Samstag, 14.12.2019

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Nach Abrechnungsskandal beim ASB: München bekommt mehr Einfluss

Der Arbeiter-Samariter-Bund Bayern ordnet seine Landesversammlung neu - 20.10.2019 08:29 Uhr

Es war eine "sehr schnelle Veranstaltung", sagt ASB-Sprecher Moritz Wohlrab. Nach knapp einer Stunde hatte eine außerordentliche Landesversammlung des ASB Bayern einen neuen Delegierten beschlossen, nach dem sich die Landesversammlung zusammensetzt. "Sehr konstruktiv" und "sehr harmonisch" sei es gewissen, bis der fast einstimmige Beschluss zu einem neuen Delegiertenschlüssel gefallen war.

Abrechnungsaffäre bringt ASB an den Rand der Insolvenz


Dabei verbirgt sich hinter dieser Abstimmung ein veritabler Machtkampf: Der Regionalverband München, häufiger Kritiker der Führungsriege in der Erlanger Landesgeschäftsstelle, sah sich mit 30 Delegierten in der 100-köpfigen Versammlung unterrepräsentiert. Zugleich konnte er aus diesem Grund  leicht überstimmt werden. Deshalb hatte er ein Verfahren angestoßen, das vor dem ASB-Bundsschiedsgericht endete: Das gab dem Müncher Verband recht. Kritiker hatten dem wegen des Abrechnungsskandals zurückgetretenen Vorsitzenden Hans-Ulrich Pfaffmann vorgeworfen, er habe den jetzt gekippten Delegiertenschlüssel durchgedrückt, um sich seine Wiederwahl zu sichern.

Durch die Satzungsänderung bekommt der Münchner Verband jetzt 39 Delegierte, allerdings wurde die Gesamtzahl auf 113 erhöht. Trotzdem steigt der Einfluss der Münchner Untergliederung prozentual. Das wird sich erstmals bei der nächsten Landesversammlung im Frühjahr auswirken, bei der sich der Landesverband eine neue Führung wählen muss. Der zweitgrößte Regionalverband Nürnberg-Fürth stellt jetzt 15 Delegierte und damit vier mehr als bislang. Bei Erlangen-Höchstadt stieg die Zahl um eins auf sechs.

Der ASB Landesverband Bayern muss derzeit einen folgenschweren Abrechnungsskandal aufarbeiten: Unter dem Landesvorsitzenden Hans-Ulrich Pfaffmann waren, wie die eingeschalteten Wirtschaftsprüfer der Kanzlei Rödl & Partner feststellen, über Jahre gefälschte Abrechnungen für den Rettungsdienst an die Krankenkassen eingerechnet. Auf diese Weise hat der ASB Bayern rund sechs Millionen Euro zu viel kassiert.

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