkeit auszuleiten, drainagiert. Anschließend konnten die historischen Treppenläufe mit den gereinigten Klinkersteinoriginalen wieder aufgemauert, verfugt und verputzt werden. Nicht zu rettende Teile wurden nach Aufmaß rekonstruiert. Die Brunnennische samt Figur wurde restauriert, das verfallene und durchfeuchtete Gartenhäuschen komplett saniert. Alle diese denkmalgerecht durchgeführten Arbeiten dieser außergewöhnlichen Sanierung wurden inklusive des noch zum Teil bestehenden, bauzeitlichen Pflanzenbestandes umfassend dokumentiert. © Julia Krieger

Dank des außerordentlichen und finanziell nicht unerheblichen Engagements des Eigentümers konnte der Villengarten als Zeugnis gehobener bürgerlicher Wohn- und Gartenkultur erhalten bleiben. Es wäre zu wünschen, dass er in Zukunft wieder auf Dauer die ihm zustehende, große Wertschätzung und Pflege erfährt.
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Erlangen, Rathsberger Straße 8b: Gartenanlage

Dank des außerordentlichen und finanziell nicht unerheblichen Engagements des Eigentümers konnte der Villengarten als Zeugnis gehobener bürgerlicher Wohn- und Gartenkultur erhalten bleiben. Es wäre zu wünschen, dass er in Zukunft wieder auf Dauer die ihm zustehende, große Wertschätzung und Pflege erfährt. © Julia Krieger

Der Wiederaufbau der Altstadt Erlangens nach der verheerenden Brandkatastrophe 1706 erfolgte nach den Gestaltungsprinzipien der Einheitsbauten, die auch in den Folgejahren verbindlich blieben. In der ab 1724 angelegten Neuen Straße, die am Martin-Luther-Platz auf die Hauptstraße trifft, stehen vor allem in dem Abschnitt bis zum Katholischem Kirchplatz auf sehr schmal zugeschnittenen Grundstückparzellen zahlreiche Traufseithäuser. Dazu gehört auch das im 18. Jahrhundert errichtete Haus Nummer 5, das als verputzter Fachwerkbau mit dreiachsiger Fensterfront jedoch schlicht und ohne Zwerchgiebel gestaltet ist.  

Lange führte das heruntergekommene Haus – an der heute als Durchgangsstraße belasteten Verkehrsachse, deren Erscheinungsbild erst in jüngster Zeit nach und nach wiederaufgewertet wird – ein Schattendasein, bis es durch den Innovationsgeist und die Experimentierfreude der jetzigen Eigentümer zu neuem Leben erweckt wurde. Die schmucklose Straßenfassade wurde während der Sanierung überarbeitet und mit wenigen, aber wirkungsvollen Mitteln wie Fensterläden, historisch passende Fenster und einem Gesimsband aufgewertet.
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Erlangen, Neue Straße 5

Der Wiederaufbau der Altstadt Erlangens nach der verheerenden Brandkatastrophe 1706 erfolgte nach den Gestaltungsprinzipien der Einheitsbauten, die auch in den Folgejahren verbindlich blieben. In der ab 1724 angelegten Neuen Straße, die am Martin-Luther-Platz auf die Hauptstraße trifft, stehen vor allem in dem Abschnitt bis zum Katholischem Kirchplatz auf sehr schmal zugeschnittenen Grundstückparzellen zahlreiche Traufseithäuser. Dazu gehört auch das im 18. Jahrhundert errichtete Haus Nummer 5, das als verputzter Fachwerkbau mit dreiachsiger Fensterfront jedoch schlicht und ohne Zwerchgiebel gestaltet ist.

Lange führte das heruntergekommene Haus – an der heute als Durchgangsstraße belasteten Verkehrsachse, deren Erscheinungsbild erst in jüngster Zeit nach und nach wiederaufgewertet wird – ein Schattendasein, bis es durch den Innovationsgeist und die Experimentierfreude der jetzigen Eigentümer zu neuem Leben erweckt wurde. Die schmucklose Straßenfassade wurde während der Sanierung überarbeitet und mit wenigen, aber wirkungsvollen Mitteln wie Fensterläden, historisch passende Fenster und einem Gesimsband aufgewertet. © Julia Krieger

Auf der Hofseite wurde ein neuzeitlicher Anbau renoviert und modern verkleidet, was ihn deutlich von dem historischen Bestand absetzt. Dieser wurde ebenfalls umfassend saniert. Zahlreiche, trotz der vielen Umbauten überlieferte Substanz wurde – ohne dass es zwingend notwendig gewesen wäre, da das Gebäude keinen Einzeldenkmalstatus innehat – erhalten und aufgearbeitet. Alle Arbeiten sind handwerklich sehr gut durchgeführt, beim Verputz kamen sogar alte Techniken zum Einsatz.
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Erlangen, Neue Straße 5

Auf der Hofseite wurde ein neuzeitlicher Anbau renoviert und modern verkleidet, was ihn deutlich von dem historischen Bestand absetzt. Dieser wurde ebenfalls umfassend saniert. Zahlreiche, trotz der vielen Umbauten überlieferte Substanz wurde – ohne dass es zwingend notwendig gewesen wäre, da das Gebäude keinen Einzeldenkmalstatus innehat – erhalten und aufgearbeitet. Alle Arbeiten sind handwerklich sehr gut durchgeführt, beim Verputz kamen sogar alte Techniken zum Einsatz. © Julia Krieger

Die vielfältigen Entwicklungsmöglichkeiten des Haues wurden erkannt und kreativ genutzt: aus dem Fachwerk wurden im Erdgeschoss Gefache entfernt und ein großer, attraktiver Wohnraum geschaffen. Die Küche lässt sich über eine breite Glasfront in den Hof öffnen. Jeder Winkel des historischen Baus wird genutzt, ohne dass es in der Gesamtheit gedrängt wirken würde. Gerade dieses ideenreiche Nutzungskonzept unter Ausschöpfung sämtlicher zur Verfügung stehenden Platzressourcen schafft attraktiven, modernen Wohnraum mitten in der Stadt – und das als eine gelungene Kombination mit der vorbildhaften, schonenden Übernahme historischer Elemente.
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Erlangen, Neue Straße 5

Die vielfältigen Entwicklungsmöglichkeiten des Haues wurden erkannt und kreativ genutzt: aus dem Fachwerk wurden im Erdgeschoss Gefache entfernt und ein großer, attraktiver Wohnraum geschaffen. Die Küche lässt sich über eine breite Glasfront in den Hof öffnen. Jeder Winkel des historischen Baus wird genutzt, ohne dass es in der Gesamtheit gedrängt wirken würde. Gerade dieses ideenreiche Nutzungskonzept unter Ausschöpfung sämtlicher zur Verfügung stehenden Platzressourcen schafft attraktiven, modernen Wohnraum mitten in der Stadt – und das als eine gelungene Kombination mit der vorbildhaften, schonenden Übernahme historischer Elemente. © Julia Krieger

Die Innenstadt Erlangens ist vor allem durch die in der Grundform einheitlichen, traufseitig zur Straße liegenden, zweigeschossigen Häuser aus Sandstein geprägt, die sich im Detail zwar voneinander unterscheiden, aber dennoch ein geschlossenes Gesamtbild ergeben. Die Hauptstraße wird – mit wenigen Ausnahmen – durch Vertreter dieses "Erlanger Einheitshauses" charakterisiert, das mit der sehr geglückten Sanierung des Hauses Nummer 71 um ein weiteres Musterexemplar reicher ist. 

In dem zweigeschossigen Sandsteinbau, erbaut 1736, war die Altstädter Fleischbank untergebracht, in der bis ca. 1870 alle zum Verkauf stehenden Fleischwaren der Stadt angeboten wurden (die Neustädter Fleischbank lag am Marktplatz). Auch danach wurde in dem Gebäude noch lange das Metzgereigewerbe fortgeführt.
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Erlangen, Hauptstraße 71: ehemalige Altstädter Fleischbank

Die Innenstadt Erlangens ist vor allem durch die in der Grundform einheitlichen, traufseitig zur Straße liegenden, zweigeschossigen Häuser aus Sandstein geprägt, die sich im Detail zwar voneinander unterscheiden, aber dennoch ein geschlossenes Gesamtbild ergeben. Die Hauptstraße wird – mit wenigen Ausnahmen – durch Vertreter dieses "Erlanger Einheitshauses" charakterisiert, das mit der sehr geglückten Sanierung des Hauses Nummer 71 um ein weiteres Musterexemplar reicher ist.

