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Mittwoch, 16.10.2019

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Mortler ruft bei CSU-Empfang zum "Anpacken" auf

Die Bundestagsabgeordnete "lebe, worüber sie redet" - 19.04.2019 20:42 Uhr

Manch konkrete Sorgen im Zusammenhang mit der EU-Politik wurden in persönlichen Gesprächen erörtert. © Harald Munzinger


Während der Musikverein Diespeck unter der Leitung von Walter Thomas in den frühen politischen Abend einstimmte, füllten sich die Tischreihen im Sport- und Gemeindezentrum, sodass sich der CSU-Kreisvorsitzende Hans Herold mit dem Besuch zu ungewohnter Stunde ebenso zufrieden zeigte, wie der Ortsvorsitzende und Hausherr Christian von Dobschütz. Beide betonten, wie wichtig es gerade in aktuell sehr unruhiger Weltlage sei, „gemeinsam für Europa als Antwort auf die Gräuel des Zweiten Weltkrieges zu kämpfen“. Die Chance, mit Manfred Weber den Kommissionspräsidenten stellen zu können, und mit Marlene Mortler „die“ kompetente Repräsentantin der Landwirtschaft als Nachfolgerin von Albert Deß im EU-Parlament zu haben, sollte zusätzlicher Ansporn für einen engagierten Wahlkampf sein. Aus dem möchte Bürgermeister von Dobschütz zudem „den Schwung mit in die Kommunalwahl nehmen“.

MdL Herold erklärte, dass den Bürgern, die Europa vielfach zu bürokratisch und „zu weit weg“ empfänden, bewusst gemacht werden müsse, wie „sehr präsent“ dieses Europa in den Regionen und direkt bei den Menschen sei, ohne seine Fördermittel viele Projekte nicht hätten verwirklicht werden können. Der Unionspolitiker nannte beispielhaft die Regionalentwicklung, Armutsbekämpfung und die Beschäftigung ebenso wie die Landwirtschaft und den ländlichen Raum, Bildung und Forschung. Konkret verwies er unter anderem auf das EU-geförderte Wärmeversorgungsnetz Bad Windsheim, auf das europäische Schullandheim oder das „Aischgründer Karpfenmuseum“, auf Dorferneuerungen und die Streuobstoffensive sowie schließlich die Agrarförderung verbunden mit an Umweltschutz und Tierschutzstandards gebundenen Direktzahlungen.

Im Berufsstand verankert

„Europa geht uns alle an“, betonte Herold und beschwor die von der Wahl abhängige weitere Handlungsfähigkeit Europas. Mit der Bundestagsabgeordneten und EU-Spitzenkandidatin Marlene Mortler stimmte er überein, „dass ein wachsender Einfluss erstarkender rechtspopulistischer Parteien, die antieuropäisch eingestellt sind, verhindert werden muss“. Die ehemalige Kreis-, Bezirks- und stellvertretende Landesbäuerin will sich in Brüssel beziehungsweise Straßburg insbesondere für die Landwirtschaft stark machen, „aus der ich komme, und für die mein Herz schlägt“. Fest in diesem Berufsstand verankert, sei sie stolz, für die Partei der Bauern und Bäuerinnen als Spitzenkandidatin in den Wahlkampf gehen zu dürfen.

Die Bundestagsabgeordnete und mittelfränkische EU-Spitzenkandidatin Marlene Mortler (4. v. r.) fühlte sich bei CSU-Jahresempfang in Diespeck „unter Freunden“ aus der Politik und Landwirtschaft. © Harald Munzinger


Mortler verfolgt auch schon als engagierte Bundestagsabgeordnete das Ziel, in einer Zeit, in der Fakten ausgeblendet würden und FakeNews Hochkonjunktur hätten gegen „das Gift, das die Gesellschaft spaltet“ anzugehen. Dabei hat sie insbesondere die Grünen im Visier, die Angst schürten und Verbrauchern ein schlechtes Gewissen einredeten, aber statt des verheißenen Wassers hinter den Kulissen Wein tränken, beziehungsweise auch zweimal das verteufelte Fleisch auf die Teller schöpften.

Nicht nur negative Seiten aufzeigen

Denken und Handeln dürften nicht an der Garderobe abgegeben werden, forderte Marlene Mortler im engagierten Vortrag, wollte nicht über- sondern miteinander geredet und auch bewusst gemacht wissen, dass „nicht alles, was Berlin oder München macht, in Brüssel gewollt ist“. Es gelte, nicht immer nur die negativen Seiten aufzuzeigen und das Image der Landwirtschaft wieder ins rechte Licht zurück, die ein wichtiges Kapitel der Erfolgsgeschichte Europas geschrieben habe, als dieses in Trümmern am Boden lag. Sollte sie jetzt ihre Schuldigkeit getan haben, fragte Mortler besorgt, um zugleich festzustellen, dass „eine sichere Ernährung kein Automatismus“ sei.

Die Unionspolitikerin mit dem Bekenntnis zur fränkischen Heimat, dem deutschen Vaterland und zur Zukunft Europa sprach als große Herausforderungen die Populisten und Nationalisten ebenso an, wie die vielen Krisenherde. Da gelte es, sich der Verantwortung für die Sicherheit der Menschen in Europa zu stellen, wozu sie auch die Sicherung der Außengrenzen nannte. Zum breiten Spektrum politischen Wirkens nannte sie unter anderem eine starke Währung und solide Finanzen, „was wir bisher ganz gut hingekriegt haben“, Innovation und Forschung, Gesundheit und Ökologie als „Aufgaben, die nicht isoliert zu bewältigen sind“.

Manches Bild zurechtrücken

Sie lebe, worüber sie rede, führte Marlene Mortler mit einem zuversichtlichen Blick in die Zukunft aus. Sie will bewusst machen, dass „in unserem wunderbaren Land nicht alles selbstverständlich ist, vieles dem Binnenmarkt Europa zu verdanken“ sei. Dass es manches Bild zurecht zu rücken gelte, machte auch der Landtagsabgeordnete Hans Herold mit dem Ärger über die ständige Herabwürdigung der Bauern und dem Hinweis deutlich, „dass für Umwelt, Natur und Klimaschutz sowie den ländlichen Raum noch nie so viel in Bayern getan“ worden sei und man weiter für die „gute Lebensqualität sorgen“ wolle.

Diespeck mit den vielfältigen Angeboten für alle Generationen sollte dafür ein repräsentativer Veranstaltungsort sein. Marlene Mortler nahm sich nach dem Vortrag noch viel Zeit für Gespräche, und genoss auf Wahlkampftour „gerne ein paar Stunden unter Freunden“. Der Musikverein Diespeck gestaltete diese mit jenem Schwung, mit dem die CSU die vier Wochen bis zur Europawahl angehen will, auf die nach der besungenen frischen und reinen Frankenluft der „Freude, schöner Götterfunke“ angestimmt wurde. Die Hanns Seidl-Stiftung hielt reichlich Informationsmaterial bereit und bot Vorträge sowie diverse Seminare unter anderem für das wertvolle Ehrenamt an.

Harald J. Munzinger

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