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Möglicher Astrazeneca-Stopp: So reagieren die Kliniken in der Region

Bei der Impfung von Krankenhausmitarbeitern gibt es unterschiedlichen Fortschritt - 30.03.2021 18:16 Uhr

Erste Kliniken stellen die Impfung mit dem Astrazeneca-Vakzin ein. Die Berliner Kliniken Vivantes und Charité gaben am DIenstagnachmittag bekannt, vorerst keine weiblichen Mitarbeiterinnen unter 55 Jahren mehr mit dem Wirkstoff zu impfen. Der Grund dafür sei, dass weitere Fälle von Hirnvenenthrombosen bei Frauen in Deutschland bekannt geworden sind. Am Abend dann reagierte die Ständige Impfkommission: Sie hat am Dienstagabend die Empfehlung ausgesprochen, das Vakzin nicht mehr an Menschen unter 60 zu verimpfen. Wie die am Robert Koch-Institut angesiedelte Expertengruppe am Dienstag mitteilte, habe man sich auch unter Hinzuziehung externer Experten "mehrheitlich" für diese Empfehlung entschieden.

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Die Nachricht betrifft auch die Kliniken in der Region und deren Mitarbeiter. Wir haben nachgefragt, ob die Nachricht aus Berlin die Kliniken in Alarmbereitschaft versetzt und wie viele Krankenhausmitarbeiter bereits geimpft wurden.

Im Kreisklinikum Roth spielt der mögliche Impfstopp vorerst keine Rolle, wie Sprecher Guntram Rudolph erklärt. Das liege daran, dass der Großteil der Mitarbeiter bereits geimpft sei. Der Wirkstoff von Astrazeneca wurde bei den Impfungen nicht verwendet.

Auch die Mitarbeiter des Uniklinikums Erlangen betrifft die Änderung nicht, da sie das Vakzin von Biontech/Pfizer erhalten. Bisher wurden dort 6.721 Erst- und 4.850 Zweitimpfungen durchgeführt.


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Im Klinikum Fürth kommt bei der Impfung der Mitarbeiter auch der Astrazeneca-Impfstoff zum Einsatz. Wie Chefarzt Harald Dormann erklärt, konnte auch im Fürther Klinikum bereits ein Großteil der Mitarbeiter geimpft werden. "Die Zweitimpfung steht erst in zwei Wochen an. Wir können also das Geschehen erstmal beobachten und auf eine Einschätzung der Behörden warten", erklärt er. Zu einer schweren Nebenwirkung, wie einer Hirnvenenthrombose sei es am Fürther Klinikum nicht gekommen. "Wir haben alle drei Impfstoffe verwendet und alle haben nur die Nebenwirkungen gezeigt, die zu erwarten waren."

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Um der Unsicherheit der Mitarbeiter entgegen zu wirken, wurde im Klinikum eine Impfsprechstunde für die Belegschaft eingeführt. "Hier konnten wir beraten, vor allem bei unspezifischen Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen", erklärt Dormann. Er betont auch, dass man es bei allen Impfstoffen mit neuen Medikamenten zu tun habe, "die in Rekordgeschwindigkeit erstellt wurden". Da sei es nur konsequent, Auffälligkeiten nachzugehen.


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Im Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz konnten sich bereits alle Mitarbeiter impfen lassen, die es wollten. Insgesamt liege dort die Impfquote bei circa 80 Prozent. Nach den Impfungen hätten sich einige Mitarbeiter unabhängig von den verwendeten Impfstoffen krankgemeldet, hauptsächlich wegen grippeähnlichen Symptomen.

Auch in den Kliniken Altmühlfranken in Weißenburg und Gunzenhausen sind laut Vorstand Christoph Schneidewin die Mitarbeiter schon geimpft. Dort hätten circa 60 Prozent der Belegschaft das Impfangebot des Klinikums angenommen. Geimpft wurde mit dem Biontech/Pfizer-Vakzin. "Generell zeigen sich bei der Zweitimpfung mit Biontech und der Erstimpfung mit Astrazeneca die meisten Nebenwirkungen", erklärt Schneidewin.

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Das Klinikum Nürnberg wartet zunächst die offiziellen Empfehlungen ab. Wie Sprecherin Julia Peter mitteilt, gab es zwar einige Ausfälle bei den Mitarbeitern aufgrund der Impfung, allerdings "im Rahmen der beschriebenen Nebenwirkungen". Derzeit seien von 7.000 Mitarbeitern bereits 5.000 geimpft.

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