In dem zweigeschossigen Sandsteinbau, erbaut 1736, war die Altstädter Fleischbank untergebracht, in der bis ca. 1870 alle zum Verkauf stehenden Fleischwaren der Stadt angeboten wurden (die Neustädter Fleischbank lag am Marktplatz). Auch danach wurde in dem Gebäude noch lange das Metzgereigewerbe fortgeführt. © Julia Krieger

In den 1960er Jahren war die Fassade des Hauses durch den Einbau von Schaufenstern, die später noch zu Vollflächenfenstern vergrößert wurden, stark beeinträchtigt worden. Ein Betonbau, der das Erdgeschoss mitsamt dem Innenhof überdachte, um für einen Möbelladen weitere Fläche zu schaffen, veränderte die Raumstruktur massiv. Bei dem jüngst erfolgten, aufwendigen Komplettumbau wurde dieser Einbau abgebrochen, anschließend der Hof neuangelegt und die Nebengebäude in das neue Nutzungskonzept einbezogen.
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Erlangen, Hauptstraße 71: ehemalige Altstädter Fleischbank

In den 1960er Jahren war die Fassade des Hauses durch den Einbau von Schaufenstern, die später noch zu Vollflächenfenstern vergrößert wurden, stark beeinträchtigt worden. Ein Betonbau, der das Erdgeschoss mitsamt dem Innenhof überdachte, um für einen Möbelladen weitere Fläche zu schaffen, veränderte die Raumstruktur massiv. Bei dem jüngst erfolgten, aufwendigen Komplettumbau wurde dieser Einbau abgebrochen, anschließend der Hof neuangelegt und die Nebengebäude in das neue Nutzungskonzept einbezogen. © Julia Krieger

Nach wenigen erhaltenen Resten und nach Vorbild eines Nachbarhauses (Nummer 60) wurden in dem nun teilüberdachten Innenhof sogar die für Erlangen typischen Altane teilrekonstruiert. Einige Fenster und Teile einer Decke konnten ebenso wie die als Dachbodenfund überlieferten Innentüren mitsamt den Beschlägen aufgearbeitet werden. Auch die Fassade erhielt ihr ursprüngliches Aussehen wieder. Die Schaufensterfront wurde rückgebaut, dazu kamen eine historische passende Tür und neue Fenster mit geohrter Rahmung, die sich an die des Obergeschosses anlehnt. Selbst die neu hinzugefügten Dachgauben fügen sich bestens in das historische Bild ein.
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Erlangen, Hauptstraße 71: ehemalige Altstädter Fleischbank

Nach wenigen erhaltenen Resten und nach Vorbild eines Nachbarhauses (Nummer 60) wurden in dem nun teilüberdachten Innenhof sogar die für Erlangen typischen Altane teilrekonstruiert. Einige Fenster und Teile einer Decke konnten ebenso wie die als Dachbodenfund überlieferten Innentüren mitsamt den Beschlägen aufgearbeitet werden. Auch die Fassade erhielt ihr ursprüngliches Aussehen wieder. Die Schaufensterfront wurde rückgebaut, dazu kamen eine historische passende Tür und neue Fenster mit geohrter Rahmung, die sich an die des Obergeschosses anlehnt. Selbst die neu hinzugefügten Dachgauben fügen sich bestens in das historische Bild ein. © Julia Krieger

Dank des hervorragenden denkmalpflegerischen Bewusstseins des Eigentümers wurde, was nicht an Originalsubstanz überliefert war, nach Vorbildern in passenden Materialien nachempfunden und sensibel eingepasst. Das war zwar eine kosten- und zeitintensive Vorgehensweise, aber im Ergebnis ist sie so erfreulich, dass man sich dieses Haus gar nicht mehr anders denken mag.
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Erlangen, Hauptstraße 71: ehemalige Altstädter Fleischbank

Dank des hervorragenden denkmalpflegerischen Bewusstseins des Eigentümers wurde, was nicht an Originalsubstanz überliefert war, nach Vorbildern in passenden Materialien nachempfunden und sensibel eingepasst. Das war zwar eine kosten- und zeitintensive Vorgehensweise, aber im Ergebnis ist sie so erfreulich, dass man sich dieses Haus gar nicht mehr anders denken mag. © Julia Krieger

Auf die Geschichte Erlangens als Bierstadt verweisen die vielen, ab 1675 am Burgberg gegrabenen Bierkeller. Seit dem 18. Jahrhundert finden sich über vielen Kellereingängen sogenannte "Lusthäuslein", quadratische oder achteckige Häuschen, die vor allem während der alljährlich stattfindenden Bergkirchweih, zum Teil auch unter dem Jahr, als Ausschank dienen. 

Eines dieser Kellerhäuschen (der sogenannte Birkners Keller, benannt nach Emil Birkner, einem Gastwirt am Ende des 19. Jahrhunderts), mit dem Kellereingang im Untergeschoss und der Trinkstube darüber, wurde 1823 als schlichter quadratischer Sandsteinbau errichtet. 1929 wurde es in den Neubau des Verbindungshauses der Corps Guestphalia direkt dahinter integriert und mit dem Kommerssaal verbunden.
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Erlangen, An den Kellern 45, Verbindungshaus Corps Guestphalia: Kellerhäuschen

Auf die Geschichte Erlangens als Bierstadt verweisen die vielen, ab 1675 am Burgberg gegrabenen Bierkeller. Seit dem 18. Jahrhundert finden sich über vielen Kellereingängen sogenannte "Lusthäuslein", quadratische oder achteckige Häuschen, die vor allem während der alljährlich stattfindenden Bergkirchweih, zum Teil auch unter dem Jahr, als Ausschank dienen.

Eines dieser Kellerhäuschen (der sogenannte Birkners Keller, benannt nach Emil Birkner, einem Gastwirt am Ende des 19. Jahrhunderts), mit dem Kellereingang im Untergeschoss und der Trinkstube darüber, wurde 1823 als schlichter quadratischer Sandsteinbau errichtet. 1929 wurde es in den Neubau des Verbindungshauses der Corps Guestphalia direkt dahinter integriert und mit dem Kommerssaal verbunden. © Julia Krieger

Decke und Wände der Trinkstube wurden holzvertäfelt, die Möblierung erfolgte historisierend im altdeutschen Stil. Nachdem die Alliierten das nach dem Zweiten Weltkrieg beschlagnahmte Gebäude wieder zurückgegeben hatten, wurde in den 1950er Jahren die weitgehend erhalten gebliebene Innenausstattung – in der Absicht, dem historischen Aussehen damit nah zu kommen – dunkel gefasst und mit Details wie etwa altdeutschen Leuchtern oder mit Dekorationselementen ausgestattet.
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Erlangen, An den Kellern 45, Verbindungshaus Corps Guestphalia: Kellerhäuschen

Decke und Wände der Trinkstube wurden holzvertäfelt, die Möblierung erfolgte historisierend im altdeutschen Stil. Nachdem die Alliierten das nach dem Zweiten Weltkrieg beschlagnahmte Gebäude wieder zurückgegeben hatten, wurde in den 1950er Jahren die weitgehend erhalten gebliebene Innenausstattung – in der Absicht, dem historischen Aussehen damit nah zu kommen – dunkel gefasst und mit Details wie etwa altdeutschen Leuchtern oder mit Dekorationselementen ausgestattet. © Julia Krieger

Diese schwerfällig und altertümlich wirkende Überformung wurde mit der jüngsten Restaurierung zurückgenommen und der Ursprungszustand von 1929 rekonstruiert. Archivrecherchen von Seiten der Verbindung unterstützen die denkmalpflegerisch gut dokumentierte Maßnahme, bei der bauzeitliche Fotografien und sogar der Wandaufriss des Architekten als Vorlage hatten dienen können. Nachdem eine Fußbodenheizung verlegt worden war, konnten fehlende Teile der Wandverkleidung ergänzt werden. Die bleiverglasten Fenster wurden aufgearbeitet und nach Befund neu gefasst.
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Erlangen, An den Kellern 45, Verbindungshaus Corps Guestphalia: Kellerhäuschen

Diese schwerfällig und altertümlich wirkende Überformung wurde mit der jüngsten Restaurierung zurückgenommen und der Ursprungszustand von 1929 rekonstruiert. Archivrecherchen von Seiten der Verbindung unterstützen die denkmalpflegerisch gut dokumentierte Maßnahme, bei der bauzeitliche Fotografien und sogar der Wandaufriss des Architekten als Vorlage hatten dienen können. Nachdem eine Fußbodenheizung verlegt worden war, konnten fehlende Teile der Wandverkleidung ergänzt werden. Die bleiverglasten Fenster wurden aufgearbeitet und nach Befund neu gefasst. © Julia Krieger

Die sehr dunkle Lasur der Möbel, Wände und der Decke sowie Dekorationselemente aus den 1950er Jahren wurden abgenommen. Der zuvor sehr schwere und dunkle Raum erscheint jetzt in der helleren Originalfassung (wie etwa an dem Farbwechsel der Holzkassettendecke mit den rötlichen, profilierten Leisten gut zu erkennen ist) in einem anderen, freundlicheren Licht – und rezipiert mit diesem kleinen, aber feinen Nuancenunterschied eine ganz andere Auffassung von Historismus. Insgesamt trägt die Wiederherstellung des Originalzustands bei dieser lobenswerten Restaurierung ein interessantes Detail zur Stadtgeschichte bzw. insbesondere zu der des Burgbergs bei.
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Erlangen, An den Kellern 45, Verbindungshaus Corps Guestphalia: Kellerhäuschen

Die sehr dunkle Lasur der Möbel, Wände und der Decke sowie Dekorationselemente aus den 1950er Jahren wurden abgenommen. Der zuvor sehr schwere und dunkle Raum erscheint jetzt in der helleren Originalfassung (wie etwa an dem Farbwechsel der Holzkassettendecke mit den rötlichen, profilierten Leisten gut zu erkennen ist) in einem anderen, freundlicheren Licht – und rezipiert mit diesem kleinen, aber feinen Nuancenunterschied eine ganz andere Auffassung von Historismus. Insgesamt trägt die Wiederherstellung des Originalzustands bei dieser lobenswerten Restaurierung ein interessantes Detail zur Stadtgeschichte bzw. insbesondere zu der des Burgbergs bei. © Julia Krieger

Im Altort der Marktgemeinde Wendelstein erzählt das Gebäude in der Hauptstraße 22 von einer langen Gasthaustradition. Aus schriftlichen Quellen geht hervor, dass hier schon 1742 ein Wirt und Metzger ansässig war. Das genaue Entstehungsjahr des Gebäudes ist nicht zu ermitteln; es ist allerdings anzunehmen dass es im 18. Jahrhundert schon auf einem älteren Kern errichtet worden war.  

