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Neue Ära: Die Alte Veste soll moderne Eventlocation werden

Das düstere Club-Ambiente soll einer hellen Atmosphäre weichen - 29.01.2020 05:35 Uhr

Blick vom Vester Turm herab: Im Vordergrund ist die Bierterrasse zu sehen, darunter liegt der künftige Festsaal. Das Wirtshaus und die beiden Wohngebäude werden saniert. © Foto: Hans-Joachim Winckler


Eine neue Ära bricht heuer für die Alte Veste an. Noch führen Bauarbeiter Regie im alten Gemäuer, doch schon im März soll das seit Herbst verwaiste Gasthaus zu neuem Leben erwachen. Im Mai ist dann die Eröffnung des aufgemöbelten Veranstaltungsraums unter dem Biergarten geplant, und bis Jahresende sollen auch noch drei Mietwohnungen in den früheren Forstamtsgebäuden bezogen werden.

Ein Fürther Investorenpaar hat das unter Denkmalschutz stehende Ensemble bereits 2018 erworben, nach langwieriger Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde aber erst im Spätherbst vergangenen Jahres die Baugenehmigung erhalten. Nun können in den beiden alten Forstamtsgebäuden neben dem Wirtshaus Wohnungen ausgebaut werden.

Für Familien - aber nicht nur

Geplant sind nach Angaben der Bauherren keine Luxusadressen, sondern familiengerechte Quartiere mit viel Platz für Kinder. Um Konflikte mit dem Gastronomiebetrieb nebenan auszuschließen, soll in den Mietverträgen auf eine mögliche Belastung durch den Publikumsverkehr hingewiesen werden.

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Bei der Sanierung wollen die Investoren wertschätzend mit dem historischen Material umgehen. So sollen die alten Holzfenster aufgemöbelt werden und bei der Dacherneuerung regionale Biberschwanzziegel zum Einsatz kommen. Das größere Gebäude erhält Dachgauben. Die Sandsteinfassaden will man sorgfältig restaurieren und das ganze Ensemble mit einem neuen Holzzaun umgeben. Damit das schmucke Wirtshaus noch besser zur Geltung kommt, ist daran gedacht, die Mauer samt Tor an der Zufahrt zu entfernen.

Erfahrener Pächter

In dem Oberasbacher Eventgastronomen Alexander Rüdiger haben die Bauherrn einen neuen Pächter für die Gastwirtschaft gefunden. Zusammen mit dem Fürther Christoph Geier hat er 2017 bereits das Wirtshaus "Altes Forsthaus" in der Cadolzburger Straße in Fürth übernommen und in eine Eventlocation umgewandelt. Während diese nur für Veranstaltungen öffnet, sollen auf der Alten Veste Hochzeiten, Firmenfeiern, Tagungen und Geburtstagsfeten zusätzliche Einnahmequellen erschließen – neben dem Gaststättenbetrieb. Dazu wird der zuletzt von einem Motorradclub genutzte Saal unter der Bierterrasse gerade neu ausgebaut. Er bietet Platz für 120 Gäste und wird mit einer kleinen Bühne versehen. Das düstere Club-Ambiente soll einer hellen Atmosphäre weichen.

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"Schwedensaal" heißt der neue Veranstaltungsraum – in Erinnerung an den Dreißigjährigen Krieg, als die vom Schwedenkönig Gustav Adolf angeführten protestantischen Heerscharen vergeblich versucht hatten, die Alte Veste als Lager-Bastion des katholischen Feldherrn Wallenstein zu stürmen.

Drei Köche sollen beschäftigt werden

Das Gasthaus soll laut Rüdiger ganz regulär der Laufkundschaft an fünf Tagen in der Woche zur Verfügung stehen. Es verfügt neben zwei Gasträumen für rund 40 und 20 Personen im Erdgeschoss über einen Saal mit bis zu 70 Plätzen im ersten Obergeschoss. Auch diese Bereiche werden – ebenso wie Dach und Fassade – komplett renoviert. "Die gesamte Kücheneinrichtung erneuern wir ebenfalls", berichtet der Oberasbacher. Drei Köche will er beschäftigen.

Ihre Spezialität: fränkische Schmankerl. Um Ideen zum Beleben der Gastronomie ist Alexander Rüdiger nicht verlegen. Er denkt etwa an Ritteressen, Krimidinner und plant zusammen mit der Bibertstadt heuer ein Turmfest. Bürgermeister Thomas Zwingel beobachtet die Entwicklung auf dem Zirndorfer Hausberg gespannt: "Ich bin neugierig, ob es hinhaut", sagt er auf FN-Anfrage.

Volker Dittmar

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