Offene Fragen zu NSU-Morden in Nürnberg: Kamen die Täter mit einem Firmenwagen?
Nürnberg
Terrorismus von Rechts

Offene Fragen zu NSU-Morden in Nürnberg: Kamen die Täter mit einem Firmenwagen?

Am 4. November 2011 haben sich die Rechtsterroristen Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos in einem Wohnwagen in Eisenach selbst getötet, ihre Komplizin Beate Zschäpe verschickte daraufhin bundesweit Videos, in der sich der NSU zu zehn Morden bekannte. Die drei Bluttaten in Nürnberg hätten viel früher aufgeklärt werden können, war der Tenor einer spannenden Veranstaltung in Gleißhammer, in direkter Tatortnähe.

Nationalsozialistischer Untergrund (NSU)
NSU

Die deutschlandweite Mordserie an überwiegend türkischstämmigen Kleinunternehmern, die in Nürnberg drei und in München zwei Todesopfer gefordert hat, geht auf das Konto rechtsradikaler Terroristen. Die Anschlagsserie hatte im Jahr 2000 in Nürnberg-Langwasser mit tödlichen Schüssen auf einen Blumenhändler begonnen. Insgesamt wurden bis 2006 neun Geschäftsleute getötet. Auch der Mord an einer Heilbronner Polizistin von 2007 wird der rechtsextremen Gruppierung "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU) zugeordnet sowie der Kölner Nagelbombenanschlag.

Seit Mitte 2013 verhandelte das Oberlandesgericht München gegen die als Mittäterin angeklagte Beate Zschäpe und vier mutmaßliche Unterstützer des NSU. Am 11. Juli 2018 wurde Zschäpe zu lebenslanger Haft verurteilt. Der Mitangeklagte Ralf Wohlleben wurde als Waffenbeschaffer für den NSU zu zehn Jahren Haft verurteilt. Das Oberlandesgericht sprach ihn der Beihilfe zum Mord schuldig. Der Mitangeklagte Holger G. wurde zu drei Jahren Haft verurteilt, André E. wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung zu zwei Jahren und sechs Monaten, Carsten S. zu drei Jahren Jugendstrafe. Zum Themenarchiv "Neonazis in der Region"