Der stattliche, zweigeschossige Bau mit sechs Fensterachsen, Satteldach und Putzfassade steht traufseitig zur Wendelsteiner Hauptstraße, die in Ost-West-Richtung verläuft. Diese prominente Lage und Größe weist auf die historische Bedeutung des Gebäudes hin. Das Ortsbild litt unter dem zuletzt mehrere Jahre lang leerstehenden Gasthaus. Abplatzender Putz an der farbig unpassenden Fassade, nachträglich eingefügte Glasbausteine am Eingang sowie nicht denkmalgerechte Fenster verliehen dem Objekt ein nur wenig ansprechendes Aussehen.
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Wendelstein, Hauptstraße 22

Im Altort der Marktgemeinde Wendelstein erzählt das Gebäude in der Hauptstraße 22 von einer langen Gasthaustradition. Aus schriftlichen Quellen geht hervor, dass hier schon 1742 ein Wirt und Metzger ansässig war. Das genaue Entstehungsjahr des Gebäudes ist nicht zu ermitteln; es ist allerdings anzunehmen dass es im 18. Jahrhundert schon auf einem älteren Kern errichtet worden war.

Der stattliche, zweigeschossige Bau mit sechs Fensterachsen, Satteldach und Putzfassade steht traufseitig zur Wendelsteiner Hauptstraße, die in Ost-West-Richtung verläuft. Diese prominente Lage und Größe weist auf die historische Bedeutung des Gebäudes hin. Das Ortsbild litt unter dem zuletzt mehrere Jahre lang leerstehenden Gasthaus. Abplatzender Putz an der farbig unpassenden Fassade, nachträglich eingefügte Glasbausteine am Eingang sowie nicht denkmalgerechte Fenster verliehen dem Objekt ein nur wenig ansprechendes Aussehen. © Andrea May

Umso erfreulicher ist es, dass neue Eigentümer das Haus nicht nur denkmalgerecht renovierten, sondern zugleich die lange Gasthaustradition in den historischen Mauern fortsetzten. Im Zuge seiner Instandsetzung bekam das Gebäude eine neue Putzfassade. Außerdem wurden die Glasbausteine entfernt. Passende Fensteröffnungen am Eingang schaffen wieder ein stimmigeres Äußeres. Der Einbau geteilter Holzfenster rundet das positive Gesamtbild ab. Im Inneren war kaum noch etwas von der historischen Ausstattung erhalten, unter anderem als Folge der früheren Nutzung des Erdgeschosses als Metzgerei. Ein seltenes Relikt war eine historische Sandsteinmauer, die behutsam freigelegt und geschickt in den Gastraum integriert worden ist.  

Nach Abschluss der Arbeiten, bei denen sehr viel in Eigenleistung erfolgte, wird das Gebäude seiner prominenten Lage wieder gerecht. Die Eigentümer haben nicht nur ein Baudenkmal vor dem sicheren Verfall bewahrt, sondern auch eine jahrhundertelange Gasthaustradition fortgesetzt. Die Hauptstraße wurde wieder belebt und aufgewertet sowie der gesamte Altort bereichert.
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Wendelstein, Hauptstraße 22

Umso erfreulicher ist es, dass neue Eigentümer das Haus nicht nur denkmalgerecht renovierten, sondern zugleich die lange Gasthaustradition in den historischen Mauern fortsetzten. Im Zuge seiner Instandsetzung bekam das Gebäude eine neue Putzfassade. Außerdem wurden die Glasbausteine entfernt. Passende Fensteröffnungen am Eingang schaffen wieder ein stimmigeres Äußeres. Der Einbau geteilter Holzfenster rundet das positive Gesamtbild ab. Im Inneren war kaum noch etwas von der historischen Ausstattung erhalten, unter anderem als Folge der früheren Nutzung des Erdgeschosses als Metzgerei. Ein seltenes Relikt war eine historische Sandsteinmauer, die behutsam freigelegt und geschickt in den Gastraum integriert worden ist.

Nach Abschluss der Arbeiten, bei denen sehr viel in Eigenleistung erfolgte, wird das Gebäude seiner prominenten Lage wieder gerecht. Die Eigentümer haben nicht nur ein Baudenkmal vor dem sicheren Verfall bewahrt, sondern auch eine jahrhundertelange Gasthaustradition fortgesetzt. Die Hauptstraße wurde wieder belebt und aufgewertet sowie der gesamte Altort bereichert. © Andrea May

Das Spalter Kornhaus ist ein weithin sichtbarer, monumentaler, dreigeschossiger Satteldachbau in Fachwerkbauweise: 36 Meter lang, 13 Meter breit, 20 Meter hoch. Er stammt aus dem Jahr 1456 und ist das älteste und prominenteste Profangebäude der Stadt. Bis 1984 wurde es als Hopfenlager genutzt.  

Wie das wertvolle Denkmal für die Zukunft erhalten und genutzt werden sollte, war die problematische Frage, auf die die Stadt Spalt über Jahrzehnte hin eine Antwort suchte.
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Spalt, Gabrieliplatz 1: Kornhaus

Das Spalter Kornhaus ist ein weithin sichtbarer, monumentaler, dreigeschossiger Satteldachbau in Fachwerkbauweise: 36 Meter lang, 13 Meter breit, 20 Meter hoch. Er stammt aus dem Jahr 1456 und ist das älteste und prominenteste Profangebäude der Stadt. Bis 1984 wurde es als Hopfenlager genutzt. Wie das wertvolle Denkmal für die Zukunft erhalten und genutzt werden sollte, war die problematische Frage, auf die die Stadt Spalt über Jahrzehnte hin eine Antwort suchte. © Andrea May

Das Gebäude befand sich damals nicht nur wegen seines hohen Alters in einem sanierungsbedürftigen Zustand. Auch nicht fachgerechte Eingriffe in der Vergangenheit hatten Anteil daran. Zuletzt bestand dringender Handlungsbedarf. Nach vielen Jahren nahm schließlich die Idee, hier ein Museum zum Thema Hopfen und Bier einzurichten, mehr und mehr Gestalt an und konnte glücklicherweise ab 2009 in die Tat umgesetzt werden.
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Spalt, Gabrieliplatz 1: Kornhaus

Das Gebäude befand sich damals nicht nur wegen seines hohen Alters in einem sanierungsbedürftigen Zustand. Auch nicht fachgerechte Eingriffe in der Vergangenheit hatten Anteil daran. Zuletzt bestand dringender Handlungsbedarf. Nach vielen Jahren nahm schließlich die Idee, hier ein Museum zum Thema Hopfen und Bier einzurichten, mehr und mehr Gestalt an und konnte glücklicherweise ab 2009 in die Tat umgesetzt werden. © Andrea May

Die hierfür notwendige Gesamtsanierung gestaltete sich sowohl angesichts der Schädigungen, als auch wegen der geplanten Umnutzung als äußerst umfangreich. Zunächst mussten u. a. das Fundament saniert, die Deckenbalkenauflager instand gesetzt, das gesamte Dachwerk statisch ertüchtigt und die Dachdeckung erneuert werden. Rissen im Mauerwerk wirkte man durch Vernadeln und Verpressen entgegen. Im Sockelbereich hat man teilweise Vierungen eingesetzt und die alte Torsituation wieder hergestellt.
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Spalt, Gabrieliplatz 1: Kornhaus

Die hierfür notwendige Gesamtsanierung gestaltete sich sowohl angesichts der Schädigungen, als auch wegen der geplanten Umnutzung als äußerst umfangreich. Zunächst mussten u. a. das Fundament saniert, die Deckenbalkenauflager instand gesetzt, das gesamte Dachwerk statisch ertüchtigt und die Dachdeckung erneuert werden. Rissen im Mauerwerk wirkte man durch Vernadeln und Verpressen entgegen. Im Sockelbereich hat man teilweise Vierungen eingesetzt und die alte Torsituation wieder hergestellt. © Andrea May

