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Mittelmeer: Regensburger Schiff rettet wieder Flüchtlinge

Hilfsorganisation hatte ihren Einsatz wegen Drohungen unterbrochen - 09.09.2017 16:31 Uhr

Dicht gedrängt sitzen Flüchtlinge auf einem völlig überfüllten Schlauchboot. Freiwillige vom Rettungsschiff Sea-Eye verteilen gerade Schwimmwesten an die Menschen. Danach wird die Küstenwache sie bergen. © Foto: Sea-Eye


Künftig sollen die Einsätze der Schiffe "Sea-Eye" und "Seefuchs" allerdings weiter entfernt von der libyschen Küste, in einem Bereich von 70 bis 90 Seemeilen, stattfinden, teilte die Organisation am Samstag in Regensburg mit. So wolle man die Bedrohung durch die libysche Küstenwache umgehen, um die Sicherheit der Crews nicht zu gefährden. In den letzten Monaten hatten sich immer mehr private Hilfsorganisationen, darunter Ärzte ohne Grenzen, von den Rettungseinsätzen zurückgezogen.

Sie begründeten dies mit Drohungen libyscher Behörden gegen ihre Schiffe. Zudem war das Klima gegen die Helfer rauer geworden, als die italienische Regierung einen Verhaltenskodex für die Retter eingeführt hatte. Gegen die deutsche Hilfsorganisation Jugend Rettet ermittelt die Staatsanwaltschaft in Sizilien wegen möglicher Kontakte zu Schleppern.

Die Zahl der ankommenden Migranten in Italien ist seit etwa Mitte Juli drastisch gesunken. Es würden jedoch weiter Menschen auf dem Meer ertrinken, erklärt Sea-Eye.

So hätten Anfang September Gerettete berichtet, dass mit ihnen zwei vollbesetzte Schlauchboote in See gestochen seien. "Von diesen Booten und den Menschen fehlt bis heute jede Spur. Wir müssen davon ausgehen, dass sie ertrunken sind."

dpa

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