Donnerstag, 13.05.2021

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Nach der Dürre: 1500 Bäume für den Stadelner Wald

Nach den verheerenden Trockenschäden hat die Wiederaufforstung der Fürther Stadtförsterei begonnen - 28.11.2020 16:00 Uhr

Mit einem Hohlspaten bereitet Udo Strauß, Mitarbeiter der Stadtförsterei, die Pflanzlöcher für die zweijährigen Setzlinge vor.

23.11.2020 © Foto: Hans-Joachim Winckler


Ein Loch mit dem Hohlspaten gegraben, die feinen Wurzeln vorsichtig mit Erde bedeckt – schon steht das neue Bäumchen, in Reihʼ und Glied, Mindestabstand 1,5 Meter. In 20 Jahren, so schätzt Straußberger, werden sich die dünnen Stecken zu einer geschlossenen Waldfläche entwickelt haben.

Wir erinnern uns: Der Stadelner Wald, nur einen Steinwurf vom Waldsportpark des FSV Stadeln entfernt, hatte in den vergangenen Jahren besonders unter extremer Hitze und Trockenheit gelitten. Deshalb mussten im Herbst 2019 rund 1200 Bäume, in erster Linie Kiefern, gefällt werden, und damit fast jeder zweite Baum. Die massive Fällaktion mit schwerem Gerät war auch geboten, um erholungssuchende Spaziergänger nicht zu gefährden.

Den schlechten Zustand, insbesondere des Stadelner Walds mit seinem sandigen und nährstoffarmen Boden, führt Straußberger auf den Klimawandel und die damit verbundenen Trockenheit zurück. Schon im vergangenen Jahr hatte er angekündigt, den Wald wieder aufzuforsten.

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Statt der sehr anfälligen Kiefern wachsen auf der Fläche nun Sorten wie Ahorn und Esskastanie, die nach aktuellem Kenntnisstand den Klimaveränderungen besser trotzen. Ergänzt wird der Baumbestand durch Eichen, die sich besonders in diesem Jahr in großer Zahl selbst vermehrt haben. "Davon kann man nie genug haben", freut sich Straußberger.

Ein Bild von der Wiederaufforstung machte sich vor Ort auch Oberbürgermeister Thomas Jung. Er weiß um die große Bedeutung dieses einzigartigen Waldstücks – nicht nur für die Stadelner. Die Trockenheit habe hier viel größeren Schaden angerichtet als etwa im Stadtwald. Aber, betont Jung, "wir geben keinen Wald auf". Und etwas Gutes kann er der Maßnahme außerdem abgewinnen: Der neue Wald werde vielfältiger und damit auch widerstandsfähiger.


Hitze und Trockenheit strapazierten Fürths Bäume massiv


Zu den nun gepflanzten 1500 Bäumchen kommen in naher Zukunft auf benachbarten privaten Waldgrundstücken noch einmal genauso viele dazu. Unter anderem ist eine Setzaktion mit Jugendlichen vom FSV Stadeln geplant. Diese sollte eigentlich schon diesen Herbst stattfinden, musste allerdings coronabedingt auf das kommende Jahr verschoben werden.

Auch im Stadtwald wird derzeit fleißig neu angepflanzt. Martin Straußberger spricht dort sowie auf weiteren städtischen Flächen von insgesamt 10 000 Setzlingen.

HANS-JOACHIM WINCKLER

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