Die beeindruckende Wirkung der offenen Räume im Inneren sollte unbedingt ungeschmälert erhalten bleiben. Die Ausstattung hier wurde daher nur gereinigt und konserviert, Bemalungen stellenweise ergänzt. Die moderne Museumseinrichtung ordnet sich den Räumlichkeiten klar unter.
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Spalt, Gabrieliplatz 1: Kornhaus

Die beeindruckende Wirkung der offenen Räume im Inneren sollte unbedingt ungeschmälert erhalten bleiben. Die Ausstattung hier wurde daher nur gereinigt und konserviert, Bemalungen stellenweise ergänzt. Die moderne Museumseinrichtung ordnet sich den Räumlichkeiten klar unter. © Andrea May

Wegen der geplanten öffentlichen Nutzung mussten zahlreiche Vorgaben hinsichtlich Brandschutz und Barrierefreiheit erfüllt werden. Diese mit einer denkmalgerechten Sanierung zu vereinen, war eine Herausforderung. So mussten z. B. Bodenaufbauten geändert werden, unter denen die alten Bodendielen noch erhalten sind. Eine vorgeschriebene Fluchttreppe ist denkmalschonend anstelle eines ehemaligen Lastenaufzuges untergebracht. Glaswände trennen sie vom Ausstellungsbereich ab. Der barrierefreie Zugang und sanitäre Einrichtungen wurden in einem turmartigen Abbau an der rückwärtigen Giebelseite untergebracht. 

Nach Abschluss der vorbildlichen und fachgerechten Maßnahme ist der Erhalt des Spalter "Kornhauses" wieder langfristig gesichert. Einen schöneren Ort hätte man für das sehenswerte Museum "HopfenBierGut" nicht finden können.
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Spalt, Gabrieliplatz 1: Kornhaus

Wegen der geplanten öffentlichen Nutzung mussten zahlreiche Vorgaben hinsichtlich Brandschutz und Barrierefreiheit erfüllt werden. Diese mit einer denkmalgerechten Sanierung zu vereinen, war eine Herausforderung. So mussten z. B. Bodenaufbauten geändert werden, unter denen die alten Bodendielen noch erhalten sind. Eine vorgeschriebene Fluchttreppe ist denkmalschonend anstelle eines ehemaligen Lastenaufzuges untergebracht. Glaswände trennen sie vom Ausstellungsbereich ab. Der barrierefreie Zugang und sanitäre Einrichtungen wurden in einem turmartigen Abbau an der rückwärtigen Giebelseite untergebracht.

Nach Abschluss der vorbildlichen und fachgerechten Maßnahme ist der Erhalt des Spalter "Kornhauses" wieder langfristig gesichert. Einen schöneren Ort hätte man für das sehenswerte Museum "HopfenBierGut" nicht finden können. © Andrea May

Der Markgrafenbrunnen in Roth ist das Zierstück des Marktplatzes. Er wurde 1757 von Markgraf Carl Wilhelm Friedrich anstelle eines hölzernen Vorgängers errichtet und besteht aus einem geschweiften Sandsteinbecken, in dessen Mitte ein reich dekorierter Sandsteinpfeiler aufragt. Drei Seiten seines Postaments sind mit je einem reliefierten Maskaron – einem menschlichen Gesicht – versehen, das zugleich als Wasserspeier dient. An den abgeflachten Ecken finden sich Wassertiere. Die darüberliegende Dekorationsebene ist mit vier Kartuschen geschmückt, eine davon zeigt eine Frauenbüste. Darüber ist das Monogramm des Erbauers zu sehen. Bekrönt wird der Pfeiler von einem schwarzen Adler auf einer goldenen Kugel.
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Roth, Marktplatz: Markgrafenbrunnen

Der Markgrafenbrunnen in Roth ist das Zierstück des Marktplatzes. Er wurde 1757 von Markgraf Carl Wilhelm Friedrich anstelle eines hölzernen Vorgängers errichtet und besteht aus einem geschweiften Sandsteinbecken, in dessen Mitte ein reich dekorierter Sandsteinpfeiler aufragt. Drei Seiten seines Postaments sind mit je einem reliefierten Maskaron – einem menschlichen Gesicht – versehen, das zugleich als Wasserspeier dient.

An den abgeflachten Ecken finden sich Wassertiere. Die darüberliegende Dekorationsebene ist mit vier Kartuschen geschmückt, eine davon zeigt eine Frauenbüste. Darüber ist das Monogramm des Erbauers zu sehen. Bekrönt wird der Pfeiler von einem schwarzen Adler auf einer goldenen Kugel. © Andrea May

1967 wurde der Brunnen einer ersten umfangreichen Sanierung unterzogen. Rückblickend hat ihm diese geschadet, denn wegen der damals willkürlich ausgewählten Farbigkeit hat er viel von seiner ursprünglichen Wirkung eingebüßt. Gliederung und Detailreichtum der Dekoration waren damit gleichermaßen verloren gegangen. 

Da sich zuletzt auf Grund von Setzungsvorgängen Risse im Wasserbecken gebildet hatten, trat kontinuierlich Wasser aus und führte zu einer Durchfeuchtung des Brunnenbecken. Bei der unumgänglichen Instandsetzung wurde zunächst die Substanz gesichert. Um das Objekt auch künftig vor eindringender Nässe zu schützen, baute man ein Edelstahlbecken ein.
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Roth, Marktplatz: Markgrafenbrunnen

1967 wurde der Brunnen einer ersten umfangreichen Sanierung unterzogen. Rückblickend hat ihm diese geschadet, denn wegen der damals willkürlich ausgewählten Farbigkeit hat er viel von seiner ursprünglichen Wirkung eingebüßt. Gliederung und Detailreichtum der Dekoration waren damit gleichermaßen verloren gegangen.

Da sich zuletzt auf Grund von Setzungsvorgängen Risse im Wasserbecken gebildet hatten, trat kontinuierlich Wasser aus und führte zu einer Durchfeuchtung des Brunnenbecken. Bei der unumgänglichen Instandsetzung wurde zunächst die Substanz gesichert. Um das Objekt auch künftig vor eindringender Nässe zu schützen, baute man ein Edelstahlbecken ein. © Andrea May

Des Weiteren wurde die Sandsteinsäule mit ihren Verzierungen neu gefasst. Die historische Farbigkeit konnte mittels Befunduntersuchung ermittelt und weitgehend wieder hergestellt werden. Nicht überall war das möglich: eine Kartusche war früher mit einer Inschrift versehen, heute ist sie leer. Die gelungene und fachgerechte Maßnahme hat dem Rother Marktplatz ein bedeutendes Schmuckstück zurückgegeben. Einst "zur Zierde der gesamten Bürgerschaft" erbaut, wird der Brunnen seiner Bestimmung heute wieder mehr als gerecht.
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Roth, Marktplatz: Markgrafenbrunnen

Des Weiteren wurde die Sandsteinsäule mit ihren Verzierungen neu gefasst. Die historische Farbigkeit konnte mittels Befunduntersuchung ermittelt und weitgehend wieder hergestellt werden. Nicht überall war das möglich: eine Kartusche war früher mit einer Inschrift versehen, heute ist sie leer. Die gelungene und fachgerechte Maßnahme hat dem Rother Marktplatz ein bedeutendes Schmuckstück zurückgegeben. Einst "zur Zierde der gesamten Bürgerschaft" erbaut, wird der Brunnen seiner Bestimmung heute wieder mehr als gerecht. © Andrea May

In Hilpoltstein-Pierheim gibt es heute kaum noch historische Bebauung. Eine Ausnahme ist das ehemalige Wohnstallhaus am südöstlichen Dorfrand. Der Erhalt dieses eingeschossigen, giebelständigen Satteldachbaus mit seinem prägenden Fachwerkgiebel im Norden war zuletzt mehr als fraglich gewesen. Sein baulicher Gesamtzustand war so schlecht, dass kaum noch jemand an seine Rettung geglaubt hatte. Doch der heutige Eigentümer hatte es sich zum Ziel gemacht, diese Bauruine wieder im alten Glanz erstrahlen zu lassen. 

Dabei hatten nicht alleine Schäden, die dem Alter des Hauses geschuldet waren, sondern vor allem nicht fachgerechte Maßnahmen der Vorbesitzer zu seinem baufälligen Zustand geführt. Bei der Sanierung musste das Gebäude zunächst umfassend nachfundamentiert werden. Eine Außenwand des ehemaligen Stalls war zudem eingestürzt und wurde wieder aufgebaut. Daneben gab es zahlreiche statische Mängel im Dach sowie im gesamten Inneren zu beheben: tragende Stützen waren nicht mehr kraftschlüssig, sodass das gesamte Objekt in seiner Standsicherheit gefährdet war. Ein weiteres Problem stellte der marode Fachwerkgiebel im Norden dar. Auch er bedurfte einer umfassenden Sanierung, bei der stellenweise Hölzer erneuert werden mussten. Fast sieben Jahre haben die Eigentümer, vorwiegend in Eigenleistung, an der Instandsetzung ihres Hauses gearbeitet.  

