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Neue Zahlen: Brauerei-Sterben in Oberfranken gestoppt

Mechanisierung und Preisdruck bereiteten lange Zeit Probleme - 17.01.2018 17:58 Uhr

Lange Zeit machten immer mehr Brauereien in Oberfranken dicht, es war von einem echten "Brauerei-Sterben" die Rede. Doch damit ist jetzt Schluss.

17.01.2018 © dpa/Reiner Jensen


Gab es im Jahr 2015 lediglich 149 Braustätten in dem Regierungsbezirk, so sind es nun 172. In Oberfranken ist die Dichte an kleinen Brauereien besonders hoch, der Strukturwandel der Branche machte aber auch vor den kleinen Braustätten nicht halt: Mechanisierung, der Preisdruck großer Konzerne oder auch Personalmangel bereiteten den Unternehmen Probleme.

So hatte es in den 1970er Jahren noch 300 Brauereien gegeben, die Zahl sank dann rapide. Die jetzige Trendwende führt Christof Pilarzyk, Geschäftsführer von "Bierland Oberfranken", auf die Craft-Beer-Welle zurück, die dem handwerklich gebrauten Bier ein positives Image verschafft habe.

Die oberfränkische Brauereienlandschaft mit ihren Gaststätten und Biergärten werde bei Einheimischen und Urlaubern immer beliebter, so dass sich viele junge Braumeister wieder dazu entschließen, in der Region zu arbeiten. Bayernweit gibt es mehr als 600 Brauereien.

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Markus Raupach, Bierfachmann aus Bamberg und ebenfalls Vorstand von "Bierland Oberfranken", betrachtet die erfolgreichen Übergaben der letzten Zeit sogar als Hauptmotor dieses erfreulichen Trends. "Gerade die Brauergeneration, die nach dem Krieg viel Pioniergeist gezeigt hat, fand zuletzt häufig keinen Unternehmensnachfolger, weil das Berufsbild nicht attraktiv erschien", erklärt Raupach der Nürnberger Zeitung.

"Der Beruf Brauer gilt wieder als cool"

Dies habe sich grundlegend gewandelt, erklärt der Buchautor, der durch seine Recherchen seit 2006 die Entwicklung lückenlos dokumentieren kann. "Der Beruf Brauer gilt wieder als cool – und man kann mit Bier auch wieder Geld verdienen", sagt Raupach und nennt die erfolgreichen Übergaben bei Meinel Bräu in Hof, den Drei Kronen in Memmelsdorf und die unmittelbar bevorstehende bei Kaiserdom in Bamberg als oberfränkische Paradebeispiele.

Aber auch in Mittelfranken hat sich der Trend laut Raupach klar umgekehrt. Junge Brauereien wie Brandmeier in Cadolzburg, Red Castle Brew in Gräfenberg sowie Orca, Eppelein & friends und Veto im Nürnberger Raum sprächen Bände. Nach Rücksprache mit dem bayerischen Brauerbund ist Raupach optimistisch, dass die Trendwende in ganz Bayern spürbar wird: "Die Giesinger Brauerei in München ist vor gut zehn Jahren in einer Garage gestartet und legt in den letzten Jahren los wie ein Weltmeister."

dpa, Sebastian Linstädt

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