Heute ist das ehemalige Wohnstallhaus nicht mehr wiederzuerkennen. Durch die neu verputzte Fassade, den Einbau passender Fenster und den fachgerecht sanierten Giebel ist aus dem einstigen Schandfleck ein echter Blickfang geworden. Im Inneren ist moderner Wohnraum entstanden, der sich gut in die historischen Mauern einfügt. Das Beispiel in Pierheim macht Hoffnung, dass auch in Zukunft zunächst verloren geglaubte Denkmäler gerettet werden.
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Hilpoltstein-Pierheim, Nr. 16

In Hilpoltstein-Pierheim gibt es heute kaum noch historische Bebauung. Eine Ausnahme ist das ehemalige Wohnstallhaus am südöstlichen Dorfrand. Der Erhalt dieses eingeschossigen, giebelständigen Satteldachbaus mit seinem prägenden Fachwerkgiebel im Norden war zuletzt mehr als fraglich gewesen. Sein baulicher Gesamtzustand war so schlecht, dass kaum noch jemand an seine Rettung geglaubt hatte. Doch der heutige Eigentümer hatte es sich zum Ziel gemacht, diese Bauruine wieder im alten Glanz erstrahlen zu lassen.

Dabei hatten nicht alleine Schäden, die dem Alter des Hauses geschuldet waren, sondern vor allem nicht fachgerechte Maßnahmen der Vorbesitzer zu seinem baufälligen Zustand geführt. Bei der Sanierung musste das Gebäude zunächst umfassend nachfundamentiert werden. Eine Außenwand des ehemaligen Stalls war zudem eingestürzt und wurde wieder aufgebaut. Daneben gab es zahlreiche statische Mängel im Dach sowie im gesamten Inneren zu beheben: tragende Stützen waren nicht mehr kraftschlüssig, sodass das gesamte Objekt in seiner Standsicherheit gefährdet war. Ein weiteres Problem stellte der marode Fachwerkgiebel im Norden dar. Auch er bedurfte einer umfassenden Sanierung, bei der stellenweise Hölzer erneuert werden mussten. Fast sieben Jahre haben die Eigentümer, vorwiegend in Eigenleistung, an der Instandsetzung ihres Hauses gearbeitet.

Heute ist das ehemalige Wohnstallhaus nicht mehr wiederzuerkennen. Durch die neu verputzte Fassade, den Einbau passender Fenster und den fachgerecht sanierten Giebel ist aus dem einstigen Schandfleck ein echter Blickfang geworden. Im Inneren ist moderner Wohnraum entstanden, der sich gut in die historischen Mauern einfügt. Das Beispiel in Pierheim macht Hoffnung, dass auch in Zukunft zunächst verloren geglaubte Denkmäler gerettet werden. © Andrea May

Bereits im 14. Jahrhundert hatte sich auf dem sogenannten Kappelsberg bei Heideck eine Heilig-Grab-Kapelle befunden, die allerdings schon während der Reformationszeit wieder abgebrochen wurde. Als hier im 18. Jahrhundert eine Eremitenklause errichtet wurde, hat man auch die Kapelle wiederaufgebaut. Diese blieb bis 1803 bestehen, während die Klause erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts abgebrochen wurde. 1836 wurde dann der Grundstein für die heutige Kapelle gelegt. Der zugehörige Kreuzweg stammt aus der Zeit der Kapellenweihe im Jahre 1852.
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Heideck, Kappelsberg: Kreuzweg

Bereits im 14. Jahrhundert hatte sich auf dem sogenannten Kappelsberg bei Heideck eine Heilig-Grab-Kapelle befunden, die allerdings schon während der Reformationszeit wieder abgebrochen wurde. Als hier im 18. Jahrhundert eine Eremitenklause errichtet wurde, hat man auch die Kapelle wiederaufgebaut.

Diese blieb bis 1803 bestehen, während die Klause erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts abgebrochen wurde. 1836 wurde dann der Grundstein für die heutige Kapelle gelegt. Der zugehörige Kreuzweg stammt aus der Zeit der Kapellenweihe im Jahre 1852. © Andrea May

Diese 14 Kreuzwegstationen waren ursprünglich aus Sandstein gefertigt und mit Blechschildern mit den Darstellungen zur Leidensgeschichte Christi versehen. Es haben sich jedoch nicht alle im Original erhalten. Vier Stationen sind im Zweiten Weltkrieg beschädigt – drei vollständig und eine teilweise – und daher aus Beton wiedererrichtet worden. Nach 1945 wurden außerdem die Blechschilder durch Zementreliefs ersetzt. Diese folgten Modeln um 1900 und stellen keine Originalabgüsse dar. 

Bei einigen Säulen war zuletzt recht wegen ihrer starken Neigung die Standsicherheit gefährdet. Außerdem wiesen sie unterschiedlich starke Schäden an den Oberflächen auf.
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Heideck, Kappelsberg: Kreuzweg

Diese 14 Kreuzwegstationen waren ursprünglich aus Sandstein gefertigt und mit Blechschildern mit den Darstellungen zur Leidensgeschichte Christi versehen. Es haben sich jedoch nicht alle im Original erhalten. Vier Stationen sind im Zweiten Weltkrieg beschädigt – drei vollständig und eine teilweise – und daher aus Beton wiedererrichtet worden. Nach 1945 wurden außerdem die Blechschilder durch Zementreliefs ersetzt. Diese folgten Modeln um 1900 und stellen keine Originalabgüsse dar.

Bei einigen Säulen war zuletzt recht wegen ihrer starken Neigung die Standsicherheit gefährdet. Außerdem wiesen sie unterschiedlich starke Schäden an den Oberflächen auf. © Andrea May

Bei der Instandsetzung durch die Stadt Heideck war wegen der individuellen Schadensbilder eine Pauschalsanierung nicht sinnvoll. Es musste vielmehr für jede einzelne Station eine Schadenskartierung als Grundlage für ihre spätere Sanierung erstellt werden. Die Sanierung konnte weitgehend vor Ort durchgeführt werden. Es wurden alle Oberflächen gereinigt, gefestigt, Risse geschlossen und Fehlstellen ergänzt. Zwei Sandsteinsockel mussten vollständig ersetzt werden.  

Nach Abschluss der Maßnahme ist die Standsicherheit aller Bildstöcke wiederhergestellt und auch Witterungseinflüsse können vorerst keinen Schaden mehr an der Substanz anrichten.
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Heideck, Kappelsberg: Kreuzweg

Bei der Instandsetzung durch die Stadt Heideck war wegen der individuellen Schadensbilder eine Pauschalsanierung nicht sinnvoll. Es musste vielmehr für jede einzelne Station eine Schadenskartierung als Grundlage für ihre spätere Sanierung erstellt werden. Die Sanierung konnte weitgehend vor Ort durchgeführt werden. Es wurden alle Oberflächen gereinigt, gefestigt, Risse geschlossen und Fehlstellen ergänzt. Zwei Sandsteinsockel mussten vollständig ersetzt werden.

Nach Abschluss der Maßnahme ist die Standsicherheit aller Bildstöcke wiederhergestellt und auch Witterungseinflüsse können vorerst keinen Schaden mehr an der Substanz anrichten. © Andrea May

Mehrere Stadttürme in der Gredinger Altstadt zeugen noch heute von der früheren Stadtbefestigung, etwa der so genannte Luselturm: ein dreigeschossiger Turm mit Spitzhelm, der zu drei Seiten aus Kalkbruchsteinen aufgemauert ist. Seine der Stadt zugewandte Seite ist mit Fachwerk zusätzlich verstärkt. Im Kern entstand der Turm um 1400, die verbauten Holzteile im Inneren sind auf die Zeit um 1550 datierbar. Zuletzt wies der Luselturm diverse Schädigungen auf. Zum Einen war das Dachwerk wegen eindringender Feuchte und Schädlingsbefall stark in Mitleidenschaft gezogen, zum Anderen wies der Außenputz Fehlstellen auf.  

Bei der Sanierung durch die Stadt Greding ging es vorrangig um den Erhalt und die langfristige Sicherung des Denkmals. Man ertüchtigte die Statik des Dachwerks und deckte das Dach neu ein. Die Fassadensanierung stellte eine Herausforderung dar, denn es hatte sich bei der restauratorischen Voruntersuchung herausgestellt, dass sich hier größtenteils noch der renaissancezeitliche Putz erhalten hatte. Dieser konnte unter dem neuen Putz, gesichert von einer Gewebeschicht, an Ort und Stelle verbleiben. 

Die Fenster aus dem 18. und 19. Jahrhundert wurden fachgerecht aufgearbeitet und zugleich mittels Vorsatzscheiben im Inneren energetisch ertüchtigt. Fehlende Fenster baute man originalgetreu nach. Die weitere historische Ausstattung, etwa eine Blockstufentreppe oder ein Deutscher Kamin, konnten in situ erhalten bleiben. 

Von umfangreichen Modernisierungen hatte man schon zu Beginn der Maßnahme Abstand genommen, sodass die Eingriffe auf ein Minimum beschränkt blieben. Um die Räume in den Obergeschossen zukünftig als Gästezimmer nutzen zu können, baute man eine Dusche im Erdgeschoss ein und modernisierte die Haustechnik. Die Instandsetzung des Luselturms war eine gelungene Maßnahme unter bestmöglichem Substanzerhalt, die sehr zur Aufwertung der Badergasse beiträgt.
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Greding, Badergasse 13: Luselturm

Mehrere Stadttürme in der Gredinger Altstadt zeugen noch heute von der früheren Stadtbefestigung, etwa der so genannte Luselturm: ein dreigeschossiger Turm mit Spitzhelm, der zu drei Seiten aus Kalkbruchsteinen aufgemauert ist. Seine der Stadt zugewandte Seite ist mit Fachwerk zusätzlich verstärkt. Im Kern entstand der Turm um 1400, die verbauten Holzteile im Inneren sind auf die Zeit um 1550 datierbar. Zuletzt wies der Luselturm diverse Schädigungen auf. Zum Einen war das Dachwerk wegen eindringender Feuchte und Schädlingsbefall stark in Mitleidenschaft gezogen, zum Anderen wies der Außenputz Fehlstellen auf.

Bei der Sanierung durch die Stadt Greding ging es vorrangig um den Erhalt und die langfristige Sicherung des Denkmals. Man ertüchtigte die Statik des Dachwerks und deckte das Dach neu ein. Die Fassadensanierung stellte eine Herausforderung dar, denn es hatte sich bei der restauratorischen Voruntersuchung herausgestellt, dass sich hier größtenteils noch der renaissancezeitliche Putz erhalten hatte. Dieser konnte unter dem neuen Putz, gesichert von einer Gewebeschicht, an Ort und Stelle verbleiben.

Die Fenster aus dem 18. und 19. Jahrhundert wurden fachgerecht aufgearbeitet und zugleich mittels Vorsatzscheiben im Inneren energetisch ertüchtigt. Fehlende Fenster baute man originalgetreu nach. Die weitere historische Ausstattung, etwa eine Blockstufentreppe oder ein Deutscher Kamin, konnten in situ erhalten bleiben.

Von umfangreichen Modernisierungen hatte man schon zu Beginn der Maßnahme Abstand genommen, sodass die Eingriffe auf ein Minimum beschränkt blieben. Um die Räume in den Obergeschossen zukünftig als Gästezimmer nutzen zu können, baute man eine Dusche im Erdgeschoss ein und modernisierte die Haustechnik. Die Instandsetzung des Luselturms war eine gelungene Maßnahme unter bestmöglichem Substanzerhalt, die sehr zur Aufwertung der Badergasse beiträgt. © Andrea May

Am Dorfrand von Barthelmesaurach, einem Ortsteil von Kammerstein, liegen einige historische Keller. Die meisten davon werden heute nicht mehr genutzt und befinden sich in einem eher schlechten Zustand. Der flächenmäßig größte ist der sogenannte Sommerkeller an der Nördlinger Straße. Die Arbeiten hierfür begannen im Jahre 1862, nachdem der örtliche Braumeister und Gastwirt einen Antrag zum Bau eines Bierkellers mit Vorgebäude gestellt hatte. Nach und nach entstand ein mehrgängiger Keller im Sandsteinfelsen. Mit der Einrichtung eines modernen Kühlhauses 1930 war er überflüssig geworden. Fortan diente er hauptsächlich als Lagerraum der ortsansässigen Landwirte, während des Zweiten Weltkrieges sogar als Luftschutzbunker. Das Vorgebäude weist eine recht wechselvolle Nutzungsgeschichte auf: es war Lagerraum, Fahrradwerkstatt, Treffpunkt, Kindergarten und ab 1946 für knapp zehn Jahre einfachste Unterkunft für eine Heimatvertriebenenfamilie.
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Kammerstein-Barthelmesaurach, Nördlinger Straße: Sommerkeller

Am Dorfrand von Barthelmesaurach, einem Ortsteil von Kammerstein, liegen einige historische Keller. Die meisten davon werden heute nicht mehr genutzt und befinden sich in einem eher schlechten Zustand. Der flächenmäßig größte ist der sogenannte Sommerkeller an der Nördlinger Straße. Die Arbeiten hierfür begannen im Jahre 1862, nachdem der örtliche Braumeister und Gastwirt einen Antrag zum Bau eines Bierkellers mit Vorgebäude gestellt hatte.

Nach und nach entstand ein mehrgängiger Keller im Sandsteinfelsen. Mit der Einrichtung eines modernen Kühlhauses 1930 war er überflüssig geworden. Fortan diente er hauptsächlich als Lagerraum der ortsansässigen Landwirte, während des Zweiten Weltkrieges sogar als Luftschutzbunker. Das Vorgebäude weist eine recht wechselvolle Nutzungsgeschichte auf: es war Lagerraum, Fahrradwerkstatt, Treffpunkt, Kindergarten und ab 1946 für knapp zehn Jahre einfachste Unterkunft für eine Heimatvertriebenenfamilie. © Andrea May

Danach stand es leer oder diente ebenfalls als Lager. Es verfiel immer mehr und war zuletzt zur Bauruine verkommen. 2001 erwarb die Gemeinde Kammerstein die Anlage, um sie zu sanieren. Ein Wiederaufbau des Hauses, das über keinen Denkmalstatus verfügte, war nicht geplant. Stattdessen trug man seine Reste bis auf die Grundmauern ab und versah zugleich den Kellerzugang mit einem Schutzdach. Hier liefern heute Infotafeln die wichtigsten Daten und Fakten zur Geschichte Barthelmesaurachs. Den Keller räumte man aus und sicherte ihn, wo es nötig war. Heute ist der Keller unter anderem im Rahmen von Führungen der Öffentlichkeit zugänglich. Im Winter dient er als Winterquartier für Fledermäuse. Der Außenbereich wurde mit Sitzbänken versehen, so dass ein kleiner Veranstaltungsortes im Ortskern entstanden ist – ein schöner Nebeneffekt. Die vorbildliche Maßnahme hat ein wichtiges ortsgeschichtliches Zeugnis gesichert.
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Kammerstein-Barthelmesaurach, Nördlinger Straße: Sommerkeller

Danach stand es leer oder diente ebenfalls als Lager. Es verfiel immer mehr und war zuletzt zur Bauruine verkommen. 2001 erwarb die Gemeinde Kammerstein die Anlage, um sie zu sanieren. Ein Wiederaufbau des Hauses, das über keinen Denkmalstatus verfügte, war nicht geplant. Stattdessen trug man seine Reste bis auf die Grundmauern ab und versah zugleich den Kellerzugang mit einem Schutzdach.

Hier liefern heute Infotafeln die wichtigsten Daten und Fakten zur Geschichte Barthelmesaurachs. Den Keller räumte man aus und sicherte ihn, wo es nötig war. Heute ist der Keller unter anderem im Rahmen von Führungen der Öffentlichkeit zugänglich. Im Winter dient er als Winterquartier für Fledermäuse. Der Außenbereich wurde mit Sitzbänken versehen, so dass ein kleiner Veranstaltungsortes im Ortskern entstanden ist – ein schöner Nebeneffekt. Die vorbildliche Maßnahme hat ein wichtiges ortsgeschichtliches Zeugnis gesichert. © Andrea May

Schwabach wurde Garnisonsstadt, nachdem in den Jahren 1934/35 im Nordwesten der Stadt, an der heutigen Spalter Straße, die sogenannte "Auf-der-Reit"-Kaserne erbaut worden war. Diese wurde nach Ende des Zweiten Weltkrieges von der US-Armee genutzt, in "O‘Brien Barracks" umbenannt und 1950/60 im Westflügel des Marstalls um die "O’Brien Chapel", eine Kapelle im gotisierenden Stil, erweitert. Das ehemalige Kino an der Nordseite ist ebenfalls eine spätere Zutat.
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Schwabach, Spalter Straße 1 bis 21

Schwabach wurde Garnisonsstadt, nachdem in den Jahren 1934/35 im Nordwesten der Stadt, an der heutigen Spalter Straße, die sogenannte "Auf-der-Reit"-Kaserne erbaut worden war. Diese wurde nach Ende des Zweiten Weltkrieges von der US-Armee genutzt, in "O‘Brien Barracks" umbenannt und 1950/60 im Westflügel des Marstalls um die "O’Brien Chapel", eine Kapelle im gotisierenden Stil, erweitert. Das ehemalige Kino an der Nordseite ist ebenfalls eine spätere Zutat. © Andrea May

Zur Anlage gehört auch ein langgestreckter, eingeschossiger, aus zwei Flügeln bestehender Walmdachbau, der ursprünglich als Marstall diente. Nach Abzug der Amerikaner stand dieser zunächst leer und sollte einer neuen Nutzung zugeführt werden – angesichts der baulichen Voraussetzungen eine Herausforderung. Letztlich fand sich aber doch eine sinnvolle Lösung: Aus den ehemaligen Stallungen wurden, unter Wahrung des historischen Charakters, moderne Stadthäuser. Voraussetzung hierfür war die Generalinstandsetzung der gesamten Bausubstanz.
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Schwabach, Spalter Straße 1 bis 21

Zur Anlage gehört auch ein langgestreckter, eingeschossiger, aus zwei Flügeln bestehender Walmdachbau, der ursprünglich als Marstall diente. Nach Abzug der Amerikaner stand dieser zunächst leer und sollte einer neuen Nutzung zugeführt werden – angesichts der baulichen Voraussetzungen eine Herausforderung. Letztlich fand sich aber doch eine sinnvolle Lösung: Aus den ehemaligen Stallungen wurden, unter Wahrung des historischen Charakters, moderne Stadthäuser. Voraussetzung hierfür war die Generalinstandsetzung der gesamten Bausubstanz. © Andrea May

 Eines der Hauptprobleme stellte die Schwermetallbelastung der Putzoberflächen dar. Diese mussten zunächst abgeschlagen werden, bevor man sich an die Realisierung der Pläne machen konnte. Bei der der Sanierungsmaßnahme ging man so schonend wie möglich mit dem Altbestand um. Hinsichtlich der Fassadenfassung orientierte man sich am Befund und setzte zwei Ebenen farblich voneinander ab. Die neuen Fenster fügen sich in Material und Gestaltung gut in das Gesamtbild ein, ebenso wie sich die Balkons im Dachbereich stilistisch an die Öffnungen des ehemaligen Heubodens anpassen. Dass Fassadenöffnungen mitunter etwas vergrößert wurden, gilt als Zugeständnis an die neue Nutzung.
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Schwabach, Spalter Straße 1 bis 21

Eines der Hauptprobleme stellte die Schwermetallbelastung der Putzoberflächen dar. Diese mussten zunächst abgeschlagen werden, bevor man sich an die Realisierung der Pläne machen konnte. Bei der der Sanierungsmaßnahme ging man so schonend wie möglich mit dem Altbestand um. Hinsichtlich der Fassadenfassung orientierte man sich am Befund und setzte zwei Ebenen farblich voneinander ab. Die neuen Fenster fügen sich in Material und Gestaltung gut in das Gesamtbild ein, ebenso wie sich die Balkons im Dachbereich stilistisch an die Öffnungen des ehemaligen Heubodens anpassen. Dass Fassadenöffnungen mitunter etwas vergrößert wurden, gilt als Zugeständnis an die neue Nutzung. © Andrea May

Historische Details wie die Ringe zum Anbinden der Pferde an der Außenfassade wurden aufgearbeitet. Im Inneren verlegte man alle Elektroleitungen auf Putz, um möglichst wenig in die Substanz eingreifen zu müssen. Je nach Geschmack der jeweiligen Eigentümer sind die Wandoberflächen im Wohnbereich verputzt worden oder backsteinsichtig geblieben. Die Maßnahme beweist, dass sich historische Mauern und moderne Wohnstandards keinesfalls ausschließen, sondern stattdessen stimmig ergänzen.
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Schwabach, Spalter Straße 1 bis 21

Historische Details wie die Ringe zum Anbinden der Pferde an der Außenfassade wurden aufgearbeitet. Im Inneren verlegte man alle Elektroleitungen auf Putz, um möglichst wenig in die Substanz eingreifen zu müssen. Je nach Geschmack der jeweiligen Eigentümer sind die Wandoberflächen im Wohnbereich verputzt worden oder backsteinsichtig geblieben. Die Maßnahme beweist, dass sich historische Mauern und moderne Wohnstandards keinesfalls ausschließen, sondern stattdessen stimmig ergänzen. © Andrea May

Im Stadtzentrum verläuft nördlich der Schwabach die Silbergasse, in der sich einige historische Gebäude erhalten haben. Die Geschichte des Anwesens Nr. 2 reicht bis in das frühe 18. Jahrhundert zurück. Es setzt sich zusammen aus einem Hauptgebäude – bekannt als "Gasthaus zur Wolfsschlucht" – einer Remise und einem ehemaligen Sudhaus. Letzteres befand sich in einem baufälligen Zustand, als die neuen Eigentümer den leerstehenden Gebäudekomplex vor wenigen Jahren erwarben.
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Schwabach, Silbergasse 2: Rückgebäude

Im Stadtzentrum verläuft nördlich der Schwabach die Silbergasse, in der sich einige historische Gebäude erhalten haben. Die Geschichte des Anwesens Nr. 2 reicht bis in das frühe 18. Jahrhundert zurück. Es setzt sich zusammen aus einem Hauptgebäude – bekannt als "Gasthaus zur Wolfsschlucht" – einer Remise und einem ehemaligen Sudhaus. Letzteres befand sich in einem baufälligen Zustand, als die neuen Eigentümer den leerstehenden Gebäudekomplex vor wenigen Jahren erwarben. © Andrea May

Das Sudhaus von 1882, ein dreigeschossiger Klinkerbau, wurde über die Jahre auch zu Wohnzwecken sowie als Goldschlägerwerkstatt genutzt. Es war sehr heruntergekommen und hatte gravierende Schäden im Inneren, da nur eine Abdeckfolie anstelle eines Daches vor eindringender Feuchtigkeit schützte. Außerdem hatte das Gebäude mit dem Einbau unpassender Fenster sehr an Wirkung verloren.
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Schwabach, Silbergasse 2: Rückgebäude

Das Sudhaus von 1882, ein dreigeschossiger Klinkerbau, wurde über die Jahre auch zu Wohnzwecken sowie als Goldschlägerwerkstatt genutzt. Es war sehr heruntergekommen und hatte gravierende Schäden im Inneren, da nur eine Abdeckfolie anstelle eines Daches vor eindringender Feuchtigkeit schützte. Außerdem hatte das Gebäude mit dem Einbau unpassender Fenster sehr an Wirkung verloren. © Andrea May

Die rettende Generalsanierung seitens der neuen Besitz er kam also gerade noch rechtzeitig. Sie bauten das ehemalige Sudhaus zu einem Wohnhaus mit zwei Einheiten um und erledigten dabei fast alle Arbeiten in Eigenleistung. Zunächst mussten sie Dachwerk und Dachdeckung erneuern. Weiterhin reinigten sie die gesamte Fassade und überarbeiteten das schadhafte Fugenbild. Der Rückbau einer späteren Fenster- zu einer Türöffnung, die Rekonstruktion des früher en Türbogens sowie eine neue Holztüre werten nun den Hauseingang maßgeblich auf.
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Schwabach, Silbergasse 2: Rückgebäude

Die rettende Generalsanierung seitens der neuen Besitz er kam also gerade noch rechtzeitig. Sie bauten das ehemalige Sudhaus zu einem Wohnhaus mit zwei Einheiten um und erledigten dabei fast alle Arbeiten in Eigenleistung. Zunächst mussten sie Dachwerk und Dachdeckung erneuern. Weiterhin reinigten sie die gesamte Fassade und überarbeiteten das schadhafte Fugenbild. Der Rückbau einer späteren Fenster- zu einer Türöffnung, die Rekonstruktion des früher en Türbogens sowie eine neue Holztüre werten nun den Hauseingang maßgeblich auf. © Andrea May

Außerdem wurden denkmalge rechte Holzfenster nach historischem Vorbild angefertigt und verbaut. Im Zuge des Innenausbaus, bei dem auch Teile der Holzkonstruktion erneuert werden mussten, zog man Zwischendecken in das hohe und zugleich schmale Gebäude ein. Alle Arbeiten wurden absolut fach- und materialgerecht unter größtmöglichem Erhalt historischer Substanz durchgeführt. Diese Tatsache verdient ebenso Lob wie der vorbildhafte Einsatz der Eigentümer, der ein historisch es Nebengebäude gerettet hat, das nicht einmal in der Denkmalliste erfasst ist.
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Schwabach, Silbergasse 2: Rückgebäude

Außerdem wurden denkmalge rechte Holzfenster nach historischem Vorbild angefertigt und verbaut. Im Zuge des Innenausbaus, bei dem auch Teile der Holzkonstruktion erneuert werden mussten, zog man Zwischendecken in das hohe und zugleich schmale Gebäude ein. Alle Arbeiten wurden absolut fach- und materialgerecht unter größtmöglichem Erhalt historischer Substanz durchgeführt. Diese Tatsache verdient ebenso Lob wie der vorbildhafte Einsatz der Eigentümer, der ein historisch es Nebengebäude gerettet hat, das nicht einmal in der Denkmalliste erfasst ist. © Andrea May

Die Rathausgasse stellt einen wichtigen Zugang zur Schwabacher Innenstadt dar. Hier haben zwar sich einige historische Gebäude erhalten, doch die meisten blieben nicht von "Sanierungs-" und "Modernisierungsmaßnahmen" der 1960/70er Jahre verschont. Zuletzt bildete der Straßenzug einen wenig einladenden Auftakt zur Altstadt und wurde seiner prominenten Lage nicht mehr gerecht. 
In den vergangenen Jahren hat sich hier aber viel getan: Zug um Zug baute man die Fassaden der Häuser zurück und sanierte denkmalgerecht. Gebäude Nr. 3 war das letzte noch unsanierte Objekt im Straßenzug, dessen genaues Entstehungsdatum nicht überliefert ist. Dem Schwabacher Häuserbuch zufolge waren hier ab 1740 die verschiedensten Handwerker untergebracht.
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Schwabach, Rathausgasse 3

Die Rathausgasse stellt einen wichtigen Zugang zur Schwabacher Innenstadt dar. Hier haben zwar sich einige historische Gebäude erhalten, doch die meisten blieben nicht von "Sanierungs-" und "Modernisierungsmaßnahmen" der 1960/70er Jahre verschont. Zuletzt bildete der Straßenzug einen wenig einladenden Auftakt zur Altstadt und wurde seiner prominenten Lage nicht mehr gerecht.

In den vergangenen Jahren hat sich hier aber viel getan: Zug um Zug baute man die Fassaden der Häuser zurück und sanierte denkmalgerecht. Gebäude Nr. 3 war das letzte noch unsanierte Objekt im Straßenzug, dessen genaues Entstehungsdatum nicht überliefert ist. Dem Schwabacher Häuserbuch zufolge waren hier ab 1740 die verschiedensten Handwerker untergebracht. © Andrea May

Es handelt sich um ein zweigeschossiges, gemauertes Wohn- und Geschäftshaus mit Putzfassade. Weil der linke Teil mit einem Satteldach, der rechte mit Mansarddach versehen ist, darf man hier umfassende Umbauten oder gar den Zusammenschluss zweier Bauten vermuten. Zuletzt sah man dem historischen Gebäude sein Alter unter anderem wegen der unpassenden Fenster kaum mehr noch an. 
Erfreulicherweise machten sich die Eigentümer an die Sanierung von Dach und Fassade. Sie erneuerten Dachdeckung sowie -entwässerung und fügten zwei denkmalgerechte Gauben ein. Störende Schaufenster im Erdgeschoss wurden rückgebaut und stehen nun in einem stimmigen Verhältnis zum Gesamtbau. Die übrigen Fenster hat man durch denkmalgerechte Holzfenster ersetzt. Eine erneuerte und einheitliche Putzfassade rundet das Projekt ab. Mit dieser Maßnahme konnte eine wichtige Sanierungslücke geschlossen werden, sodass die ganze Rathausgasse nun an Attraktivität gewonnen hat.
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Schwabach, Rathausgasse 3

Es handelt sich um ein zweigeschossiges, gemauertes Wohn- und Geschäftshaus mit Putzfassade. Weil der linke Teil mit einem Satteldach, der rechte mit Mansarddach versehen ist, darf man hier umfassende Umbauten oder gar den Zusammenschluss zweier Bauten vermuten. Zuletzt sah man dem historischen Gebäude sein Alter unter anderem wegen der unpassenden Fenster kaum mehr noch an.

Erfreulicherweise machten sich die Eigentümer an die Sanierung von Dach und Fassade. Sie erneuerten Dachdeckung sowie -entwässerung und fügten zwei denkmalgerechte Gauben ein. Störende Schaufenster im Erdgeschoss wurden rückgebaut und stehen nun in einem stimmigen Verhältnis zum Gesamtbau. Die übrigen Fenster hat man durch denkmalgerechte Holzfenster ersetzt. Eine erneuerte und einheitliche Putzfassade rundet das Projekt ab. Mit dieser Maßnahme konnte eine wichtige Sanierungslücke geschlossen werden, sodass die ganze Rathausgasse nun an Attraktivität gewonnen hat. © Andrea May

Umfangreicher und komplexer als zunächst geplant entwicke lte sich eine Sanierungsmaßnahme an der Stadtpfarrkirche St. Maria Magdalena in Herzogenaurach. Am Turm – einem schlichten Dachreiter mit Spitzhelm – und an der Westfassade des im 14. Jahrhundert entstandenen Sandsteinquaderbaus waren im Zuge der Reparatur aller Glocken bei einer Begehung einige kleinere Mängel festgestellt worden. Als Reaktion darauf hat man umgehend ein ausführliches Sanierungsgutachten sowie eine umfassende restauratorische Schadens- und Maßnahmenkartierung in Auftrag gegeben. Deren Ergebnis offenbarte ein dramatisches Ausmaß an Schäden. Frühere, unsachgemäße Umbauten hatten zu Folgeschäden geführt, welche die Statik stark beeinträchtigten. Das Fachwerk der Glockenstube war durch feuchtet und zusätzlich wirkten die – nicht zu unterschätzenden – starken Glockenschwingungen und Windkräfte auf den Turm ein. An einigen Stellen hatte sich das statische Gefü ge bereits aufgelöst, außerdem waren weitere massive Beeinträchtigungen festzustellen. Auch Sandstein an der Fassade war witterungsbedingt angegriffen, Risse und Schalen hatten sich gebildet, es gab Fehlstellen und defekte Altergänzungen. Es bestand also dringender Handlungsbedarf.
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Herzogenaurach, Kirchenplatz 8, kath. Stadtpfarrkirche St. Maria Magdalena

Umfangreicher und komplexer als zunächst geplant entwicke lte sich eine Sanierungsmaßnahme an der Stadtpfarrkirche St. Maria Magdalena in Herzogenaurach. Am Turm – einem schlichten Dachreiter mit Spitzhelm – und an der Westfassade des im 14. Jahrhundert entstandenen Sandsteinquaderbaus waren im Zuge der Reparatur aller Glocken bei einer Begehung einige kleinere Mängel festgestellt worden. Als Reaktion darauf hat man umgehend ein ausführliches Sanierungsgutachten sowie eine umfassende restauratorische Schadens- und Maßnahmenkartierung in Auftrag gegeben. Deren Ergebnis offenbarte ein dramatisches Ausmaß an Schäden.

Frühere, unsachgemäße Umbauten hatten zu Folgeschäden geführt, welche die Statik stark beeinträchtigten. Das Fachwerk der Glockenstube war durch feuchtet und zusätzlich wirkten die – nicht zu unterschätzenden – starken Glockenschwingungen und Windkräfte auf den Turm ein. An einigen Stellen hatte sich das statische Gefü ge bereits aufgelöst, außerdem waren weitere massive Beeinträchtigungen festzustellen. Auch Sandstein an der Fassade war witterungsbedingt angegriffen, Risse und Schalen hatten sich gebildet, es gab Fehlstellen und defekte Altergänzungen. Es bestand also dringender Handlungsbedarf. © Julia Krieger

Die aufwendige Maßnahme galt in erster Linie der Sanierung der statischen Mängel. Die Turmspitze und weitere Bauelemente wurden gesichert und ertüchtigt. Im Kirchturm musste das durchfeuchtete, barockzeitliche Fachwerk des Obergeschosses in großen Teilen neu errichtet werden. Nach einer Ermittlung der Turmeigenfrequenz und einer Schwinganalyse wechselte man den stählernen Glockenstuhl gegen einen hölzernen aus, damit zukünftig beim Glockenschlag geringere Vibrationskräfte auf das Mauerwerk einwirken. 
Bei der Fassadenrestaurierung hat man die beschädigten Steine sorgfältig aufgearbeitet oder ausgetauscht sowie entstandene Risse verpresst und vernadelt. Hier zeigt sich einmal mehr, wie sinnvoll es sein kann, die zur Verfügung stehenden Untersuchungsmöglichkeiten zu nutzen und entsprechende Experten zu Rate zu ziehen. Neben der schnellen Reaktion auf die Schadensfeststellung sind die kompetente Maßnahmendokumentation und die handwerklich vorbildliche Durchführung dieser technisch äußerst anspruchsvollen Sanierungsmaßnahme besonders hervor zuheben.
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Herzogenaurach, Kirchenplatz 8, kath. Stadtpfarrkirche

Die aufwendige Maßnahme galt in erster Linie der Sanierung der statischen Mängel. Die Turmspitze und weitere Bauelemente wurden gesichert und ertüchtigt. Im Kirchturm musste das durchfeuchtete, barockzeitliche Fachwerk des Obergeschosses in großen Teilen neu errichtet werden. Nach einer Ermittlung der Turmeigenfrequenz und einer Schwinganalyse wechselte man den stählernen Glockenstuhl gegen einen hölzernen aus, damit zukünftig beim Glockenschlag geringere Vibrationskräfte auf das Mauerwerk einwirken.

Bei der Fassadenrestaurierung hat man die beschädigten Steine sorgfältig aufgearbeitet oder ausgetauscht sowie entstandene Risse verpresst und vernadelt. Hier zeigt sich einmal mehr, wie sinnvoll es sein kann, die zur Verfügung stehenden Untersuchungsmöglichkeiten zu nutzen und entsprechende Experten zu Rate zu ziehen. Neben der schnellen Reaktion auf die Schadensfeststellung sind die kompetente Maßnahmendokumentation und die handwerklich vorbildliche Durchführung dieser technisch äußerst anspruchsvollen Sanierungsmaßnahme besonders hervor zuheben. © Julia Krieger

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